Volley Toggenburg ist im Derby gegen Kanti Schaffhausen chancenlos

Die Wattwiler Volleyballerinnen müssen sich gegen das Spitzenteam der Nationalliga A deutlich mit 0:3 geschlagen geben.

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Kelsie Payne, die Schaffhauser Topscorerin, setzt sich gegen den Toggenburger Block durch.

Kelsie Payne, die Schaffhauser Topscorerin, setzt sich gegen den Toggenburger Block durch.

Bild: Reinhard Kolb

(pd) Raiffeisen Volley Toggenburg musste den schwierigen Gang nach Schaffhausen antreten. Unter den über 300 Zuschauern sahen rund 30 Toggenburger Fans eine einseitige Partie.

Trainer setzt auf die Ausländerinnen

Das drittplatzierte Team gab sich keine Blösse und gewann diskussionslos mit 3:0. Überraschend dabei war, dass der Schaffhauser Trainer Nicki Neubauer während beinahe der ganzen Spieldauer das Ausländerkontingent voll ausnutzte und nur mit gerade zwei Schweizer Spielerinnen durchspielen liess.

Hatte Schaffhausen so viel Respekt? Oder ging es einfach darum, dem Underdog eine Lektion zu erteilen? Unbestritten ist, dass Schaffhausen in den letzten Jahren einen grossen Schritt Richtung Professionalisierung machte und so zu den Topteams der Schweiz zählt.

Schaffhausen begann mit Guyer und Suriano

Schaffhausen startete mit den beiden Schweizerinnen Guyer und Suriano. Gegen Toggenburg hätte Neubauer eigentlich die Chance gehabt, mehr Schweizer Spielerinnen einzusetzen. Immerhin standen vier starke Schweizerinnen mit zum Teil Nationalteamerfahrung draussen und mussten mitansehen, wie ihre ausländischen Kolleginnen vor allem im ersten und dritten Satz Toggenburg deutlich dominierten.

Die Gäste fanden gegen das kompakte Team keine Lösung. Bereits mit dem Service setzte Schaffhausen die Toggenburgerinnen unter Druck. Mit dem ungenügenden Aufbau konnte die Gegenseite keine Akzente setzen und spielte viel zu durchsichtig. So stellten die athletischen Schaffhauserinnen den Block optimal und kamen zu schnellen Punkten. Aus dem Kollektiv des Heimteams stach dabei vor allem die amerikanische Topscorerin Payne hervor.

Die 194 Zentimeter grosse Diagonalspielerin punktete mit ihrer unglaublichen Reichhöhe am Block wie auch am Angriff. Auch die tschechische Nationalspielerin Holaskova zeigte ihre Qualitäten. Obwohl Schaffhausen auch nach dem klaren Gewinn des Startsatzes keine Wechsel vornahm, stimmte bei Raiffeisen Volley Toggenburg im zweiten Durchgang viel zusammen.

Steigerung im zweiten Satz

Plötzlich kamen die Annahmen und die Wattwilerinnen zogen ein starkes Spiel mit druckvollen Services auf. Die Aussenseiterinnen konnten Punkt für Punkt verbuchen und brachten die Stars arg ins Schwitzen. Beim Stande von 13:14 für Toggenburg musste Trainer Neubauer gar ein Timeout nehmen. Die Wattwilerinnen gingen mit 15:16 ins zweite technische Timeout und konnten sich Hoffnungen auf einen Satzgewinn machen. Dann aber legte das Heimteam einen Gang zu und sicherte sich auch den zweiten Satz mit 25:21.

Im dritten Durchgang zeigte sich das grosse Problem von Toggenburg erneut. Einmal unter Druck, verfügt das junge Team nicht über eine Leaderfigur, die das Heft in die Hand nimmt und die Mannschaft wieder auf die Erfolgsspur führen kann. Entweder es läuft dem ganzen Team perfekt und dann passt alles zusammen, oder aber es stockt überall und den Spielerinnen gelingen kaum mehr Punkte oder schöne Aktionen. Diese Schwächephase nutzten die routinierten Ausländerinnen von Schaffhausen kaltblütig aus und dominierten das Spiel bis zum Schluss beinahe nach Belieben.

Im letzten Spiel der Qualifikation empfängt Volley Toggenburger am kommenden Samstag Düdingen.

Hier sind die Resultate und die Rangliste zu finden.