Volleyball

Volley Toggenburg gewinnt in Lugano einen Satz, muss bei der 1:3-Niederlage aber trotzdem als Verlierer vom Platz

Die Wattwiler Frauen zeigten im Tessin eine beherzte Leistung und konnten sogar den zweiten Satz für sich verbuchen – mit neun Ausländerinnen angetreten, behielt das Heimteam aber das bessere Ende in Händen.

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Der Block (Laura Condotta mit Nummer 10 und Jasmin Kuch mit Nummer 11) war ein starkes Element im Spiel von Raiffeisen Volley Toggenburg.

Der Block (Laura Condotta mit Nummer 10 und Jasmin Kuch mit Nummer 11) war ein starkes Element im Spiel von Raiffeisen Volley Toggenburg.

Bild: Reinhard Kolb

(pd) Nicht einmal 24 Stunden nach der klaren Niederlage gegen Sm’Aesch-Pfeffingen musste Raiffeisen Volley Toggenburg den schweren Gang ins Tessin nach Lugano antreten. Die Tessinerinnen lagen vor dem Spiel nur gerade drei Punkte vor den Wattwilerinnen.

Das Spiel der Vorrunde ging im Oktober aber sehr klar an die Luganesi, die in dieser Saison mit neun (!) Ausländerinnen eigentlich viel weiter vorne in der Tabelle mitspielen wollten.

Alles andere als ein klarer Drei-Punkte-Sieg der Tessinerinnen wäre darum am Sonntag eine grosse Überraschung gewesen.

Toggenburg mit zu vielen Fehlern

Raiffeisen Volley Toggenburg wollte im Tessin die grossen Fortschritte während der Spielzeit zeigen und hatte sich auf diese Begegnung hin viel vorgenommen. Man wollte die internationale Multikulti-Truppe möglichst bedrängen und vielleicht eine mögliche Überraschung realisieren.

Das klappte aber zu Beginn der Partie überhaupt nicht. Die Gäste aus der Ostschweiz spielten viel zu fehlerhaft und machten es dem Heimteam leicht, den Startsatz mit 25:13 für sich zu entscheiden. Dann wendete sich das Blatt aber plötzlich. Raiffeisen Volley Toggenburg kam immer besser ins Spiel und spielte überzeugend auf.

Plötzlich klappte das zuvor anfällige Aufbauspiel besser. Mit druckvollen Services konnten die Tessinerinnen zurückgebunden werden. Völlig überraschend setzten sich die Wattwilerinnen vom 10:14 zum 12:21 ab und legten so den wichtigen Grundstein für den Gewinn des zweiten Satzes.

Lugano durchwegs mit fünf Ausländerinnen

Nach dem klar verlorenen zweiten Durchgang sah sich der Coach von Lugano gezwungen, das bestmögliche Aufgebot auf das Feld zu stellen. Spielkapitän Mercedesz Kantor ersetzte die wenig überzeugende Mobiliar-Topscorerin Taylor Slover und neu kam auch die holländische Zuspielerin Lotte Groninger, die eben erst vom Ligakonkurrenten Valtra transferiert wurde, ins Spiel.

Es entwickelte sich in der Folge ein abwechslungsreiches Spiel, in dem der Ausgang jederzeit offen war. Toggenburg, das klar jüngste NLA-Team, hielt überraschend gut mit und erspielte sich immer wieder gute Chancen. Im dritten Durchgang agierte Lugano aber etwas abgeklärter und konnte so mit 2:1 in Führung gehen.

Die Wattwilerinnen gaben sich aber nicht geschlagen und kämpften sich im vierten Satz wieder in das Spiel zurück. Lugano nahm beim Stande von 17:19 und 19:22 seine beiden Time-outs. Toggenburg war nahe daran, die grosse Überraschung und einen Punktgewinn zu realisieren.

Dann aber landete plötzlich ein Ball knapp im Aus und der nächste Punkt blieb am starken Block der Tessinerinnen hängen. So drehte das routiniertere Heimteam die Partie nach einem 21:23-Rückstand nochmals und kam so zu einem glücklichen 3:1-Sieg.

Weihnachtspause und grosse Ziele im neuen Jahr

Raiffeisen Volley Toggenburg kann mit dem bisherigen Verlauf der Saison sicher zufrieden sein. Niemand hätte damit gerechnet, dass die Wattwilerinnen nach zwölf Partien auf einem Playoff-Platz stehen würden. Die beiden wichtigen Siege gegen Genève Volley und der grosse Erfolg gegen Franches-Montagnes zeigen aber, dass die Mannschaft auf dem richtigen Weg ist.

Die jungen Spielerinnen machen enorme Fortschritte und halten auf dem höchsten Niveau der Schweiz immer besser mit. Noch stehen nach der Weihnachtspause zwei Spiele gegen das letztplatzierte Val-de-Travers auf dem Programm.

Wenn die Wattwilerinnen in diesen Partien nochmals ihr Potenzial abrufen können, so steht der Qualifikation für die Playoffs der besten acht Teams nichts mehr im Wege. Damit würde Raiffeisen Volley Toggenburg ein grosses Ausrufezeichen in der Volleyball-Landschaft der Schweiz setzen.

Matchtelegramm

Lugano Volley – Raiffeisen Volley Toggenburg 3:1

Sätze: 15:25, 11:25, 10:25.

Pallamondo, Cadempino– keine Zuschauer – SR Rüegg/Stalder

Raiffeisen Volley Toggenburg: Gabriala Maciagowski, Laura Condotta, Jasmin Kuch, Annouk Erni, Martina Koch, Rudy Renko-Illic, Romina Schnyder / Diana Sacher, Loredana Cantoni Joanna Mazzoleni, Jil Innauen / Tamara Riesen (verletzt).

Lugano Volley: Slover Taylor, Bissig Lisa, Panagiota Dioti, Ammirati Chiara, Ludovica Brandi, Nesimovic Nina, Bajde Anna-Maria, Mercedesz Kanto, Magnaghi Sofia, Groninger Lotte, Mortati Arianna, Terry Lauryn.