Die erste Einzonung im Gebiet Underdorf kam gar vors Volk

Schon für die 2016 eingeweihte neue Lagerhalle von Alder + Eisenhut war ein langer Atem notwendig.

Ruben Schönenberger
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Die Mitarbeitenden der Firmen Alder + Eisenhut und Eberhard Bühnen versammelten sich im 2016 zum Foto vor dem neuen Lager Linde. (Bild: Ruben Schönenberger)

Die Mitarbeitenden der Firmen Alder + Eisenhut und Eberhard Bühnen versammelten sich im 2016 zum Foto vor dem neuen Lager Linde. (Bild: Ruben Schönenberger)

Im Mai 2013 veröffentlichte das «Toggenburger Tagblatt» den ersten Projektentwurf zur geplanten neuen Lagerhalle der Alder + Eisenhut AG. «Über den Verkauf des rund 14000 Quadratmeter grossen Geländes sind wir uns mit dem Besitzer des Landes einig», sagte Geschäftsleiter Robin T. Alder damals. Der Kanton St.Gallen müsse aber noch über die Umzonung entscheiden. Konkret ging es um 11500 Quadratmeter, die von der Landwirtschafts- und der Grünzone in die Industriezone eingezont werden mussten.

Doch dagegen formierte sich Widerstand. Zwei Bürger sammelten insgesamt rund 280 Unterschriften für ein Referendum. Nur 200 wären nötig gewesen, um eine Volksabstimmung zu erzwingen. Argumentiert wurde vor allem mit dem Kulturlandverlust. Zu reden gab unter anderem einer der Gegner, weil dieser eigentlich in Wattwil wohnhaft war, in Ebnat-Kappel aber ebenfalls eine Liegenschaft besass.

Kosten für Transport ins Lager zu hoch

Die Firma Alder + Eisenhut AG kündigte an, sich bei einem Nein Gedanken zum Standort Ebnat-Kappel zu machen. Das neue Lager hatte nämlich zum Ziel, das bisherige in Wattwil zu ersetzen. «Die Kosten für die mehrmals täglichen Fahrten ins fünf Kilometer entfernte Lagerhaus Inseli nach Wattwil sind nicht mehr tragbar», liess sich Robin T. Alder in dieser Zeitung zitieren.

Vor der Abstimmung am 30. März 2014 wurde in der Gemeinde heftig diskutiert. An eine Podiumsveranstaltung zu dieser Vorlage kamen 200 Leute. Ebenfalls zum Thema wurde dann auch das Vorgehen beim Bewilligungsverfahren des Bauprojekts. Dieses wurde bereits vor der Abstimmung lanciert, weshalb es zuerst als ein Bauvorhaben ausserhalb der Bauzone behandelt wurde. Der WWF legte gegen das Projekt Einsprache ein, weil er dieses Vorgehen für falsch erachtete. Eine «Einsprache aus verfahrenstechnischen Gründen» nannte das damals WWF-Geschäftsführer Martin Zimmermann.

Fast 90 Prozent Zustimmung

Die Abstimmung am 30. März 2014 ging dann jedoch klar aus. Rund 88 Prozent stimmten der Umzonung zu. Robin T. Alder zeigte sich erfreut. «Es ist ein klares Zeichen des Stimmvolks für die Stärkung eines bereits ansässigen Industrieunternehmens», sagte er damals. Der Teilzonenplan wurde anschliessend auch vom Kanton genehmigt. Der Spatenstich für den Neubau erfolgte wenig später, am 15. Januar 2015, just an dem Tag, an dem die Schweizerische Nationalbank den Euro-Mindestkurs aufhob. Am 22. April 2016 konnte die neue Halle eingeweiht werden.

Alder + Eisenhut weiht Lager ein

Am vergangenen Freitag weihte der Sportgerätehersteller Alder + Eisenhut aus Ebnat-Kappel die neue Lagerhalle ein. Firmenchef Robin T. Alder sowie Vertreter von Kanton und Gemeinde zeigten sich erfreut, dass das Projekt trotz schwieriger Voraussetzungen zustande kam.
Ruben Schönenberger