Speerspitz

Speerspitz: Voressen oder Steak?

Die weltweite Fleischproduktion trägt nicht unerheblich zur Umweltproblematik bei. Redaktor Urs M. Hemm über eine Möglichkeit, wie man den Fleischkonsum und folglich auch die Produktion reduzieren könnte.

Urs M. Hemm
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Urs M. Hemm

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Bild: Katja Nideröst

Kürzlich sah ich im Fernsehen einen Beitrag, der das Szenario einer komplett veganen Welt beschrieb. Der Konsum von Fleisch war von Gesetzeswegen verboten und unter strenge Strafe gestellt.

Eine positive Folge eines solchen radikalen Schritts wäre gemäss dieses Beitrags eine Reduktion des CO2-Ausstosses um rund 15 Prozent. Soviel produzieren Rinder, Schweine und andere Zuchttiere durch Rülpsen und Furzen im Jahr.

Lösung in der Mitte

Alleine diese Auswirkung eines kompletten Verzichts auf Fleisch wäre sicherlich ein verlockender Ansatz für die Lösung unserer Umweltprobleme, zumal weltweit gesehen der Fleischkonsum noch immer steigt. Zugleich würde diese Radikallösung aber Millionen von Stellen kosten, vor allem natürlich in der Fleischindustrie. Die Lösung für dieses Problem muss also irgendwo in der Mitte liegen.

Vor 40 Jahren war Fleisch noch ein Luxusgut, das man sich am Wochenende in Form des klassischen Sonntagsbratens gönnte. Während der Woche gab es vielleicht einmal ein Voressen oder Siedfleisch.

Fleisch zu Spottpreisen

Heute gehört Fleisch zum Alltag und ist Dank grossen Discountern zu Spottpreisen zu haben. Doch muss es ein Filet, ein Steak oder ein Entrecôte sein, denn mit den einfachen Stücken eines Tieres weiss kaum jemand mehr umzugehen.

Deswegen bleiben diese im Laden liegen oder werden mangels Nachfrage gar nicht mehr angeboten. Diese landen irgendwo als billiger Zusatz in der Industrie.

Ich plädiere deshalb für einen Kochkurs unter dem Titel «from nose to tail − von der Nase bis zum Schwanz», wo Menschen wieder lernen, alle Teile eines Tieres zu nutzen. Das würde den Fleischbedarf reduzieren und zumindest einen Teil zur Lösung des Problems beitragen.