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Vom Stoff zum Wohnaccessoire: Alena Schütz tritt in seltenem Beruf an den Swiss Skills an

Die 18-jährige Wohntextilgestalterin Alena Schütz nimmt kommende Woche an den Swiss Skills teil. Ihre Aufgabe: Ein Schlafzimmer im Stil der 50er-Jahre und trotzdem modern auszustatten.
Corinne Hanselmann
Alena Schütz aus Wildhaus ist Wohntextilgestalterin. (Bild: Corinne Hanselmann)

Alena Schütz aus Wildhaus ist Wohntextilgestalterin. (Bild: Corinne Hanselmann)

Sauber sortiert liegen Hunderte Stoffrollen im Lager der Furrer Vorhänge AG in Rüthi. Alena Schütz nimmt eine Rolle aus dem deckenhohen Regal. Auf einem Tisch schneidet sie den Stoff für einen Vorhang zu. Die 18-Jährige hat im vergangenen Sommer die dreijährige Lehre zur Wohntextilgestalterin bei Furrer Vorhänge AG in Rüthi abgeschlossen. In ihrem Jahrgang war sie die einzige Lernende dieses seltenen Berufs im ganzen Kanton St. Gallen. Die Berufsschule besuchte sie deshalb blockweise in Solothurn.

Handarbeit war das Lieblingsfach

Die junge Frau wohnt in Wildhaus und pendelt täglich nach Rüthi. «Jetzt mit dem Auto ist das etwas einfacher», sagt sie und lacht. «Während der Lehre war ich mit Postauto und Zug unterwegs. Das dauerte rund eine Stunde pro Weg. Aber wenn einem die Arbeit Spass macht und wenn es wirklich das ist, was man will, dann nimmt man den längeren Weg gerne in Kauf.»

Die Arbeit mit Stoffen und das Nähen ist das, was Alena Schütz an ihrem Beruf so gut gefällt. «Ich ging in der Schule immer gerne in die Handarbeit und wollte deshalb beruflich etwas mit Stoff machen», erinnert sie sich. Nach Schnupperlehren im Verkauf und in einer Kita schaute sie deshalb auch noch in die Näherei der Furrer Vorhänge AG rein. «Es hat mir auf Anhieb super gefallen, auch wegen des guten Teams.» Sie bewarb sich und erhielt die Lehrstelle als Wohntextilgestalterin. Mittlerweile hat sie die Ausbildung abgeschlossen.

Wohntextilgestalterinnen fertigen aus Stoff individuelle Wohnaccessoires an.
Die Arbeit mit Stoffen gefällt Alena Schütz. (Bilder: Corinne Hanselmann)
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Vom Stoff zum Wohnaccessoire

«Ich freue mich auf die Herausforderung»

Vor einiger Zeit fragte der Berufsverband Interieursuisse Alena Schütz an, ob sie an den diesjährigen Swiss Skills – den Schweizer Berufsmeisterschaften in Bern – teilnehmen möchte. Sie stimmte zu und bereitete sich intensiv auf dieses Abenteuer vor, denn schon am kommenden Dienstag reist sie nach Bern. «Meine Ausbildnerin Marina Willi hat selber schon einmal teilgenommen und mir von der tollen Stimmung erzählt», sagt Schütz.

«Ich finde es eine coole Herausforderung und freue mich zu sehen, wo ich im Vergleich mit anderen stehe.»

Marina Willi aus Oberriet nimmt ebenfalls an den Swiss Skills teil, jedoch in einem anderen Beruf, denn sie hat mittlerweile noch den Abschluss als Innendekorateurin gemacht.

Die Teilnehmer bringen eigene Ideen ein

Im Raum nebenan rattern mehrere Nähmaschinen. «Hier werden zum Beispiel Kissen, Polster, Bettläufer und Vorhänge genäht. Eigentlich machen wir so ziemlich alles, was in eine Stube oder ein Schlafzimmer gehört», erklärt Alena Schütz und setzt sich mit ihrem Vorhangstoff an die Industrienähmaschine. «Die kann zwar nur mit normalem Stich geradeaus nähen, ist aber sehr stark und schnell.»

