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Die höchste St. Gallerin kommt aus Lütisburg

Imelda Stadler betont, dass sie als Kantonsratspräsidentin den ganzen Kanton vertritt. Wo es möglich ist, will sie sich aber fürs Toggenburg einsetzen. Ihr Ziel ist es, professionelle Arbeit zu leisten.
Martin Knoepfel
Die alte Thurbrücke in Lütisburg ist einer der Lieblingsorte von Imelda Stadler. (Bild: Martin Knoepfel)

Die alte Thurbrücke in Lütisburg ist einer der Lieblingsorte von Imelda Stadler. (Bild: Martin Knoepfel)

Die Gemeindepräsidentin von Lütisburg, Imelda Stadler, dürfte die nächste Präsidentin des Kantonsrats werden. Das «Toggenburger Tagblatt» sprach mit ihr über ihre Ziele.

Imelda Stadler, haben Sie Ihrem Mann schon ein Zeitungsabonnement gekauft, damit er Sie im nächsten Jahr wenigstens auf Fotos sieht?

Wir sind beide stark engagiert und sehen einander selten. Das ist vielleicht der Grund, weshalb wir wenig streiten. Die Zeit als Präsidentin des Kantonsrats wird keine grosse Umstellung sein. Meine vier Enkelkinder werden stärker betroffen sein, aber das dauert ja nur ein Jahr.

Ist es für Sie etwas Besonderes, dass Sie auf einen Toggenburger folgen?

Für das Toggenburg ist es schön, nicht zuletzt, weil Ivan Louis aus dem Obertoggenburg stammt und ich aus dem unteren Teil des Tals. Lütisburg gehört zum Wahlkreis Toggenburg und zur Region Wil. Wen die Fraktion vorschlägt, kann man nur bedingt steuern.

Was können Sie als Präsidentin des Kantonsrats fürs Toggenburg erreichen?

Als Präsidentin des Kantonsrats vertrete ich den ganzen Kanton. Ich bin es von der Tätigkeit als Präsidentin der St. Galler Wanderwege und früher des St. Galler Turnverbandes gewohnt, die Perspektive des ganzen Kantons einzunehmen. Ich hatte schon im Sport viele Begegnungen mit Menschen aus den Nachbarkantonen und Nachbarländern. Wo es geht, werde ich mich fürs Toggenburg einsetzen.

Worauf werden Sie als Präsidentin des Kantonsrats besonderes Gewicht legen? Was werden Sie anders machen als ihr Vorgänger Ivan Louis?

Ich kann nicht sagen, ich mache dies oder das anders als er. Die Aufgaben des Präsidenten oder der Präsidentin des Kantonsrates sind klar. Ivan Louis ist ein anderer Typ als ich. Er ist mir in Bezug auf die IT voraus. Ich habe mehr Lebenserfahrung als er.

Was nehmen Sie aus dem Jahr als Vizepräsidentin mit? Sind Sie gut vorbereitet?

Ja, das Vorbereitungsjahr als Vizepräsidentin ist sehr gut. Es ist dennoch etwas ganz anderes, wenn man vorne sitzt und die ganze Verantwortung hat. Als Vizepräsident behandelt man alle Vorstösse. Mir kommt zu Gute, dass in «meinem» Jahr Vorstösse aller Kategorien in den Kantonsrat gekommen sind.

Glauben Sie, dass Sie ohne Fehler in der Ratsführung durchs Jahr kommen?

Alle Präsidenten haben Fehler gemacht. Bei einigen hat man es nicht bemerkt. Wir Parlamentarier sind Milizler. Mein Ziel ist es, dennoch professionelle Arbeit zu leisten. Für heikle juristische Fragen ist der Staatssekretär da.

Wie viele öffentliche Auftritte haben Sie schon in Ihrer Agenda fürs Präsidialjahr?

Das weiss ich nicht, aber ich habe einen Ordner mit allen Einladungen. Ich drucke die betreffende Einladung aus und nehme sie in der Handtasche mit. Das hat sich sehr bewährt. Ich muss auch nicht bei allen Apéros dabei sein.

Lütisburg ist bevölkerungsmässig eine der kleineren Gemeinden im Kanton. Wie können Sie dazu beitragen, die Bekanntheit von Lütisburg zu steigern?

