Verschiedene Dienstleistungen unter einem Dach: Toggenburger Frauen weben ein Netzwerk, «wie es hier bis jetzt nicht bestand»

Wer macht im Toggenburg was im Gesundheitsbereich? Dieser Frage ging Barbara Egger seit März nach und bündelte die Ergebnisse. Am 15. Juni präsentieren über 30 Frauen aus dem Tal ihre Angebote in Nesslau.

Adi Lippuner
Drucken
Teilen
Wenn es um die Gesundheit des Menschen geht, sind die Angebote für die Klientel auch ausserhalb der Schulmedizin äusserst vielfältig. (Symbolbild: Urs Bucher)

Wenn es um die Gesundheit des Menschen geht, sind die Angebote für die Klientel auch ausserhalb der Schulmedizin äusserst vielfältig. (Symbolbild: Urs Bucher)

Zwischen Wildhaus und Wattwil bieten zahlreiche Frauen ihre Dienstleistungen im Bereich Gesundheit und Wohlbefinden an. Doch bisher kannten sich die meisten nicht und waren als Einzelkämpferinnen unterwegs. Dank der Initiative von Barbara Egger aus Nesslau, sie ist ausgebildete Primarlehrerin und hat sich im Bereich Kinder- und Jugendcoaching weiter gebildet, wird derzeit ein Netzwerk erstellt. Über 30 Frauen aus ganz verschiedenen Bereichen werden ihre Angebote am Samstag, 15. Juni, im Büelensaal in Nesslau einer breiten Bevölkerung vorstellen.

«Das Wichtigste für mich sind die Kontakte zu anderen Frauen. Ich durfte während der vergangenen Wochen viele Gleichgesinnte, die der Seele Raum geben, den Geist auftanken lassen und dem Körper etwas Gutes tun wollen, kennen lernen. Dies ist äusserst bereichernd und der gemeinsame Auftritt unter dem Dach der Frauen Nesslau führt zu einem Netzwerk, wie es bisher im Toggenburg nicht bestand», erzählt Barbara Egger. Sie sehe sich weder als Chefin noch als Taktgeberin für das neue Netzwerk. «Ich habe die Initiative ergriffen. Aber die Idee wird inzwischen von vielen Frauen mitgetragen», so ihre Bilanz.

Von der Massage bis zur Abfallvermeidung

Wie vielfältig die Angebote im Toggenburg sind, zeigt der Blick auf die Website www.gesundheitsfrauen.ch. Ob Kräuterkurse, Klangmassagen, Atmen, Tanzen oder die Vermeidung von Abfällen – die Frauen haben ganz unterschiedliche Interessen und geben ihr Wissen und Können weiter. «Unser Ziel ist es auch, Klienten die ein Problem haben, mit gutem Gewissen andere Angebote zu vermitteln», heisst einer der Ansätze des neu geschaffenen Netzwerkes. Barbara Egger ist überzeugt, dass nicht nur die Gesundheitsfrauen, sondern auch die Bevölkerung von der Zusammenarbeit profitieren kann.

Zuerst geht es darum, das breite Wissen und die verschiedenen Angebote gebündelt an einem Ort zu präsentieren. Am Gesundheits- und Persönlichkeitstag vom Samstag, 15. Juni, können Interessierte von 10 bis 16 Uhr im Büelensaal in Nesslau mit den Gesundheitsfrauen ins Gespräch kommen. Es werden Kostproben der Dienstleistungen gezeigt, aber auch Demonstrationen und Gesprächsrunden angeboten. Während im grossen Saal jede einzelne Gesundheitsfrau ihre Dienstleistungen präsentiert, wird im Foyer ein Malatelier eingerichtet. Dort können Besucherinnen und Besucher nach Lust und eigener Laune aktiv sein. Zudem stehen in der Bibliothek die verschiedensten Gesprächsrunden und Vorträge auf dem Programm.

Weitergabe von altem Wissen ist zentral

Zentral geht es um das Thema Gesundheit, aber auch Wohlbefinden und Lebensfreude sollen nicht zu kurz kommen. Schon vor dem ersten gemeinsamen Auftritt der Gesundheitsfrauen Toggenburg zeichne sich ab, dass weitere Anlässe und Treffen gewünscht sind. «Wir sind überzeugt, dass die Schulmedizin wichtig und unverzichtbar ist, wir aber mit Ergänzungen aus verschiedensten Bereichen den Menschen helfen können», betont Barbara Egger. Wichtig sei den Frauen die Weitergabe von altem Wissen.

«Vieles, was für unsere Grosseltern noch selbstverständlich war, ging in den vergangenen Jahren fast verloren. Dank mehrerer Frauen, die sich für Heilkräuter und alternative Methoden interessieren, wird in unserer Region wieder vermehrt auf das gesetzt, was vor der Haustüre wächst», unterstreicht Barbara Egger.