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Familiengeschichten: Von Wildhaus über Vorarlberg nach Stein

Vier Jahre lang las Josef Bischof-Sutter intensiv in alten Büchern und suchte in Archiven nach Hinweisen auf seine Familie. Dabei stiess er auf viel Interessantes und fasste dies in einem Buch zusammen.
Sabine Schmid
Wildenhuser Lehen 1541: «Item Hanns Bischoff gnant Holzman uff dem Maß (Moos) hatt zu sinen Hannden empfangen sin grechtig keit in der Alp Lowi (Laui).» (Bild: PD)

Wildenhuser Lehen 1541: «Item Hanns Bischoff gnant Holzman uff dem Maß (Moos) hatt zu sinen Hannden empfangen sin grechtig keit in der Alp Lowi (Laui).» (Bild: PD)

Wie kommt jemand auf die Idee, die Geschichte seiner Familie zu erforschen? «Ich wollte wissen, woher unsere Familie stammt», antwortet Josef Bischof-Sutter. Einer der einzigen Hinweise zu Beginn seiner Recherche war der Bürgerort: Stein, respektive heute Nesslau-Stein. «Wenn man seinen Bürgerort kennt, hat man einen ersten Hinweis und weiss, wo man mit der Suche beginnen muss», sagt der Familienforscher. In den ersten vier Jahren nach seiner Pensionierung als Gemeindeammann von Gommiswald verbrachte Josef Bischof-Sutter viel Zeit mit diesem Hobby. Dabei sei ihm zugute gekommen, dass er als ehemaliger Grundbuchverwalter die alte Schrift lesen könne. Dies war sehr wichtig, denn die ältesten Quellen, die Josef Bischof-Sutter zu Rate gezogen hat, sind ein Wildhauser Zinsbuch von 1534 und das Lehenbuch Wildhaus-Alt St. Johann von 1540.

In Pfarrämtern und Gemeinden nach Vorfahren suchen

Josef Bischof-Sutter, pensionierter Gemeindeammann und Familienforscher (Bild: Sabine Schmid)

Josef Bischof-Sutter, pensionierter Gemeindeammann und Familienforscher (Bild: Sabine Schmid)

Doch zuerst schaute sich der Familienforscher in den Gemeinden um. Seit der Gründung des Kantons St. Gallen 1803 sind Familiendaten im Zivilstandsregister notiert. Zuvor war alles in Kirchenbüchern niedergeschrieben. Diese seien unterteilt in Taufbücher, Heiratsbücher und Sterbebücher, erklärt Josef Bischof-Sutter. Diese Aufzeichnungen reichen bis ins 17. Jahrhundert zurück. Damals war die Reformation im Toggenburg abgeschlossen, so dass klar war, dass die Daten der Familie Bischof ausschliesslich in den katholischen Kirchenbüchern zu finden sind.

«Ich hatte die Linie bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgt und die Spur fast verloren, da kam mir der Zufall zu Hilfe. In einem Kirchenbuch von Wildhaus fand ich zuhinterst einen handgeschriebenen Zettel, auf welchem ein Franz Bischoff im Vorarlberg genannt war», erzählt Josef Bischof-Sutter. Es stellte sich heraus, dass zwei Generationen in Feldkirch wohnten, deren Vorfahren jedoch aus Wildhaus stammten und, so meint Josef Bischof-Sutter, als Säumer zwischen Vorarlberg und dem Toggenburg tätig waren. Mitglieder der Familie Bischoff waren um 1780 als Maurer und Steinhauer beim Bau der Toggenburger Strasse von Wattwil über Wildhaus nach Feldkirch beteiligt.

Plötzlich gab es zwei Zweige

Im 18. Jahrhundert zogen Franz Bischoff und seine Frau Franziska Sturzenbauer ins Toggenburg zurück. Josef Bischof-Sutter vermutet, dass Heimweh dabei eine Rolle gespielt haben könnte. Immer wieder kehrte die Familie zur Landrechtserneuerung ins Toggenburg zurück. Sohn Franz, geboren 1766, heiratete 1787 Rosina Wenk aus Stein und blieb. Sein Bruder Hansjörg, geboren 1774, vermählte sich 1797 in Wildhaus mit Eva Maria Schneider aus Alt St. Johann.

Da zu ihrer Lebzeit die aktuellen Wohnorte zu den Bürgerorten wurden, erhielt die Familie von Franz Bischoff das Bürgerort Stein, während die Familie von Johann Georg, genannt Hansjörg, Bischoff Bürger von Wildhaus wurde. Die beiden Brüder wurden die Stammväter der beiden Bischof-Zweige, die es noch heute gibt und die durch die beiden Enziane im Familienwappen abgebildet sind.

