Volleyball
0:3-Niederlage – der Tabellenvierte Düdingen war in der Nationalliga A zwei Nummern zu gross für Raiffeisen Volley Toggenburg

Ein Punktgewinn von Raiffeisen Volley Toggenburg gegen das wiedererstarkte Düdingen wäre eine grosse Überraschung gewesen – die Hoffnungen hielten bei der deutlichen Niederlage aber nicht lange an.

Markus Imthurm
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Toggenburg konnte beim Spielaufbau und im Angriff (hier Diana Sacher) in den ersten beiden Sätzen gegen Düdingen nicht überzeugen.

Toggenburg konnte beim Spielaufbau und im Angriff (hier Diana Sacher) in den ersten beiden Sätzen gegen Düdingen nicht überzeugen.

Bild: Reinhard Kolb

Vor dem Saisonstart werden die «Power Cats» aus Düdingen immer wieder als Geheimtipp für den Meistertitel gehandelt. In dieser Spielzeit waren die Freiburgerinnen bis Ende November einmal mehr ausgezeichnet auf Kurs.

Doch mit dem Ausfall der dänischen Topscorerin Kjelstrup schien bei ihnen der Anfangsschwung abhandengekommen zu sein. Seit Dezember taten sich die «Power Cats» erstaunlich schwer und fielen in der Meisterschaft von Rang 2 auf Rang 4 zurück, ehe ihnen am letzten Freitag im Heimspiel gegen das starke Kanti Schaffhausen der langersehnte Befreiungsschlag glückte.

Ein Punktgewinn von Raiffeisen Volley Toggenburg gegen dieses wiedererstarkte Düdingen wäre daher eine grosse Überraschung gewesen.

Nervöser Start von Raiffeisen Volley Toggenburg

Die Wattwilerinnen zeigten sich gegenüber dem Schlüsselspiel vom vergangenen Mittwoch auf zwei Positionen verändert. Am Zuspiel zog Loredana Cantoni für Rudy Renko-Ilic die Fäden. Die kroatische Stammpasseuse laboriert schon seit einiger Zeit an einer hartnäckigen Entzündung im Schienbeinbereich und musste darum eine Pause einlegen.

Annouk Erni war gesundheitlich ebenfalls angeschlagen und konnte nur im Rückraum eingesetzt werden. Diese Veränderungen führten dazu, dass Toggenburg einen veritablen Fehlstart hinlegte. So lag man schnell mit 3:10 in Rückstand. Vor allem in der Annahme und im Angriff passte im ersten Satz fast nichts zusammen.

Anders sah das bei den «Power Cats» aus, die praktisch nach Belieben punkten konnten. Angeführt von der starken Passeuse Méline Pierret begeisterten die Freiburgerinnen sowohl in der Offensive als auch in der Defensive. Vor allem die 23-jährige Sarina Wieland zeigte ein unglaublich starkes Spiel. Die Wattwilerinnen waren in allen Belangen klar unterlegen und verloren den ersten Satz diskussionslos mit 12:25.

Ein schwacher zweiter Satz

Was dann im zweiten Satz folgte, war aus Sicht der Wattwilerinnen ein Desaster. Bereits früh gerieten die Spielerinnen von Volley Toggenburg immens unter Druck und kassierten unfassbare 13 Punkte in Folge.

Wer beim zweiten Time-out auf die Anzeigetafel schaute, konnte nicht glauben was da stand. 16:1 führten die «Power Cats» gegen ein hilflos wirkendes Wattwil. Weder technisch, noch spielerisch, noch mental konnten sich die St.Gallerinnen gegen das brutale 25:7 wehren.

Wie einseitig dieser Satz war, zeigt folgendes Beispiel. Der erste selbst erspielte Punkt der Wattwilerinnen war derjenige zum 18:2. Und was noch niederschmetternder war: Düdingen steuerte im zweiten Satz mit vier Eigenfehlern mehr Punkte bei als Volley Toggenburg.

Endlich ein Lebenszeichen

Zu Beginn des dritten Satzes ging dann endlich ein Ruck durch die Mannschaft. Mit einer schönen Aufschlagserie von Martina Koch zogen die Wattwilerinnen 4:0 davon. Allerdings nicht ohne den Vorsprung gleich wieder leichtfertig herzugeben.

Wenigstens entwickelten sich nun tatsächlich ein paar sehenswerte Spielzüge. Gabriela Maciagowski und Diana Sacher kamen zu starken Abschlüssen. Auch ein stärker werdender Block und eine gewohnt starke Libera (Romina Schnyder) führten zu einer 20:18-Führung.

Doch Volleyball findet auch im Kopf statt. Überrascht durch einen möglichen Satzgewinn, verfielen die Wattwilerinnen in alte Muster, kassierten sieben Punkte in Folge (davon vier Eigenfehler) und verloren den Satz 25:20 und somit das Spiel mit 0:3.

In allen Belangen unterlegen

Die Leistung von Raiffeisen Volley Toggenburg in Düdingen war während zweier Sätze erschreckend schwach. Im ersten Satz war die Annahme ungenügend und der Angriff mangelhaft. Auch die Eigenfehlerquote war viel zu hoch.

Alleine vier Netzberührungen notierten die Statistiker am Ende des ersten Satzes. Die Leistung im zweiten Satz war indiskutabel und entsprach nicht dem Niveau, welches dieses NLA-Team zu leisten im Stande ist.

Mut machte alleine der dritte Durchgang, in dem die Wattwilerinnen über weite Strecken mit den «Power Cats» mithalten konnten. Auf diesem Satz muss Raiffeisen Volley Toggenburg aufbauen, wenn es am kommenden Freitagabend gegen das starke Viteos NUC in der Rietsteinhalle bestehen will.

Matchtelegramm

Sätze: 25:12, 25:7, 25:20

Sporthalle Leimacker, Düdingen – keine Zuschauer – SR Jungen/Droguett.

Raiffeisen Volley Toggenburg: Loredana Cantoni, Diana Sacher, Gabriela Maciagowski, Laura Condotta, Jasmin Kuch, Martina Koch, Romina Schnyder/Annouk Erni, Joanna Mazzoleni (beide eingewechselt)/Jil Inauen, Rudy Renko-Ilic (nicht eingesetzt).

TS Volley Düdingen: Nicole Eiholzer, Méline Pierret, Samira Sulser, Sarina Wieland, Elena Steinemann, Samantha Cash, Flavia Knutti / Trine Noer Kjelstrup, Lea Zurlinden, Rachel Giustino, Anna Mebus (alle eingewechselt)/Thays Deprati (nicht eingesetzt)

Die Resultate und die Rangliste sind hier zu finden.