Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Vom heiligen Otmar bis zum Lichtensteiger Städtliwy

Eine gut gelaunte Truppe begab sich in Lichtensteig auf die Spuren von Wein, Reben und vollen Fässern.
Adi Lippuner
Zuhörer und der Städtliführer Roland Walther auf dem «weinseligen Rundgang» vor der «Spanischen Weinhalle». (Bild: Adi Lippuner)

Zuhörer und der Städtliführer Roland Walther auf dem «weinseligen Rundgang» vor der «Spanischen Weinhalle». (Bild: Adi Lippuner)

Das Erlebnis wurde als «weinseliger Rundgang» angekündigt, dank Städtliführer Roland Walther, genannt Waldi, war es ein unvergesslicher Anlass, allerdings nur mit gedanklicher Weinseligkeit.

Die Gruppe begab sich am späteren Samstagnachmittag auf die Spuren der Geschichte und erfuhr, dass der erste Bezug zwischen Wein und Lichtensteig in der Dreifaltigkeitskapelle im «Höfli» zu finden ist.

Ein Fass, das niemals leer wurde

Dabei geht es um die Freske, welche den heiligen Otmar mit seinem Weinfässchen darstellt. Der Sage nach sollen die Mönche, welche seinen Leichnam von der Insel Werd bei Stein am Rhein nach St.Gallen zurück holten, ein Weinfässchen dabei gehabt haben, welches trotz regen Trinkens niemals leer wurde.

Das Haus zur Weinburg, es stammt aus dem 16. Jahrhundert, ist das Geburtshaus des ehemaligen Generalstabschefs Hans Ulrich Scherrer und befindet sich auch heute noch im Besitz dieser Familie. Im Keller wurde Wein aus dem Veltlin gelagert und eine Fürstäbtische Verordnung aus dem Jahre 1652 besagt, dass Bewohnern des Städtchens dieser Wein nicht ausgeschenkt werden durfte. «Vielleicht machten sie es damals so wie heute die Jugendlichen, sie schickten einfach jemanden zum Kauf, der berechtigt war,» so die Bemerkung von Roland Walther.

Neuer, kleiner und alter Rebberg

Am Fusse des Städtchens befinden sich drei Rebberge, wobei der kleine Rebberg, bepflanzt 2015 mit Reben der Sorte Müller-Thurgau, im Besitz der Gemeinde ist. Der Wein aus diesem Bereich wird unter dem Namen «Jost-Bürgi-Wein» ausgeschenkt. Der verantwortliche Winzer, Hans Brunner, Ennetbühl, rechnet, wie Roland Walther betonte, pro Jahr mit 150 bis 200 Flaschen Wein, die aus den Trauben des kleinen Rebberges gekeltert werden können.

Der neue Rebberg, bepflanzt 2016 oberhalb der Floozwiese durch die neu gegründete Weinbaugenossenschaft, brachte letztes Jahr erstmals einen nennenswerten Ertrag. Die verschiedenen Piwi-Sorten (Pilzwiderstandsfähig) gedeihen ohne Chemie und Kupfer. Der alte Rebberg, ebenfalls seit 2007 von Hans Brunner betreut, wurde 1977 bepflanzt. Sein Mikroklima, die steile Lage, der Weiher am Fusse der Reben und die warme Abluft aus dem Wasserfluhtunnel sorgen dafür, dass der «Städtliwy», gekeltert aus der Sorte Müller-Thurgau, von bester Qualität ist.

Während der Hochblüte gab es 50 Gasthäuser

Lichtensteig als Marktort, Umschlagplatz und ab 1830 mit einer blühenden Textilindustrie, wurde schon früh mit der Eisenbahn erschlossen. Gebaut wurden die Gleisanlagen durch spanische Staatsbürger, im Unterschied zum Rickentunnel, bei dem Italiener im Einsatz waren. Roland Walther erzählte vor dem Gasthaus Spanische Weinhalle, dass ein Miguel Comes für die Arbeiter aus Spanien ein Gasthaus eröffnete, dort Wein aus ihrer Heimat ausschenkte und ihnen so ein Stück Spanien nach Lichtensteig brachte.

Die älteste Lichtensteiger Taverne war der «Löwen» heute allerdings geschlossen, genau wie die Gasthäuser Traube und Falken und noch viele weitere. Roland Walther erkläre zum Abschluss, dass es während der Hochblüte in Lichtensteig 50 Gasthäuser gab, sich diese dann bis zum Wechsel von Vieh- und Kälbermarkt nach Wattwil auf 33 reduzierten und heute noch ein halbes Dutzend Betriebe offen sind. Und um der angekündigten «Weinseligkeit» dann doch noch gerecht zu werden, begab sich die Gruppe im Anschluss an den Rundgang in die Kalberhalle zum Weinfest, verbunden mit der Degustation von Weinen aus der Region Gardasee und der Provinz Verona.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.