Von Osterglocken, Hasen und Eiern: Mit Wissen über Ostern glänzen

Viele Bräuche und Begriffe hängen mit Ostern zusammen. Ein Überblick gibt diese Auflistung von A bis Z.

Sabine Camedda
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Auch wenn derzeit Distanz angesagt ist: Ein froher Osterwunsch lässt sich auch digital und telefonisch vermitteln.

Auch wenn derzeit Distanz angesagt ist: Ein froher Osterwunsch lässt sich auch digital und telefonisch vermitteln.

Bild: Bruno Kissling 

Aschermittwoch: An diesem Tag beginnt die 40-tägige Fastenzeit vor Ostern. Im katholischen Gottesdienst wird die Asche der verbrannten Palmzweige des Vorjahres geweiht. Damit wird den Gläubigen ein Kreuzzeichen aufs Haupt gestreut.

Bräuche auf der ganzen Welt: Das Osterfest wird in vielen Ländern gefeiert, oftmals mit besonderen Bräuchen. In Deutschland und Österreich wird vielerorts ein Osterfeuer angefacht. Damit wird die Sonne begrüsst. Auch in der katholischen Kirche wird ein Osterfeuer entzündet, dieses Feuer geht dann auf die Osterkerze über. In Schweden holen die Frauen in der Nacht heimlich Osterwasser und besprengen damit ihren Liebsten, um sich dessen Liebe zu sichern. In Osteuropa bespritzen die jungen Männer am Ostermontag junge Frauen mit Wasser und schlagen sie mit einer mit Bändern geschmückten Rute. Das soll die Schönheit und Gesundheit der Frau erhalten.

Christentum: Ostern ist das wichtigste Fest im Christentum. Es erinnert an die Auferstehung von Jesus Christus.

Datum: Der Ostersonntag in der westlichen Kirche ist am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach Frühlingsbeginn. Dieser wurde der Einfachheit halber auf den 21. März festgelegt. In diesem Jahr war der Vollmond am 8. April, folglich ist der Ostersonntag am 12. April. Das frühest mögliche Osterdatum ist übrigens der 22. März, das letztmögliche der 25. April.

Das «Eiertütsche» ist hierzulande ein beliebter Osterbrauch.

Das «Eiertütsche» ist hierzulande ein beliebter Osterbrauch. 

Bild: Jonny Schai

«Eiertütsche»: Wer kennt es nicht: Die gefärbten Hühnereier werden gegeneinander geschlagen, es gibt familieninterne Wettbewerbe und in einigen Gemeinden wird normalerweise nach dem Gottesdienst zum «Eiertütsche» geladen. Ein Brauch, der jenseits der Schweizer Grenze kaum bekannt ist.

Fastenzeit: Die Fastenzeit erinnert daran, dass Jesus Christus 40 Tage lang in der Wüste verbrachte, betend und fastend. In der reformierten Kirche nennt man diese Zeit Passionszeit. Um auf die 40 Tage zu kommen, sind die Sonntag ausgenommen und die Fastenzeit endet am Gründonnerstag. Während der Fastenzeit sollte früher bewusst auf Fleisch verzichtet werden. Dies führte dazu, dass findige Mönche sich Tricks ausgedacht haben, um dieses Verbot zu umgehen. Heute gibt es viele Formen, um während der Fastenzeit Verzicht zu üben, beispielsweise bei Alkohol oder Social Media.

Die Kirchenglocken läuten erst wieder in der Osternacht.

Die Kirchenglocken läuten erst wieder in der Osternacht.

Bild: PD

Glocken: Während des Gottesdienstes am Gründonnerstag läuten die Kirchenglocken, danach verstummen sie in Erinnerung an das Leiden Jesu bis die Osternachtfeier. Den Kindern wird erzählt, dass die Glocken in dieser Zeit nach Rom fliegen, wo sie vom Papst gesegnet werden.

Hahn: In der Passionsgeschichte in der Bibel kommt dem Hahn eine wichtige Rolle zu. Während Jesus vor dem Hohenpriester und dem Hohen Rat stand, wartete sein Jünger Petrus draussen auf dem Hof an einem Feuer. Er leugnete dreimal, Jesus zu kennen. «Gleich darauf krähte ein Hahn, und Petrus erinnerte sich an das, was Jesus gesagt hatte: Ehe der Hahn kräht, wird du mich dreimal verleugnen. Und er ging hinaus und weinte bitterlich.» So steht es im Matthäus-Evangelium.

Insel: Die Osterinsel liegt im Südpazifik und gehört geografisch zu Polynesien. Auf der Insel, die mehrere Tausend Kilometer von den nächsten Inseln entfernt liegt, leben rund 7750 Einwohner.

Judas: Judas Iskariot ist jener Jünger, der Jesus verriet und den Hohepriestern auslieferte. Gemäss dem Matthäus-Evangelium erhielt Judas dafür 30 Silberstücke.

Karwoche: Die Woche vor Ostern nennt man Karwoche. Der Wortteil Kar geht auf das althochdeutsche «kara» zurück. Dieser Ausdruck steht für «Trauer» und «Wehklage».

Das Lamm gehört zum christlichen Osterfest.

Das Lamm gehört zum christlichen Osterfest.

Bild: Nadia Schärli

Lamm: Das Osterlamm gehört zum christlichen Osterfest. Es stammt aus dem Ritual der Juden, zum Passahfest zum Gedenken an Gott ein Lamm zu schlachten und zu verspeisen. Bei uns gehört Lamm bei einigen Familien auf den Tisch an Ostern, manchmal auch in Form eines Lamms aus gebackenem Rührteig.

