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Wahl des Schulratspräsidenten in Ebnat-Kappel: Die Karten liegen auf dem Tisch

Ebnat-Kappel steht für die Wahl eines neuen Schulratspräsidenten eine Kampfwahl bevor. Die beiden Kandidaten, Christian Rufer und Mario Ammann, stellten sich an einem Podium den Fragen der Bevölkerung.
Urs M. Hemm
Das Podiumsgespräch mit den Kandidaten für das Amt des Ebnat-Kappler-Schulratspräsidenten stiess auf grosses Interesse. (Bild: Urs M. Hemm)

Das Podiumsgespräch mit den Kandidaten für das Amt des Ebnat-Kappler-Schulratspräsidenten stiess auf grosses Interesse. (Bild: Urs M. Hemm)

Da ist der eine, der schlecht in Mathematik war und von Lehrers Kindern die Spielzeuge versteckte. Dort der andere, der am liebsten ins Turnen ging und − nach seinen eigenen Worten − zu brav für Streiche war, was ihm aber wohl die Wenigsten der an die hundert Anwesenden abnahmen. Der eine ist Mario Ammann, Versicherungsberater in Wattwil und Mitglied der FDP-Ortspartei Ebnat-Kappel. Der andere ist der parteilose Christian Rufer, Nationaltrainer des Schweizer Alpin-Snowboard Teams. Zwei unterschiedliche Charaktere, die aber beide ein gemeinsames Ziel haben: Sie wollen ins Amt des Ebnat-Kappler Schulratspräsidenten gewählt werden. Am Montagabend stellten sich die beiden Kandidaten an einem Podiumsgespräch im Mehrzweckraum der Badi Ebnat-Kappel den Fragen von Sabine Schmid, Redaktorin beim Toggenburger Tagblatt sowie aus dem zahlreich erschienenen Publikum.

Sinnvoller Umgang mit neuen Medien

Über den gesellschaftlich hohen Stellenwert der Schule in der Gemeinde sind sich beide Kandidaten einig. «Mit allem, was im Zusammenhang mit der Schule steht, müssen sich Schüler wie Eltern wohl fühlen, da sie emotional direkt davon betroffen sind», sagte Christian Rufer. Damit dies aber erreicht werden könne, brauche es den Beitrag aller. «Ein Schulratspräsident kann dies nicht alleine übernehmen. Dazu müssen alle am gleichen Strang ziehen und gemeinsam dahinterstehen», fügte Mario Ammann an. Eine gute Zusammenarbeit war beispielsweise bei der Einführung des Lehrplanes 21 nötig, sagte Mario Ammann, der im Ebnat-Kappler Schulrat ist. «Gewiss ist vieles bereits vorgegeben, es gibt aber auch noch genügend Spielraum, um parallel eigene Projekte zu realisieren.» Christian Rufer sieht im Lehrplan 21 eine Chance. «Es gilt jedoch zu beachten, dass der jetzige Stand nur eine Momentaufnahme ist.» Neues brauche auch immer wieder Adaptionen.

"Anstatt die Entwicklung aufhalten zu wollen, sollten wir darauf reagieren und die neuen Techniken sinnvoll einsetzen.»

Christian Rufer, parteilos (Bild: Urs M. Hemm)

Christian Rufer, parteilos
(Bild: Urs M. Hemm)

Mehr als Chance denn Gefahr beurteilt Christian Rufer auch die fortschreitende Digitalisierung im Schulzimmer. «Die Frage ist doch, wie wir damit umgehen. Unsicherheiten müssen wir begegnen. Anstatt die Entwicklung aufhalten zu wollen, sollten wir darauf reagieren und die neuen Techniken sinnvoll einsetzen», sagte er. Für einen massvollen Umgang mit digitalen Technologien sprach sich auch Mario Ammann aus, setzte aber gleichzeitig eine klare Grenze. «Ältere Schüler setzen sich mit der Thematik im neuen Fach Medien und Informatik auseinander und lernen einen sorgsamen Umgang damit. Auf Stufe Kindergarten hingegen sehe ich keine Notwendigkeit.»

Es wird Konfliktsituationen geben

Beide Kandidaten verfolgen die Entwicklung der Erweiterung der Schulanlage Wier mit grossem Interesse. «Ich habe die Pläne studiert und bin sicher, dass wir uns auf ein schönes Schulhaus und eine zweckmässige Turnhalle freuen können», sagte Christian Rufer. Etwas näher am Geschehen ist Mario Ammann, der laufend durch den Vertreter des Schulrats in der Baukommission über den Stand der Dinge informiert wird. Daher sieht auch er gelassen dem Umstand entgegen, dass künftig Kinder und Jugendliche vom Kindergarten bis zur Oberstufe unter dem selben Dach beschult werden. «Die Raumgestaltung und Raumaufteilung ist auf die entsprechenden Bedürfnisse abgestimmt», erläuterte er.

