Vernehmlassung zur Spitalstrategie: Region Toggenburg stellt deutliche Forderungen an die Regierung

Die Regionsorganisation Toggenburg.ch hat eine Stellungnahme zur Weiterentwicklung der Strategie der St.Galler Spitalverbunde abgegeben. Darin findet sie deutliche Worte.

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Die Region Toggenburg setzt sich vehement für den Erhalt des Spitals Wattwil ein.

Die Region Toggenburg setzt sich vehement für den Erhalt des Spitals Wattwil ein.

Bild: Martin Knoepfel

(pd/sas) Die Region Toggenburg ist mit dem Entscheid der Regierung bezüglich der Weiterentwicklung der Strategie der St.Galler Spitalverbunde nicht einverstanden. Dies schreibt sie in einer Medienmitteilung. Mittels einer umfassenden Vernehmlassung wurden verschiedenste Forderungen und Feststellungen bei der Regierungsrätin Heidi Hanselmann deponiert.

Grundsätzlich befürchtet die Region Toggenburg durch die vorgesehene Schliessung des Spitals Wattwil einen Versorgungsnotstand. Auch die unterdurchschnittliche Dichte an Haus- und Fachärzten sowie gänzlich fehlende Privatkliniken machen ein Regionalspital unabdingbar. Die Sicherung der entsprechenden Arbeitsplätze und die Aufrechterhaltung einer stimmigen Gesundheitsversorgung sind für die Region Toggenburg ebenfalls elementar.

Vernehmlassungsvorlage wird zurückgewiesen

In einer umfassenden Vernehmlassung bezieht die Regionsorganisation Toggenburg Stellung zu verschiedensten Aspekten der regierungsrätlichen Strategie sowie auch zu dem nicht geprüften Vorschlag des Gemeinderats Wattwil, welcher mit dem Modell der «Integrierten Gesundheitsversorgung Toggenburg» einen zeitgemässen und umsetzbaren Lösungsvorschlag erarbeitet hat. Anhand all dieser Erwägungen komme die Region zum Fazit, dass der von der Regierung vorgelegten «Weiterentwicklung der Strategie der St.Galler Spitalverbunde» gänzlich die strategische Ausrichtung fehlt, heisst es in der Medienmitteilung.

Die sogenannte Strategie verdient den Namen nicht, wurden dieser «Weiterentwicklung» im Prozess doch Prämissen bzw. Denkverbote unterlegt, die keine Optionen über die Vorstellungen des VR-Grobkonzeptes hinaus zuliessen. Eine gesamtheitliche Betrachtung fehlt. Interkantonale und interregionale Aspekte und vor allem die unterschiedlichen regionalen Bedürfnisse bleiben vollständig unbeachtet. Entsprechend ist die Vernehmlassungsvorlage zurückzuweisen, der Prozess nochmals zu öffnen.

Bisher auf taube Ohren gestossen

Die Regionsorganisation fordert die Regierung auf, die von Volk und Kantonsrat 2014 beschlossene Vorlage zu respektieren und das ursprüngliche Vorhaben auf das neue Nutzungskonzept anzupassen. Bislang sei die Region Toggenburg im gesamten Prozess seit Mai 2018 bei den Verantwortlichen auf taube Ohren gestossen, schreibt sie. Sie befürchtet deshalb, dass dies auch mit der vorliegenden Stellungnahme geschehen könnte. In Berücksichtigung der eingereichten Ausführungen fordert die Region Toggenburg für den Fall, dass die Regierung an der Weiterverfolgung ihres Modells festhalten sollte, einen Minimalkonsens.

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