Ihre Wettbewerbsaufgabe kennt Alena Schütz schon ziemlich genau. Sie muss in den Berner Expo-Hallen, wo der Wettkampf stattfindet, ein improvisiertes Schlafzimmer ausstatten. Das Thema: 50er-Jahre, aber trotzdem modern. «Die Stoffe und welche Gegenstände hergestellt werden müssen, ist vorgeschrieben. Aber beim Dekorationsmaterial können wir eigene Ideen einbringen und ein paar Dinge können wir auch selber designen», so die Toggenburgerin. «Da das Thema schon bekannt ist, konnte ich mich schon etwas vorbereiten und gewisse Dinge noch einmal üben, damit es beim Wettkampf auf Anhieb klappt.»

Die Experten, welche die Arbeiten der vier Wohntextilgestalterinnen in Bern beurteilen, schauen beispielsweise, ob Vorhänge auf den Millimeter exakt die vorgeschriebene Länge haben. Oder ob eine Naht gerade und schön genäht ist.

«Sie achten auch auf Dinge, die man nicht auf den ersten Blick sieht.»

Sorgfältiges Arbeiten ist deshalb entscheidend. Ihre Konkurrentinnen kennt Alena Schütz nicht. Sie hat sie jedoch an einem vorgängigen Informationstag für die Swiss Skills kurz getroffen.

Das Ziel ist klar: Alena Schütz will gewinnen

Heute Abend werden die Swiss Skills mit dem Kick-off eröffnet. Morgen Mittwoch um 9 Uhr ist dann der Startschuss für den Wettkampf, der bis Samstagmittag dauert. Am Samstagnachmittag finden dann die Siegerehrungen statt, bevor die Leistungen am Abend gefeiert werden. An allen Wettkampftagen wie auch beim Besuch-Sonntag sind Zuschauer in Bern willkommen. Auch Alena Schütz’ Familie wird sie besuchen und ihr über die Schulter schauen.

«Ich freue mich sehr auf dieses Erlebnis.»

Bis es soweit ist, bereitet sie sich nebst der täglichen Arbeit auf den speziellen Anlass vor und packt ihre Sachen. Mitnehmen muss sie persönliches Material wie Nadeln und Scheren. Stoffe, Fäden und Nähmaschine werden den Teilnehmerinnen zur Verfügung gestellt. Alena Schütz’ Ziel ist klar: «Zu gewinnen wäre schon schön. Aber man weiss ja nie, wie es dann läuft.»

Berufsleute kämpfen um Meistertitel

Zum zweiten Mal nach 2014 finden zwischen dem 12. und 16. September in Bern zentrale Schweizer Berufsmeisterschaften, die Swiss Skills, statt. Das Spezielle an diesem Grossevent: Meisterschaften der verschiedensten Schweizer Lehrberufe finden zentral zur gleichen Zeit am gleichen Ort statt. Zuschauern bietet sich die einzigartige Möglichkeit, den besten jungen Berufsleuten in 135 Gewerben bei der Arbeit über die Schulter zu blicken. In 75 Berufen finden Wettkämpfe statt.
Nebst der Wildhauserin Alena Schütz als Wohntextilgestalterin nehmen aus der W&O-Region auch Adrian Eggenberger aus Grabs (Maurer), Ronny Gabathuler aus Fontnas (Landmaschinenmechaniker), Nicola Huser aus Werdenberg (Polymechaniker CNC Fräsen), Sacha Rothenberger aus Buchs (Polymechaniker CNC Drehen), Christoph Senn aus Buchs (Strassentransportfachmann), Joel Vetsch vom Grabserberg (Dachdecker) und Peter Zogg aus Oberschan (Gebäudetechnikplaner Heizung) an den Swiss Skills teil. (ch)

Alles, was in Stube und Schlafzimmer gehört

Wohntextilgestalterinnen und -gestalter beraten die Kundschaft in Fragen der Inneneinrichtung. Sie verarbeiten vom Stoffzuschnitt bis zum fertigen Produkt Textilien zu Vorhängen, Polster- und Kissenbezügen, Bettwaren und anderen Wohnaccessoires. Kunden sind Privatpersonen, aber auch Architekten oder Hotelbetriebe, die statt Massenware etwas Individuelles möchten. (pd/ch)

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