Man kennt Lütisburg. Das zeigt die Bevölkerungszunahme der letzten Jahre. Man kennt auch die renovierte Burg. Ich glaube, dass mich viele vom Sport kennen und weil ich zwölf Jahre Kantonsrätin bin. Es gibt viele Lütisburger, die sich freuen, dass ich Präsidentin des Kantonsrats werden soll. Es ist ja auch das erste Mal, dass Lütisburg zu dieser Ehre kommt.

Nützte Ihnen bei der Nomination der Umstand, dass Sie eine Frau sind?

Ich habe mich fraktionsintern beworben, als die FDP an der Reihe war. Dass es wieder Zeit für eine Frau an der Spitze war, war ein Faktor, der mir sicher nützte. Die Fraktion hat mich einstimmig nominiert. Das hat mich sehr gefreut. Ich habe einiges für die FDP geleistet, habe aber nicht jahrelang aufs Präsidium hingearbeitet.

In Ihrem Präsidialjahr könnten das Klanghaus und der Campus Wattwil im Kantonsrat behandelt werden. Bedauern Sie, dass Sie dann nicht für diese beiden Vorlagen werden werben können?

Nein, als Präsidentin des Kantonsrats muss ich neutral sein, ausser beim Stichentscheid. Es ist aber kein Geheimnis, wo ich bei diesen Themen stehe. Ich habe mich fürs Klanghaus und für den Campus eingesetzt. Wenn das Klanghaus kommt, ist es gut fürs Obertoggenburg. Es wäre das Sahnehäubchen auf dem Klangweg. Wenn das Projekt nicht kommt, muss man das akzeptieren.

Werden Sie wie Ihr Vorgänger ebenfalls tageweise in anderen Berufen schnuppern?

Nein, das habe ich nicht vor. Ich habe auch kein Motto für das Präsidialjahr. Ich bin ausgelastet. Ich habe mehr Lebenserfahrung und schon an vielen Orten gearbeitet. Ivan Louis steht in einer anderen Phase des Lebens und kann noch viel ausprobieren.

Werden Sie in 2019 für den Nationalrat kandidieren, wenn die FDP Sie nominiert?

Das ist noch nicht entschieden. Ich will mich jetzt aufs Präsidium des Kantonsrats konzentrieren. Wichtig ist, dass ich zusammen mit den Kollegen im Kantonsrat gute Arbeit leiste.

Ist die Kandidatur bei den Umweltliberalen wieder eine Option? Sie waren ja 2007 auf dieser Liste angetreten.

Das kann ich jetzt nicht sagen. Ich will das Fuder nicht überladen.

Sie sind Präsidentin der St. Galler Wanderwege und der Stiftung Regionales Leistungszentrum Ostschweiz. Sind Wandern und Kunstturnen Ihre Hobbys?

Ja, wobei ich momentan aus Zeitmangel nicht zum Turnen komme. Die Stiftung ist Eigentümerin der Liegenschaft. Wandern ist ein guter Ersatz fürs Turnen und ist Volkssport Nummer Eins. Ich mache gerne Wanderungen mit meinen Enkeln. Nach dem Präsidialjahr werde ich wieder mehr Sport treiben. Das Turnen ist eine gute Art, Disziplin, Beherrschung des Körpers und mentale Stärke zu schulen. Davon bin ich überzeugt.

Verraten Sie uns Ihre Lieblingstour und einen Wander-Geheimtipp.

Wenn ich einen Geheimtipp verriete, wäre es kein Geheimtipp mehr. Wenn ich mit meinem Mann wandern gehe, muss das Ziel ein Restaurant sein. Mit den Enkelkindern mache ich eher kurze Wanderungen. Dafür picknicken wir in der freien Natur. Das tun sie gerne. Gerne verbinde ich eine Wanderung mit einem Besuch oder einer Besprechung.

Was trauen Sie den Schweizer Kunstturnerinnen und Kunstturnern an den Olympischen Sommerspielen 2020 in Tokyo zu?

Ich kenne Pablo Brägger und Giulia Steingruber sehr gut. Sie sind unter anderem während meiner Zeit als Präsidentin des St. Galler Turnverbandes sportlich gross geworden. Wenn sie gesund bleiben, traue ich ihnen Plätze in den vorderen Rängen zu. Ich fiebere auch immer noch mit, wenn Kunstturnen am Fernsehen gezeigt wird.

Hinweis

Am Dienstagnachmittag, 12. Juni, um 16 Uhr erfolgt der feierliche Empfang für Imelda Stadler auf dem Areal des Schulhauses Neudorf in Lütisburg.

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