Vom Neckertal bis nach Bern: Die Strassenplanrevision des 190 Kilometer langen Strassen -und Wegnetzes der Gemeinde Neckertal steht kurz vor dem Abschluss

Die Gemeinde Neckertal schickt nach langwieriger Arbeit den revidierten Strassenplan in die Vernehmlassung.

Urs M. Hemm
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Nach jahrelanger Arbeit kann der Neckertaler Ratsschreiber Andreas Lusti den revidierten Strassenplan der Gemeinde präsentieren.

Nach jahrelanger Arbeit kann der Neckertaler Ratsschreiber Andreas Lusti den revidierten Strassenplan der Gemeinde präsentieren.

Bild: Urs M. Hemm

Rund 190 Kilometer – das entspricht in etwa der Strecke vom Toggenburg bis nach Bern – misst das Strassen- und Wegnetz der Gemeinde Neckertal. «Im Vergleich zu anderen Talschaften ist das Neckertal verhältnismässig flach, so dass viele einzelne Weiler und Höfe durch Verkehrswege untereinander verbunden sind. So durchziehen Strassen und Wege das Tal wie ein Spinnennetz», sagt Andreas Lusti.

Er ist Ratsschreiber der Gemeinde Neckertal und verantwortlich für die Revision des Strassenplans der Gemeinde, in welchem alle Gemeindestrassen, Fuss-, Wander- und Radwege erfasst sind. Nachdem im Jahr 2018 bereits schon einmal eine Version der Bevölkerung präsentiert wurde, liegt nun der überarbeitete Plan noch bis zum 31. Mai im Gemeindehaus zur Vernehmlassung auf.

Harmonisierung von bestehenden Plänen

Ausgangspunkt für diese Gesamtrevision des Strassenplans war die Fusion der drei Gemeinden St.Peterzell, Mogelsberg und Brunnadern vor zehn Jahren. «Diese Gemeinden hatten alle leicht unterschiedliche Einteilungskriterien, was dazu führte, dass eine Strasse, die in Mogelsberg als Gemeindestrasse 2. Klasse in Brunnadern als Gemeindestrasse 3. Klasse geführt wurde, obwohl eigentlich die gleichen Bedingungen erfüllt waren», erläutert Andreas Lusti.

Zu solchen Kriterien zählen unter anderem die Anzahl ständig bewohnter Wohnhäuser, die durch eine Strasse erschlossen sind oder die Grösse des erschlossenen Aussengebiets. Bei dieser Revision seien hinsichtlich der möglichen Fusion mit Hemberg und Oberhelfenschwil Strassen im Grenzgebiet mit den Gemeinden überprüft und die Klassierung allenfalls angepasst worden.

Neues Kataster für mehr Transparenz

Neu sei zudem im Zusammenhang mit der Raumplanungsrevision das Kataster der öffentlich-rechtlichen Eigentumsbeschränkungen (Öreb-Kataster) hinzugekommen, welches vermutlich im Jahr 2021 im ganzen Kanton aktiviert werden wird.

Während im Grundbuch alle privatrechtlichen Belastungen, wie beispielsweise Durchleitungs- oder Eigentumsrechte verzeichnet sind, beschreibt das Öreb-Kataster alle öffentlich-rechtlichen Belastungen eines Grundstücks, wie Abstände zu Gewässern, die einzuhalten sind, oder die Unterhaltspflicht von Strassen, die über das Grundstück führen.

«Gerade in diesem Punkt ist die Klassierung der Strasse entscheidend», sagt Andreas Lusti. Denn diese definiert, ob und in welcher Höhe sich ein Anwohner einer Strasse etwa an Unterhaltsarbeiten oder an den Kosten für die Schneeräumung zu beteiligen hat, abhängig jeweils vom öffentlichen Interesse der Strasse. Andreas Lusti sagt:

«Durch das Öreb und den Grundbucheintrag kann sich jeder potenzielle Käufer eines Grundstücks online genau über die auf seinem Grundstück lastenden Beschränkungen orientieren.»

Damit bei einem derartig weitläufigen Strassennetz die Kosten für den Unterhalt für die Gemeinde und die Anwohner nicht aus dem Ruder laufen, wird die Gemeinde durch den Kanton mit dem Sonderlastenausgleich Weite entschädigt.

Rechtssicherheit für Bürger und Gemeinde

Mit dem Strassenplan wurde auch der Fuss-, Wander- und Radwegplan aktualisiert. So entsprechen die eingetragenen Wanderwege der kantonalen Wanderkarte und die Radwege den kantonal anerkannten Mountainbike- und Bikerouten.

Der Vernehmlassung sieht Andreas Lusti mit Freude entgegen. «Wir hatten bereits im Jahr 2018 zahlreiche Hinweise erhalten, die wir in dieser Version berücksichtigt haben. Wir sind aber für jeden weiteren Input dankbar», sagt er. Ohnehin werde ein Strassenplan laufend durch Teilstrassenpläne angepasst und aktualisiert. «Denn, ein möglichst aktueller Strassenplan bringt für die Gemeinde, aber auch für die Bürgerinnen und Bürger Rechtssicherheit.»