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Vom Kuhstall zum Pfadiheim

  Die Wattwiler Pfadi Yberg renoviert ihr Pfadiheim. Mit vergleichsweise bescheidenem Budget bekommt die in die Jahre gekommene Hütte eine neue Küche, wird isoliert, verschönert und das Mauerwerk wird saniert.
Hansruedi Kugler
Die Pfadileiter Roman Vonwiller, Camilo Scherrer und Corinne Bischof beim Neustreichen des Aufenthaltsraums der Pfadihütte Yberg. (Bild: Hansruedi Kugler)

Die Pfadileiter Roman Vonwiller, Camilo Scherrer und Corinne Bischof beim Neustreichen des Aufenthaltsraums der Pfadihütte Yberg. (Bild: Hansruedi Kugler)

«Alle beneiden uns wegen unseren Farben», sagt Pfadileiter Roman Vonwiller. Gelb und violett, die schönste Pfadikrawatte weit und breit, meint er und lacht. Sein Pfadiname ist Sponty. Auch an diesem Frühlingssonntag trägt er das Markenzeichen der Wattwiler Pfadi – über dem Pfadipullover. Gelb und violett sind denn auch die Farben in den grossen Eimern, die im Aufenthaltsraum stehen – im Heim der Pfadi Yberg auf einer Anhöhe im Wald oberhalb der BP-Tankstelle an der Ebnaterstrasse. Zusammen mit den zwei Pfadileitern Corinne Bischof (Fly) und Camilo Scherrer (Fags) ist Vonwiller mit der Verschönerung der in die Jahre gekommenen Hütte beschäftigt.

Der Farbanstrich ist jedoch nur eine Zwischenetappe auf dem Weg der Gesamtsanierung der Hütte. Eine solche ist nötig geworden: «Saukalt sei der Aufenthaltsraum im Winter gewesen», sagt Romans Mutter Marlis Vonwiller vom Heimverein. Als trockener Rückzugsort der wöchentlichen Aktivitäten der Pfadis und Wölflis sei die Hütte nur sehr eingeschränkt tauglich. Vor einem Jahr beschloss der Heimverein deshalb eine Gesamtsanierung. Denn auch die 40-jährige Küche und die Schränke und Kästchen haben über die intensive Benutzung ihr Lebensende erreicht, das Mauerwerk im Kellergeschoss muss saniert werden und das Massenlager im Obergeschoss bräuchte ebenfalls eine Auffrischung.

Pfadi Wattwil ist vergleichsweise bescheiden

Vielerorts werden derzeit Pfadihütten renoviert und für die eigene Benutzung, aber auch für Lager anderer Jugendorganisationen und für die Vermietung zurechtgemacht. Da wird schnell mal über eine halbe Million Franken ausgegeben. In Wil ist der Um- und Neubau der Pfadihütte (30 Betten) mit 980000 Franken budgetiert. Davon sind aktuell 702546 Franken zugesichert, die Stadt Wil hat 269000 Franken zugesagt. In Wittenbach wurde Anfang Juni der 1,18 Millionen teure Neubau der Pfadihütte (30 Betten) gefeiert. Die Vermietung an andere Vereine und Gruppen gehört dort zum Konzept.

Dagegen ist das Renovationsvorhaben der Wattwiler Pfadis geradezu bescheiden. Nicht zuletzt, weil sich die hiesige Pfadihütte auf die Bedürfnisse der Pfaderinnen und Pfader konzentriert. Mit einem Spendenaufruf und Anfragen bei Gemeinde und diversen Stiftungen ist ein Betrag von 110000 Franken zusammengekommen. «Das reiche dank sehr viel Eigenarbeit für die vorgesehene Renovation», sagt Marlis Vonwiller. Von der Gemeinde Wattwil erhält der Heimverein 20000 Franken, die Heberlein Stiftung und Otto und Veronika Kägi Stiftung haben je 30000 Franken gesprochen. Mit Eigenmitteln der Pfadi Yberg, Beiträgen des Heimvereins und der Schweizerischen Pfadistiftung sowie diversen Spenden kamen nochmals rund 30000 Franken zusammen.

Zweite Renovationsetappe startet im Sommer

Die erste Etappe der Renovation ist nun diesen Frühling abgeschlossen: Seitenwände und Decke des Aufenthaltsraums sind mit Isofloc isoliert, ein automatischer Pelletofen mit Fernsteuerung und neue Schränke sind eingebaut, die Beleuchtung ist komplett neu und eine neue Küche steht in jenem Raum, wo bis 1950 ein Kuhstall war. Denn das Pfadiheim war zuvor eine Scheune gewesen, im Besitz der Heberlein AG. Für einen symbolischen Franken hätten die Pfader der Yberg die Scheune kaufen können, heisst es in der Chronik. Mit einem Anbau ist die Hütte 1980 zum jetzigen Pfadiheim geworden. Es steht nun wie eine Insel auf dem Land von Emil Looser, der das ganze Waldstück von Heberlein gekauft hatte. Das Baurecht gilt vorerst bis 2036.

Die zweite Etappe der Renovation wird diesen Sommer in Angriff genommen. Das Mauerwerk des Untergeschosses muss entfeuchtet und saniert werden. Eine Sickerleitung wird um das Gebäude gelegt und die Duschen werden erneuert. Ist das gemacht, wird das Obergeschoss mit den Schlafräumen und dem Leiterzimmer isoliert und erneuert. Dann wird das Pfadiheim in Wattwil zur gemütlichen Wochenendhütte. Von der eigenen Pfadi wird die Hütte bereits jetzt rege genutzt, und sie wird nach der Renovation auch für andere Pfadis attraktiv werden. Denn unter anderem davon lebt die Pfadibewegung: Dass man andere Regionen dank günstigen Pfadihütten kennenlernen kann. Die jungen Pfadileiter jedenfalls sind zuversichtlich: Ihre zahlreichen Sonntagseinsätze haben ihr Pfadiheim schon deutlich verschönert.

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