Maria Magdalena: Maria aus Magdala folgte gemäss dem Markus-Evangelium Jesus auf seinem Kreuzweg und sah von weitem zu, als er gestorben ist. Zusammen mit Maria, der Mutter des Jakobus, und Salome kaufte Maria Magdalena Öl, um den Leichnam von Jesus im Grab zu salben. Dort sahen die Frauen den Engel, der ihnen die Auferstehung Jesus verkündete.

Nestli: Für viele Kinder gehört es zu Ostern dazu, Eier zu suchen. Der Osterhase versteckt die Eier praktischerweise in einem Nestli. Das Verstecken der Eier kennt man angeblich seit dem 18. Jahrhundert. Damals begannen protestantische Familien, ihre Kinder mit dem Verstecken der Ostereier zu unterhalten. Ein Brauch, der sich bis heute hält.

Die Narcissus pseudonarcissus wird Osterglocke genannt.

Die Narcissus pseudonarcissus wird Osterglocke genannt.

Bild: Carmela Odoni

Osterglocken: Jede Osterglocke ist eine Narzisse, aber nicht jede Narzisse eine Osterglocke. Die gelbe Narcissus pseudonarcissus wird Osterglocke genannt, weil sie in der Osterzeit blüht und ihre Form an eine Glocke erinnert.

Palmsonntag: Mit dem Palmsonntag beginnt die Karwoche. An diesem Tag wird des Einzugs von Jesus in Jerusalem gedacht. In der katholischen Kirche gibt es eine Prozession und die Palmweihe.

Quadrille: Ob beim Ostertanz auch Quadrillen getanzt wurden, ist unbekannt. An manchen Orten wird noch heute ein Ostertanz, oder moderner eine Osterparty, organisiert. Dies als Unterhaltung nach der 40-tägigen Fastenzeit.

Seit vielen Jahren werden in der Osterzeit Eier bunt gefärbt.

Seit vielen Jahren werden in der Osterzeit Eier bunt gefärbt.

Bild: Andrea Stalder

Rote, blaue und gelbe Eier: Da in der Fastenzeit keine Eier gegessen werden durften, kochten die Menschen die von ihren Hühnern gelegten Eier, um diese haltbarer zu machen. Zur Unterscheidung von den rohen Eiern wurden die gekochten Eier gefärbt. Zum Färben eigenen sich übrigens gut natürliche Stoffe wie Zwiebelschalen, Blätter von verschiedenen Pflanzen, Rotkraut, Randen oder Tee.

Schoggiosterhase: Osterhasen und Eier aus Schokolade sind beliebte Naschereien und Geschenke an Ostern. Die Osterhasen gibt es in allen erdenklichen Formen und mit Accessoires. Ebenso vielfältig ist die Auswahl bezüglich der Schokolade, die (fast) alle Geschmäcker abdeckt.

Tischdekoration für Ostern: Bei der Dekoration von Tisch und Haus greift man gerne auf Hasen, Hühner und Eier zurück. Man kann sie aus allerlei Material basteln und selber herstellen. Ergänzt werden diese mit Blumen und Bändern in hellen Farben. Auch Servietten lassen sich recht einfach in Form eines Osterhasen falten.

Urbi et orbi: «Der Stadt und dem Erdkreis» gilt der apostolische Segen, den der Papst in feierlicher Form zu Ostern erteilt. Normalerweise wohnen Tausende Gläubige dem Segen auf dem Petersplatz in Rom bei. In diesem Jahr werden es wohl noch mehr als sonst sein – allerdings zu Hause vor dem Fernseher.

Versteck fürs Osternestli: Der Osterhase ist sehr einfallsreich, wenn es ums Verstecken der Osternestli geht. Bäume und Büsche eignen sich genauso wie Taschen, Schuhe oder Schränke. Vorsicht gilt beim Backofen: Schoggiosterhasen sind sehr hitzeempfindlich.

Witz: Ostern ist ein Freudenfest, da darf gelacht werden. Witze mit Hühnern, Hasen und dem Häschen sind bei Kindern beliebt. Ein Beispiel: Kommen zwei Hasen nach China. Sagt der eine zum andern: «Wir hätten Stäbchen mitnehmen sollen, hier fallen wir auf mit unseren Löffeln.»

XP: Dies ist die Abkürzung für Christus. Sie setzt sich zusammen aus dem griechischen X (Chi) und dem P (Rho). Er ist nach christlicher Lehre der von Gott zur Erlösung aller Menschen gesandte Messias und Sohn Gottes.

Der Hase heisst auf finnisch jänis.

Der Hase heisst auf finnisch jänis.

Bild: Susann Basler

yah toi: Wer mit Wissen über Ostern glänzen will, dem sei das Wort yah toi empfohlen. Es ist kantonesisch und heisst Wildhase. In Finnland heisst der Hase jänis, in Indonesien kelinci und in Tibet ree-pong.

Zutaten für einen Osterbrunch: Was am Ostersonntag auf den Brunchtisch kommt, entscheidet jeder aufgrund seiner Vorlieben. Gewiss werden es Eier sein, dazu ein Zopf oder Zopftierli in Hasenform, eine Taube aus süssem Hefeteig (die italienische Colomba), Konfis, Müesli und Früchte. Alles, was das Herz nach der Fastenzeit begehrt.

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Sabine Camedda