Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Familiengeschichten: Vom Milchgschäftli zum Familienbetrieb

Seit eh und je ist die Familie Güntensperger im Toggenburg für ihren Käse bekannt. Doch die Familie, die vom «Güntisberg» im Zürcher Oberland stammt, besteht nicht nur aus Milchtechnologen.
Emilie Jörgensen
Die Familie Güntensperger-Küttel: Mutter Paulina und Vater Vinzenz zusammen mit ihren sieben Kindern. August Güntensperger steht als dritter von rechts neben seinem Bruder. (Bild: PD)

Die Familie Güntensperger-Küttel: Mutter Paulina und Vater Vinzenz zusammen mit ihren sieben Kindern. August Güntensperger steht als dritter von rechts neben seinem Bruder. (Bild: PD)

Ihren Namen haben sie, wie man sich in der Familie erzählt, aus dem Zürcher Oberland, noch genauer vom «Güntisberg» bekommen. Damals, zur Zeit des Religionskrieges, flohen die Katholiken vom «Güntisberg» nach Eschenbach, als dieses Gebiet sich dazu entschied, reformiert zu werden. So waren sie also «die Menschen vom Güntisberg». Nach dem S folgt ein starkes P und nicht ein schwaches B. Deswegen heissen «die Menschen vom Güntisberg» auch Güntensperger, und nicht Güntensberger.

Erste Schritte in Richtung Familienbetrieb

«Tüchtig, hart und kalt». So seien die Güntenspergers anscheinend seit eh und je bekannt. Ihre Geschichte als Käser beginnt eigentlich schon beim Käsermeister August Güntensperger, der am 14. Juli 1912 in St.Gallenkappel geboren wurde.

Sein Vater, Vinzenz Güntensperger (*1872), war Bauer. August Güntensperger wuchs zusammen mit seinem Bruder und seinen fünf Schwestern auf dem Bauernhof auf. Sein Bruder übernahm den Bauernhof, August Güntensperger jedoch lernte Käser (heute Milchtechnologe). Seine Lehre machte er in verschiedenen Käsereien in der Ostschweiz. 1940 übernahm er ein «Milchgschäftli» in Niederurdorf im Kanton Aargau, wo er Käse herstellte. Seine Frau, Claire Güntensperger-Zuber (*1921), verkaufte im Laden den Käse.

Von links (oben): Heinz, die Zwillinge Paul und Peter sowie Markus. Von links (unten): Mutter Claire, Zita, Stefan und Vater August. (Bild: PD)

Von links (oben): Heinz, die Zwillinge Paul und Peter sowie Markus. Von links (unten): Mutter Claire, Zita, Stefan und Vater August. (Bild: PD)

Rund 20 Jahre später, am 12. September 1960, kaufte er zusätzlich die Käserei Mettlen in Müselbach. Hier fing für ihn das Käsen erst richtig an. Das Ehepaar Güntensperger–Zuber hatte zusammen sechs Kinder. Markus (*1949), Heinz (*1950), die Zwillinge Peter und Paul (*1952), Zita (*1955) und Stefan (*1960). Der älteste Sohn von Klara und August Güntensperger, Markus Güntensperger–Meile, und seine Frau Verena, führten erfolgreich seit 1979 das Restaurant Hirschen in Bütschwil, welches Ende Juni seine Türen schloss. Davor führte er ab 1971 den Konstanzerhof in Wil und später ab 1976 das «Isebähnli», ebenfalls in Wil.

Selbstständigkeit führte zum ständig wachsenden Betrieb

Noch heute arbeitet Heinz Güntensperger fleissig im Betrieb mit. (Bild: Emilie Jörgensen)

Noch heute arbeitet Heinz Güntensperger fleissig im Betrieb mit. (Bild: Emilie Jörgensen)

Der zweitälteste Sohn von August Güntensperger, Heinz, war der erste, der von den Güntensperger-Zuber-Geschwistern ebenfalls Käser lernte. Er besuchte die Molkereischule und war danach als fertig ausgebildeter Milchtechnologe ein halbes Jahr lang selbstständig in der Käserei Bodmen, die er am 1. Mai 1975 übernahm.

Danach stellte er einen Lehrling ein, der ihm im Betrieb half. Nachträglich bildeten sich seine jüngeren Brüder Peter und Stefan ebenfalls zu Käsern aus.

Reto Güntensperger übernahm im Januar 2012 die Geschäftsleitung. (Bild: Emilie Jörgensen)

Reto Güntensperger übernahm im Januar 2012 die Geschäftsleitung. (Bild: Emilie Jörgensen)

Vater August Güntensperger übergab 1979 die Käserei Mettlen an seinen Sohn Peter, die noch heute von ihm geführt wird. Neben seinem Beruf als Käser war Heinz Güntensperger auch politisch engagiert. 1996 kam er in den Kantonsrat und war hier rund 18 Jahre mit dabei. Davor wurde er 1994 als Kassier in den Vorstand der «Ostschweizer Käser» gewählt, aus dem er 2015 zurücktrat. 1982 heiratete Heinz Güntensperger seine rund elf Jahre jüngere Frau Bea Güntensperger–Bernet (*1961). Das Ehepaar hat zusammen vier Kinder. Nadja (*1983), Reto (*1984), Martina (*1987) und Marcel (*1988).

Roman Egli, Cousin von Reto und Marcel, leitet den Verkauf. (Bild: Emilie Jörgensen)

Roman Egli, Cousin von Reto und Marcel, leitet den Verkauf. (Bild: Emilie Jörgensen)

Schon von klein auf meinte Reto Güntensperger, dass auch er gerne Käser werden wollte. Dafür war jedoch die Käserei in Bodmen zu klein. Deswegen übernahm Heinz Güntensperger am 1. Mai 1999 die Käserei Bütschwil an der Hofstrasse, weil er wusste, dass er einen Nachfolger haben wird. Dazu gehörten ebenfalls die Milchmengen der Ibach-Käserei-Genossenschaft und die Milchmengen der Necker-Käserei-Genossenschaft.

Junior tritt in die Fussstapfen des Seniors

Ab diesem Zeitpunkt war die Käserei ein ständig wachsender Betrieb. Im Dezember 2002 übernahm der Betrieb zusätzlich die Milch- und Produktionsrechte der Käserei Bütschwil an der Wilerstrasse und am 1. März 2012 dieselben Rechte der Junker AG in Oberhelfenschwil. 2017 expandierte der Betrieb und gründete die Bütschwil Käse AG in Konstanz.

Marcel Güntensperger, Sohn von Heinz, ist seit November 2017 dabei. (Bild: Emilie Jörgensen)

Marcel Güntensperger, Sohn von Heinz, ist seit November 2017 dabei. (Bild: Emilie Jörgensen)

Für diese Schritte ist Reto Güntensperger, der seit Januar 2012 die Gesamtverantwortung der Bütschwil Käse AG übernahm, verantwortlich. Seitdem wird er von seinem Cousin Roman Egli, der den gesamten Verkauf leitet, unterstützt. Maschinentechniker Marcel Güntensperger, der Bruder von Reto, ist seit November im Familienbetrieb mit dabei. Er ist für das Käselager und die Technik verantwortlich, damit auch in Zukunft guter Käse produziert wird.

Familiengeschichten

Alle kennen ihre Namen. Zumindest im Heimatdorf, meist im ganzen Toggenburg. Doch was verbirgt sich dahinter? Das «Toggenburger Tagblatt» erkundet diesen Sommer Familiengeschichten und stellt sie vor.

Lesen Sie alle Teile der Sommerserie

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.