Es werde bestimmt zu gewissen Konfliktsituationen zwischen Kindergartenschülern und Schülern der Oberstufe kommen. Diese würde aber auch ausserhalb der Schule aufeinandertreffen. «Dann gilt es», so Christian Rufer, «diese Konflikte zu lösen und Verständnis füreinander aufzubringen.» Konflikte würden zum Alltag gehören und sollten möglichst zeitnah und zielführend gelöst werden.

Mario Ammann, Moderatorin Sabine Schmid und Christian Rufer (von links). (Bild: Urs M. Hemm)

Mario Ammann, Moderatorin Sabine Schmid und Christian Rufer (von links).
(Bild: Urs M. Hemm)

Rolle als Gemeinde- und als Schulrat

Von Moderatorin Sabine Schmid auf ihre Rolle im Gemeinderat angesprochen − in der Einheitsgemeinde Ebnat-Kappel hat der Schulratspräsident automatisch Einsitz im Gemeinderat − antwortete Christian Rufer, dass er auch als Gemeinderat den Hut den Schulratspräsidenten nicht ablegen und sich für die Belange der Schule einsetzen werde. Mario Amman möchte zudem die wirtschaftliche Entwicklung in Ebnat-Kappel fördern und auch Neuansiedlungen von Firmen nach Möglichkeit forcieren. «Ein gesunder Arbeitsmarkt ist wichtig für unsere Schulabgänger, damit sie möglichst nahtlos eine Anschlusslösung, sprich einen Ausbildungsplatz nach der Schule finden», sagte er dazu.

In einer schnellen Schlussrunde hatten sich die Kandidaten möglichst knapp zu diversen Fragen zu äussern und ihre Schlagfertigkeit unter Beweis zu stellen. So war neben ihren Lieblingsfächern und Schulstreichen beispielsweise zu erfahren, dass beide Frühenglisch dem Frühfranzösisch vorziehen würden oder, dass Christian Rufer morgens als aller erstes das Wetter checkt, während Mario Ammann vor dem Aufstehen mindestens dreimal den Wecker abstellen muss.

Kontakte mit der Basis pflegen

Mario Ammann, FDP (Bild: Urs M. Hemm)

Mario Ammann, FDP
(Bild: Urs M. Hemm)

Auf die Frage aus dem Publikum, was sie für das Amt des Schulratspräsidenten qualifiziere, bezog sich Christian Rufer unter anderem auf seine langjährige Erfahrung bei Swiss-Ski, wo er gelernt habe, komplexe Situationen schnell einzuschätzen und auf einzelne Personen einzugehen und deren Anliegen ernst zu nehmen. Zudem hob er seine Fähigkeit hervor, Teams zu führen und und grosse Strukturen zu organisieren. Mario Ammann bezog sich auf seinen Beruf als Versicherungsberater, der ihn gelehrt habe zuzuhören und lösungsorientiert zu arbeiten. Zudem schätze er einerseits die Arbeit im Team, könne aber auch gut selbständig arbeiten, was ein hohes Mass an Verantwortungsbewusstsein voraussetze.

Aus Stabilität heraus reagieren

Auf die Frage, wie sie auf Veränderungen im schulischen Bereich reagieren würden, antworteten beide Kandidaten eher zurückhaltend. Bei Veränderungen als erste dabei zu sein, wie auch aus den Erfahrungen anderer zu lernen, habe Vorteile, sagte Christian Rufer. «Es gilt, eine Balance zwischen Sicherheit und Freiheit zu finden. Zudem muss klar formuliert sein, wohin die Schule will.» Um auf Veränderungen reagieren zu können und Visionen zu verfolgen, brauche es zuerst Stabilität, sagte Mario Ammann. Beide Kandidaten wollen sich nicht in ihren Büros einschliessen, sondern den Kontakt zu den Lehrpersonen und vor allem auch zu den Schülern suchen. «Dieser Kontakt ist sehr wichtig. Die Kinder erleben den Alltag, haben ihre Probleme und ihre Bedürfnisse», sagt Mario Ammann. Diese Erfahrungen müssten an der Basis abgeholt werden.

"Die Kinder erleben den Alltag, haben ihre Probleme und ihre Bedürfnisse.»

Lösungsorientiert wollen beide auch auf Fragen aus der Lehrerschaft agieren. Während Christian Rufer möglichst zeitnah auf Anliegen reagieren möchte, macht es Mario Ammann abhängig von der internen Kultur. Man müsse ein Gespür dafür entwickeln, welche Antworten zeitnah gegeben werden müssten oder ob man sich etwas Zeit dafür lassen könne. Die 40 Prozent «Freizeit», die Stelle als Schulratspräsident umfasst 60 Stellenprozent, möchte die beiden anfangs zur Einarbeitung nutzen. Danach möchte sich Mario Ammann dem Versicherungsgeschäft widmen. Christian Rufer mochte sich diesbezüglich nicht festlegen.

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