Voltigieren
Ein Trainingsunfall und ein Pferd, das nicht rund läuft: Voltige Lütisburg verpasst die Weltmeisterschaften in Le Mans und Budapest – doch ein Hoffnungsträger bleibt

Beinahe wären die Weltmeisterschaften in Budapest ohne Lütsiburger Delegation über die Bühne gegangen. Einziger Vertreter ist nun Sven Ris, der erstmals bei den Senioren im Einzel startet. Der Hoffnungsträger hofft, dass sich die Geschichte von der letzten Junioren-WM nicht wiederholt.

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Sven Ris hofft an der Weltmeisterschaft in Budapest auf eine Top-Ten-Platzierung im Einzel.

Sven Ris hofft an der Weltmeisterschaft in Budapest auf eine Top-Ten-Platzierung im Einzel.

Bild: Lorena La Spada

(pd/rop) Die erste Voltige-Weltmeisterschaft seit 2019 findet ohne Teams von Voltige Lütsiburg statt. Die Junioren-WM im französischen Le Mans ist bereits vorbei. Sie ging vom 28. Juli bis zum 1. August über die Bühne. Die Elite-WM in der ungarischen Hauptstadt Budapest startet am Donnerstag und läuft bis Sonntag, 29. August.

Nadja Büttikers Unfall

Trotz guter Vorbereitung können die Junioren wie auch das Elite-Team nicht an den Wettkämpfen in Le Mans und Budapest starten. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. Weil ihr Pferd Baldus nicht rund lief, konnten die Junioren 1 von Lütisburg schon am Qualifikationsturnier nicht starten. Damit ging der EM-Startplatz an Tösstal.

Das Lütisburger Elite Team wurde durch den ausbildungsbedingten Abgang von Alina Hitz, die Verletzung von Stefanie Brändle und insbesondere den Trainingsunfall von Nadja Büttiker durchgeschüttelt. Letztere muss nun sechs Monate pausieren. So dreifach angeschlagen entschied das Team mit Trainerin Moni Winkler, auf die Teilnahme an der WM zu verzichten.

Ein Débutant als Hoffnungsträger

Ganz ohne Lütisburger Beteiligung bleibt der Wettkampf in der ungarischen Hauptstadt Budapest aber nicht. Nach dem Ausfall von Nadja Büttiker ruhen die Hoffnungen im Einzel auf Sven Ris. Der 20-jährige Gähwiler wird auf dem Pferd Acardi und mit Trainerin Moni Winkler erstmals als Senior an den Start gehen. Die Trainerin sagt:

«Wir sind bereit.»

Und: «Wir wollen unsere Leistungen abrufen und das im Training Erarbeitete umsetzen.» Es gehe aber auch darum, «eine gute Zeit zu haben». Winkler ist überzeugt, dass Sven Ris Chancen hat, sich unter den ersten Sieben zu platzieren.

Rätsel um die Konkurrenz

Weil seit Ende Juli 2019 keine internationalen Wettkämpfe mehr stattgefunden haben, sei es schwierig, die Konkurrenz einzuschätzen. «Es hat noch nicht mal Teilnehmerlisten gegeben», so die Trainerin. Von den Deutschen habe man zwischendurch vage Nominierungen vernommen. Wer effektiv in Budapest am Start sein wird, wisse man nicht, geschweige denn, wie die Konkurrenten in der Zwischenzeit gearbeitet haben. Nochmals Moni Winkler: «Wir wissen nichts über unsere Mitstreiter und ihre Pferde.» Über die Qualitäten ihres Athleten ist Winker aber überzeugt. Sie schwärmt: «Sven ist ein talentierter Stern am Voltigehimmel. Seine feine, leichte Art zu turnen, ist absolut zeitgemäss.»

Trainerin Moni Winkler ist begeistert von Sven Ris' Stil.

Trainerin Moni Winkler ist begeistert von Sven Ris' Stil.

Bild: Lorena La Spada

Ris stapelt tief

Sven Ris selbst gibt sich zurückhaltend: «Der Start in der Seniorenkategorie fordert mich sehr.» Der Unterschied zu den Junioren sei hinsichtlich der Anzahl und Qualität der Konkurrenten riesig. «Manche von ihnen voltigieren schon seit zwölf Jahren als Senioren.» Erwartungen an sich hat er trotzdem. Er wolle sich unter den besten Zehn klassieren. Zudem sagt Ris:

«Ich wäre frustriert, wenn ich in der Kür runterfallen würde.»

Das Tiefstapeln hat einen Hintergrund. 2019 platzte im holländischen Ermelo sein Traum vom Juniorenweltmeister, weil Acardi im Zirkel stehen blieb und Ris stürzte. Er erinnert sich: «Der WM-Titel war greifbar.» Daran, dass er bei den Senioren dereinst Weltmeister werden könnte, glaubt Ris nicht so recht. «Ich glaube, dass andere nachkommen, die stärker sind als ich», sagt er und meint damit insbesondere die starken Franzosen.

Hinweis: Am 11. und 12. September 2021 führt Voltige Lütisburg sein Turnier durch. Mit dabei sind 400 Athleten aus der ganzen Schweiz.

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