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Vermehrte Integration in Regelklassen gefordert

Die Plätze in der Sprachheilschule Wattwil sind begehrt, jedes Jahr müssen Kinder abgewiesen werden. Nun sieht das kantonale Sonderschulkonzept eine Streichung von 13 Plätzen vor und zwingt die Schulgemeinden zum Reagieren.
Sabine Schmid
In ihrer Projektwoche «reisen» die Kinder der Sprachheilschule Wattwil in fünf Länder, darunter nach Ägypten. (Bild: Bilder: Sabine Schmid)

In ihrer Projektwoche «reisen» die Kinder der Sprachheilschule Wattwil in fünf Länder, darunter nach Ägypten. (Bild: Bilder: Sabine Schmid)

An einem Montagmorgen hiess es für die Kinder der Sprachheilschule Wattwil einen Pass in Empfang nehmen und einchecken. Ein Flugzeug brachte sie in die Ambiance der Projektwoche. Jeweils einen halben Tag lang besuchen sie eines der fünf Länder Ägypten, Australien, Italien, Südafrika und Tibet. «Spielerisch, tänzerisch und kulinarisch lernen die Kinder diese Länder kennen», erklärt Institutionsleiterin Susanne Heuberger. Am letzten Vormittag sind die Eltern der Schulkinder zur Projektwoche eingeladen. Ein Blick in die jeweiligen Klassenzimmer zeigt, dass die Kindergärtler bis Drittklässler sehr interessiert und engagiert bei der Sache sind. Eifrig belegen sie Pizzateig mit Sauce und Käse, benennen Tiere in Australien, durchleben eine Safari und machen unter sich aus, wer den tibetischen Tee zubereiten darf.

Zunehmend in Regelklassen integriert

Diese Kinder sind von komplexen Sprachstörungen betroffen. Deshalb besuchen sie die Sprachheilschule in Wattwil. Bei den meisten von ihnen gelingt es durch eine frühzeitige Förderung im sprachlichen Bereich, das Defizit aufzuholen, sodass sie spätestens in der Mittelstufe in eine Regelklasse in ihrer Wohngemeinde wechseln können. Doch nicht jedes Kind, das eine intensive Förderung bekommen sollte, kann die Sprachheilschule in Wattwil besuchen. «Wir können im kommenden Schuljahr 46 Plätze anbieten, müssen aber wie jedes Jahr einige Kinder abweisen», bedauert Institutionsleiterin Susanne Heuberger. Das wird sich sogar noch verstärken, denn das kantonale Sonderpädagogikkonzept setzt vermehrt auf Integration. Zudem werden die Sonderschulplätze über das ganze Kantonsgebiet verteilt und das bedeutet für Wattwil während der nächsten vier Jahre eine Reduktion auf 35 Plätze.

Kinder, die von der Sonderschule abgewiesen werden, besuchen Regelklassen in ihrem Wohnort und werden dort mit besonderen Massnahmen wie zum Beispiel zusätzliche Logopädielektionen durch Therapeutinnen des logopädischen Dienstes gefördert. Es ist gut möglich, dass dies für einige Kinder ein gleichwertiger Ersatz für die Förderung in der Sonderschule sein kann. Eine Integration kann den Leidensdruck für das Kind gemäss Susanne Heuberger aber auch erhöhen. Dazu kommt, dass die Maxime des Sonderschulkonzeptes «so viel Integration wie möglich, so viel Separation wie nötig» hohe Ansprüche für die Lehrpersonen mit sich bringt.

Vier Angebote unter einem Dach

Der logopädische Dienst, die Sprachheilschule in Wattwil, die logopädische Förderung im Vorschulbereich und neu der Dienst «Beratung und Unterstützung Sprache» sind unter dem Namen Sprachförderzentrum Toggenburg zusammengeschlossen. Die Sprachheilschule – sie wurde 1987 als private Sonderschule eröffnet – ist eine Tagesschule für Kinder vom Kindergarten bis in die dritte Klasse. Diese Kinder, die von einer schweren und komplexen Spracherwerbsstörung betroffen sind, werden nebst dem regulären Unterricht gemäss dem Lehrplan der Volksschule vor allem im Bereich der Logopädie gefördert. Spezielle Angebote wie Malen, Rhythmik und Schwimmen unterstützen die Kinder in ihrer gesamten Entwicklung. Im Rahmen des logopädischen Dienstes bieten Logopädinnen in verschiedenen Schulgemeinden eine ambulante logopädische Therapie an. Dieses individuelle therapeutische Angebot trägt zur Erweiterung der persönlichen Sprachkompetenz bei. Im Vorschulbereich bietet das Sprachförderzentrum logopädische Einzeltherapie und logopädische Früherziehung in Kleingruppen an. Der Dienst «Beratung und Unterstützung Sprache» richtet sich an Lehrpersonen von Regelklassen, in denen Kinder mit ausgeprägten Spracherwerbsstörungen unterrichtet und mit besonderen Massnahmen gefördert werden. Diese Lehrpersonen werden auf Wunsch fachlich von Mitarbeitern des Sprachförderzentrums Toggenburg beraten und unterstützt. (sas)

Frühe Förderung heisst, frühe Integration

Die Schulgemeinden haben deshalb eigene Förderkonzepte erstellt. Diese umfassen nicht nur Massnahmen für Kinder mit einer Spracherwerbs- oder einer Aufmerksamkeitsstörung, sondern auch für speziell begabte Kinder, die besonders gefördert werden sollen.

Wie sich diese Konzepte im Alltag und bei der Entwicklung der Kinder bewähren, kann noch nicht gesagt werden, denn damit sind noch nicht viele Erfahrungen gemacht worden. Wichtig für die betroffenen Kinder ist, dass die Förderung früh anfängt. «Je früher ein Kind erfasst und gefördert wird, desto früher kann es in den regulären Unterricht integriert werden», fasst Susanne Heuberger zusammen.

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