Familienforschung als Hobby

«Die Vergangenheit ist Geschichte, die Zukunft ist Geheimnis und die Gegenwart ein Geschenk». Mit diesem Zitat beginnt das Vorwort zur Familiengeschichte der Bischofs. Josef Bischof-Sutter hat sich nach seiner Pensionierung während vier Jahren intensiv mit seiner Familie beschäftigt.

Es sei ihm nicht darum gegangen, eine Stammtafel soweit wie möglich in die Vergangenheit zurück zu erarbeiten. Er wollte auch herausfinden, wie die Vorfahren im Toggenburg gelebt haben. Seine Aufzeichnungen hat Josef Bischof-Sutter zusammengefasst und in einem Buch herausgegeben. Danach hat er für mehrere Obertoggenburger Familien Stammbäume erstellt und dabei für manche Überraschung gesorgt. (sas)

Mit seiner ersten Frau Eva Maria hatte Johann Georg Bischoff drei Söhne und zwei Töchter. Aus der zweiten Ehe, die er nach dem Tod seiner ersten Ehefrau mit Katharina Wenk schloss, entspross ein weiterer Sohn. Mit seiner dritten Frau Cäcilia Wehrli hatte er nochmals eine Tochter und zwei Söhne. Die von Franz und Rosina Bischoff-Wenk begründete Steiner Linie beginnt mit deren Nachkommen, drei Söhnen und zwei Töchtern. «Leider konnte ich nur die Stämme der Söhne weiter verfolgen», bedauert Josef Bischof-Sutter. Die Frauen erhielten damals mit der Heirat den Bürgerort ihres Gatten, so dass es heute unmöglich ist, diese Spuren zu verfolgen. Hinzu kommt, dass aus Datenschutzgründen die Suche nach Vorfahren erschwert ist.

Bischof-Fest mit rund 800 Familienangehörigen

Josef Bischof-Sutter ist stolz, dass er in seinem Buch die Familienmitglieder bis zu Jahrgang 2000 aufführen konnte. Seither seien weitere hinzugekommen, erzählt er. Ein besonderes Erlebnis sei für ihn das «Bischof-Fest» im Jahr 2005 gewesen, an dem rund 800 Familienmitglieder teilgenommen haben. «Es kamen Personen aus der ganzen Schweiz», freute er sich. Einen Teil von ihnen habe er bereits gekannt, weil er für die Recherche durch das ganze Land gereist sei und Verwandte besucht habe.

Kein Bezug zum Kirchenmann

Anders als man es vermuten könnte, hat der Name «Bischof» keinen Bezug zum Kirchenmann. Josef Bischof-Sutter stützt sich auf eine Beschreibung im Geschichtsbüchlein der Pfarrei Damüls im Vorarlberg. Darin wird beschrieben, dass die Gerichtsdiener beim Schöffengericht, dem damaligen Gemeindegericht, wegen ihrer Tätigkeit als «by den Schöffen» genannt wurden. Daraus entstand der Familienname Byschöffen, heute Bischof.

Aufgrund dieser Herkunft wurde der Name bis nach 1850 als Bischoff mit Doppel-F geschrieben. Entsprechende Zeugnisse in Taufbüchern und Stimmregister in Wildhaus und Stein wurden gefunden. Weshalb der Familienname danach mit nur einem F geschrieben wurde, hat Josef Bischof-Sutter nicht herausgefunden. Er vermutet, dass die neue Schreibweise auf einer Abmachung zwischen dem Ortspfarrer und dem Zivilstandbeamten beruht, die sich an den kirchlichen Bischof anlehnt. (sas)

Gerade vor kurzem, erzählt Josef Bischof-Sutter, sei ihm unerwartet ein Familienmitglied begegnet. Im Forum, der Zeitschrift der katholischen Kirche, habe er einen Artikel über einen jungen Schweizer Gardisten gelesen, einen Philipp Bischof aus Nassen. «Dank meinen Stammtafeln konnte ich ihn unserer Familie zuordnen, obwohl ich ihn persönlich nicht kenne», erzählt er freudig.

Familiengeschichten

Alle kennen ihre Namen. Zumindest im Heimatdorf, meist im ganzen Toggenburg. Doch was verbirgt sich dahinter? Das «Toggenburger Tagblatt» erkundet diesen Sommer Familiengeschichten und stellt sie vor.

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