Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Vernissage in Lichtensteig: Dank Crowdfunding-Aktion fand der indische Fotograf Sagar Shiriskar vom Fusse des Himalaya in die Säntisregion

Der indische Fotograf Sagar Shiriskar zeigt im Rathaus für Kultur Werke aus seinem Heimatland. Ein Werbevideo der Kulturorganisation, das Sagar Shiriskar entdeckte, wies dem Inder den Weg ins Toggenburg.
Sascha Erni
Sagar Shiriskar besucht zurzeit Lichtensteig. Der Inder lacht viel und spricht animiert über seine fotografischen Werke. An der Vernissage vom 18. April im Rathaus für Kultur in Lichtensteig wird er für die Besucher indisches Essen kochen. (Bild: Sascha Erni)

Sagar Shiriskar besucht zurzeit Lichtensteig. Der Inder lacht viel und spricht animiert über seine fotografischen Werke. An der Vernissage vom 18. April im Rathaus für Kultur in Lichtensteig wird er für die Besucher indisches Essen kochen. (Bild: Sascha Erni)

«Eigentlich sind alle meine Projekte Liebhabereien», sagt Sagar Shiriskar lachend. Überhaupt lacht der junge indische Fotograf viel, er spricht animiert, sein Englisch hat diese gewisse Melodiösität, die man beinahe klischiert nennen kann. Man merkt, hier hat jemand tatsächlich seine Leidenschaft zum Beruf gemacht. Noch bis Ende nächste Woche gibt Sagar Shiriskar im Lichtensteiger Rathaus für Kultur Einblick in seine Arbeit; an der Vernissage wird er für die Gäste kochen. «Kunst sollte so sein wie die Freude, die man empfindet, wenn man gut gegessen hat. Essen fürs Hirn also», wie er sagt.

Zwischenstation in Lichtensteig


Sagar Shiriskar ist 1988 in Mumbai geboren. Auch dort, am «Film and Television Institute of India», studierte er Fotografie und Filmtechnik, ergänzte seine Ausbildung mit Nachdiplomkursen in Regie und Cinematografie. «Ich bin ständig unterwegs», erklärt er, «mal Delhi, dann im Süden von Indien, dann im Norden, dann im Ausland. Wo mich die Aufträge hintragen». Nun besucht er also die Schweiz, bereits zum dritten Mal. 2013 zeigte das indische Kurzfilmfestival in Stuttgart einen seiner Filme, er besuchte kurzerhand Freunde in Zürich. 2018 folgte eine Residenz in Gstaad. Als sein Vater gesundheitliche Probleme bekam, musste Sagar überstürzt abreisen. Viele seiner Werke und Teile der Ausrüstung blieben zurück. «Das sammle ich jetzt sozusagen ein, als nächstes geht es nach Winterthur», sagt er. Bis dann ist er mit der Kamera im Toggenburg unterwegs. Dass er überhaupt vom Fusse des Himalaya in die Säntisregion gekommen ist, ist dem Internet geschuldet.

Letztes Jahr sammelte das Rathaus für Kultur via Crowdfunding Geld für den Umbau. Sagar stolperte über eines der Videos, mit dem der Verein Werbung für das Anliegen machte. So erfuhr er auch, dass der Schwesterverein «Dogo – Residenz für Neue Kunst» temporäre Künstlerwohnungen anbietet. Diese Residenzen sollen die junge Kunstwelt ins Toggenburg holen. Sagar fühlte sich angesprochen, verpasste aber den Anmeldetermin bei Dogo. Leider fand sich kein freier Platz, die Warteliste ist lang. «Also wandte ich mich stattdessen ans Rathaus für Kultur.» Da Sagar perfekt ins Konzept passt, ermöglichte ihm das Rathaus-Team den Aufenthalt in Kombination mit einer alternativen Unterkunft.

Von Kalligrafen und Göttern

Die spontane Ausstellung besteht im wesentlichen aus zwei Teilen. In seiner dokumentarischen Serie «Katib» begleitete Sagar einen der letzten Kalligrafen Mumbais. Die Katibs haben die Aufgabe, Geschichten von Menschen festzuhalten – «und das möglichst schön», ergänzt Sagar. Die eindrückliche Bilderserie ist in Schwarz-Weiss gehalten und wird durch kalligrafische Blätter und erläuternde Texte ergänzt.

Sagar Shiriskar dokumentierte die Geschichten und Werke eines der letzten Kalligrafen von Mumbai. Die Bilderserie ist in Schwarz-Weiss festgehalten. (Bild: Sagar Shiriskar)

Sagar Shiriskar dokumentierte die Geschichten und Werke eines der letzten Kalligrafen von Mumbai. Die Bilderserie ist in Schwarz-Weiss festgehalten. (Bild: Sagar Shiriskar)

Sein Langzeitprojekt «When Gods Descend» stellt den zweiten Teil der Ausstellung. Sagar porträtiert darin Menschen, die sich als eine der unzähligen indischen Gottheiten verkleiden. Ein Brauch, der an vielen Volksfesten aktiv gelebt wird. Die Gründe, sich so zu verkleiden, seien sehr verschieden; manche lebten so ihren Glauben, für andere sei es eine Performance. Sagar hält diese menschlichen Gottheiten in teils gestellten, teils spontanen Farbfotos fest. Die meisten davon sind sehr klein, kaum grösser als eine Kreditkarte. Sagar Shiriskar grinst. «Geld ist den Indern heilig, also gehören Götterfotos natürlich in die Brieftasche.»

Hinweis

Die Vernissage findet morgen Donnerstag ab 19 Uhr im Rathaus für Kultur, Lichtensteig statt. Für das anschliessende indische Abendessen wird um Anmeldung via maura.kressig@rathausfuerkultur.ch gebeten.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.