Viel gute Laune in Jonschwil, aber nur wenige Schutzmasken zu sehen

Das Fest am Nationalfeiertag in Jonschwil-Schwarzenbach wurde nach dem «An-der-frischen-Luft-feiern»-Prinzip umgesetzt. Jeder Gast musste sich anmelden, registrieren und beim Verlassen des Anlasses auch wieder abmelden.

Christof Lampart
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Sicherheit geht vor: Die Teilnehmenden mussten sich eingangs registrieren lassen.

Sicherheit geht vor: Die Teilnehmenden mussten sich eingangs registrieren lassen.

Bild: Christof Lampart

Wie lässt sich ein beliebter Anlass durchführen, ohne von vornherein an den behördlichen Coronaregeln zu scheitern? Zum einen ist hilfreich, dass bei schöner Grosswetterlage das «An-der-frischen-Luft-feiern»-Prinzip im Hochsommer Hochkonjunktur hat und die Ansteckungsgefahr mit dem Coronavirus draussen deutlich geringer ist als in geschlossenen Räumen.

Doch darüber hinaus gilt es bei wieder täglich steigenden Infektionszahlen auch eine klare Linie in Sachen Besucherobergrenze.

Organisation für viele Gemeinden eine Knacknuss

Wenn ein öffentlicher Event stattfindet und der Veranstalter eine Distanz von 1,5 Metern zwischen den Personen nicht garantieren kann, ist die Anzahl der sich gleichzeitig auf dem Festareal aufhaltenden Personen auf maximal 300 Personen zu limitieren. Für viele Gemeinden war dies eine Knacknuss, die sie nicht zu knacken vermochten.

Die Jonschwiler wussten sich zu helfen, indem sie die Nationalfeier aufs Baustellenareal der Schule und darum herum verlegten. Wer kam, musste sich mit Namen, Adresse, Telefonnummer und Uhrzeit registrieren und bekam ein nummeriertes Bändchen ums Handgelenk drapiert. Und wer nach der Baustellenbesichtigung, einer Gratiswurst oder dem Beiwohnen des Platzkonzertes der Musikantengruppe Schwarzenbach-Jonschwil heimwärts strebte, musste zumindest die halbe Prozedur noch einmal durchgehen, indem er sich mit seiner Nummer und der Uhrzeit abmeldete.

«Das dient dazu, damit wir in einem Ansteckungsfall genau nachverfolgen können, wer wann wo war», sagt Gemeindeschreiber Pascal Knaus kurz vor Mittag. Zu einem Zeitpunkt, an dem das Areal schön gefüllt war, zu keiner Zeit jedoch überfüllt wirkte.

Die meisten Maskenträger waren im AHV-Alter

Dass die Baustellenbesichtigungen nicht exzessiv genutzt wurden, mochte damit zusammengehangen haben, dass eine strikte Maskenpflicht herrschte. Sieht man von der Bedienung am Getränkestand ab, waren aber die Personen mit Maske gefühlt an zwei Händen abzuzählen; die meisten Maskenträger waren im AHV-Alter. Oder anders gesagt: Während sich die Organisatoren alle Mühe gaben, ein Höchstmass an Sicherheit zu bieten, kümmerte sich ein Grossteil der sich in Feierlaune befindlichen Bevölkerung wenig darum – was einem zumindest zu denken gab, wenn man in diesen Tagen in Österreich erlebte, dass alle Menschen beim gemeinsamen Feiern auch draussen ganz selbstverständlich eine Maske tragen – ohne sich darüber aufzuregen.

Eine junge Dame fasste diese nonchalant gelebte Diskrepanz so zusammen: «Wir kennen uns ja praktisch alle und wissen, ob jemand kürzlich in einem Risikogebiet war oder nicht. Ausserdem sollte an der frischen Luft nicht viel passieren, wenn man sich nicht umarmt oder Küsschen gibt.»

Erlaubt ist, was durch Distanz Nähe schafft

Tatsächlich geben sich die Leute nirgends die Hand, sondern «ellböglen», wie dies in der «neuen Normalität» Usus geworden ist. Ein Herr verbeugt sich bei der Begrüssung vor einer Frau, die zurücklächelt. Erlaubt ist, was durch Distanz Nähe schafft. Auffallend ist die gute Laune. Und am Ende des Anlasses kann auch Pascal Knaus zufrieden Bilanz ziehen: «Wir durften 320 Frauen, Männer und Kinder bei uns begrüssen – womit wir zu keiner Zeit die 300-Personen-Grenze überschritten haben, und auch ansonsten gibt es keine unerfreulichen Zwischenfälle.»