Wahlen in Ebnat-Kappel: Ein Sitz wird im November besetzt

Ums Gemeindepräsidium Ebnat-Kappel bewerben sich zwei Kandidaten. Für den Rat fehlt hingegen noch einer.

Sabine Camedda
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Eins ist sicher: Der neue Gemeindepräsident schreibt sich die Erhaltung der Lebensqualität in Ebnat-Kappel auf die Fahne.

Eins ist sicher: Der neue Gemeindepräsident schreibt sich die Erhaltung der Lebensqualität in Ebnat-Kappel auf die Fahne.

Martin Lendi
Will keine Wiederwahl: Christian Spoerlé

Will keine Wiederwahl: Christian Spoerlé

PD

Der amtierende Gemeinderat von Ebnat-Kappel legte die Karten schon früh auf den Tisch. Bereits im Dezember 2019 gab Gemeindepräsident Christian Spoerlé den Verzicht auf die Wiederwahl bekannt. Gleichzeitig reichten die Gemeinderäte Christian Gross (SVP) und Heiri Steiner (parteilos) ihren Rücktritt ein.

Die Parteien nutzten die Zeit, um eine Findungskommission zu bilden, die Kandidierende für Spoerlés Nachfolge finden sollte. Im Mai präsentierte diese einen Kandidaten: den Samedner Gemeindepräsident Jon Fadri Huder. Gleichzeitig machte Christian Schmid, Präsident der FDP-Ortspartei, seine Kandidatur bekannt. Er hat sich ebenfalls bei der Findungskommission beworben, diese gab jedoch einzig Huder den Vorzug.

Zählt einheimisch oder zählt es nicht?

Christian Schmid (FDP) kandidiert für das Gemeindepräsidium in Ebnat-Kappel.

Christian Schmid (FDP) kandidiert für das Gemeindepräsidium in Ebnat-Kappel.

Sabine Camedda

In diversen Vorstellungen betont Christian Schmid immer wieder, wie sehr ihm Ebnat-Kappel ans Herz gewachsen ist. Als selbstständiger Projektleiter und Organisator ist er ein politischer Quereinsteiger. Er sieht sich als Macher und möchte, dass es den Menschen in Ebnat-Kappel gut geht und die Lebensqualität im Dorf stimmt. Schmid möchte den Vorteil der bestehenden Vernetzungen nutzen, um von Anfang an etwas bewegen zu können.

Jon Fadri Huder, Kandidat fürs Gemeindepräsidium Ebnat-Kappel.

Jon Fadri Huder, Kandidat fürs Gemeindepräsidium Ebnat-Kappel.

Bild: Pd

Jon Fadri Huder bringt zwar Erfahrung als Gemeindepräsident mit, muss aber die Gemeinde erst kennen lernen. Das ist in seinen Augen kein Nachteil, denn die Unabhängigkeit als Auswärtiger schütze ihn vor Interessenskonflikten. Dass er von allen Ortsparteien unterstützt wird, gibt Jon Fadri Huder viel Zuversicht für die Wahl. Sollte er gewählt werden, weiss er um die Bedeutung von Gewerbe, Industrie und Landwirtschaft, möchte aber die Lebensqualität weiterhin hochhalten.

Dass sich die beiden Kandidaten als gleichwertige Option mit wenig Unterschieden bei sachlichen Themen herausstellen, dürfte der Tatsache geschuldet sein, dass beide mit Überzeugung der FDP angehören.

Drei Frauen und ein Mann machen weiter

Das Schulratspräsidium in Ebnat-Kappel ist nicht umstritten. Der parteilose Christian Rufer, seit rund eineinhalb Jahren im Amt, tritt für eine weitere Legislaturperiode an. Er ist der einzige Kandidat für diesen Posten. Da Ebnat-Kappel als Einheitsgemeinde organisiert ist, ist der Schulratspräsident von Amtes wegen Mitglied im Gemeinderat.

Ebenfalls für eine weitere Amtszeit kandidieren die drei amtierenden Gemeinderätinnen. Rita Kägi Feller (CVP), Christa Müller-Halter (SP) und Susanne Wickli-Läng (FDP) wollen ihre Arbeit fortsetzen. Für die zwei Vakanzen, die durch die Rücktritte von Christian Gross und Heiri Steiner entstanden sind, konnte innerhalb der Meldefrist mit Martin Giezendanner ein Kandidat gefunden werden. Der ausgewiesene Baufachmann und Vertreter des örtlichen Gewerbes soll seine Erfahrung in den Bereichen Bau und Gewerbe in den Rat bringen.

Ein zweiter Kandidat, der vor allem die Interessen der Landwirtschaft vertreten könnte, wurde bisher nicht gefunden. Somit wird der Gemeinderat wohl erst nach dem zweiten Wahlgang, der Ende November stattfindet, komplett sein.

Sechs Personen wollen in die GPK

Scheinbar locker fanden die Parteien hingegen Bewerber für die Geschäftsprüfungskommission. Das Gremium hatte in den vergangenen vier Jahren grosse personelle Änderungen erfahren. Von den damals Gewählten sind nur noch Reto Aerne und Präsident Thomas Bösch im Amt, wobei Letzterer nicht mehr zur Wiederwahl antritt.

Zur Wahl stehen folglich die Bisherigen Reto Aerne, Guido Landert (beide FDP) und Sonja Lieberherr-Schnyder. Neu möchten die parteilosen Niklaus Amacker und Rita Bohl-Fust sowie Christoph Durscher von der SVP in die GPK einziehen.

Die laufende Umstrukturierung der Schulführung brachte mit sich, dass der vom Volk gewählte Schulrat durch eine Bildungskommission ersetzt wird, die vom Gemeinderat bestellt wird. Noch bis Ende August können sich Personen aus Ebnat-Kappel für einen Sitz in der sechs- bis zehnköpfigen Bildungskommission bewerben. In ihr Aufgabengebiet fallen unter anderem die strategische Führung der Schule, die Überprüfung der Tätigkeit der Schulleitung, Teilnahme an Sitzungen und Repräsentationspflichten.

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