Verkehrsunfallstatistik zeigt: Die Autobahn ist ein Gefahrenherd

Die Verkehrsunfallzahlen zeigen, dass in Gemeinden mit Autobahn mehr Verkehrsunfälle passieren als andernorts. Auf den Strassen der Region verstarben im vergangenen Jahr sechs Personen bei Verkehrsunfällen.

Sabine Camedda
Drucken
Teilen
Bei einem schweren Verkehrsunfall wie hier auf der A1 bei Oberbüren braucht es viele Rettungskräfte und Rettungshelikopter.

Bei einem schweren Verkehrsunfall wie hier auf der A1 bei Oberbüren braucht es viele Rettungskräfte und Rettungshelikopter.

Bild: Kapo St.Gallen

531 Mal ist die Kantonspolizei St.Gallen im vergangenen Jahr zu einem Verkehrsunfall in eine Gemeinde in der Region Wil-Fürstenland oder Toggenburg ausgerückt. Bei 307 Einsätzen rapportieren die Polizisten lediglich Sachschaden. 224 Verkehrsunfälle hatten verletzte Personen zur Folge. Ausserdem starben im vergangenen Jahr bei Verkehrsunfällen in diesen beiden Regionen sechs Menschen.

Verkehrsunfälle in der Region 2019

Unfälle mit Sachschaden Unfälle mit Personenschaden Getötete Schwerverletzte Leichtverletzte
Bütschwil-Ganterschwil 12 12 0 2 16
Degersheim 7 2 0 1 1
Ebnat-Kappel 9 4 0 1 3
Flawil 13 11 0 2 9
Häggenschwil ? 4 2 0 1 1
Hemberg 1 6 0 4 7
Jonschwil 9 6 0 1 8
Kirchberg 17 13 0 3 15
Lichtensteig 3 3 0 0 3
Lütisburg 11 6 0 1 5
Mosnang 4 4 0 0 4
Neckertal 10 8 0 0 11
Nesslau 11 9 0 0 10
Niederbüren 5 4 0 1 5
Niederhelfenschwil ? 3 4 0 0 5
Oberbüren 38 25 5 4 32
Oberhelfenschwil 0 2 0 1 2
Oberuzwil 5 12 0 2 11
Uzwil 35 32 0 4 31
Wattwil 24 14 1 1 18
Wildhaus-Alt St.Johann 3 5 0 0 6
Wil 61 32 0 3 33
Zuzwil 22 8 0 1 9
Total 307 224 6 33 245

Bei der Präsentation der Verkehrsunfallstatistik berichtete die Kantonspolizei über einen Rückgang an Verkehrsunfällen im Kanton St.Gallen. Auch in den Regionen Wil-Fürstenland und Toggenburg gab es im Jahr 2019 weniger Verkehrsunfälle als im Vorjahr.

Bei den Verkehrsunfällen mit Sachschaden reduzierte sich die Anzahl um 52 auf 307 Unfälle. Bei den Verkehrsunfällen mit Personenschaden war der Rückgang weniger gross. 2019 ereigneten sich 224 Verkehrsunfälle mit verletzten Personen, das sind nur gerade 12 weniger als im Jahr zuvor.

Sechs Todesopfer in der Region

Aus der Statistik ist nicht ersichtlich, welche Verkehrsteilnehmer wie in die Unfälle verwickelt waren. Die Kantonspolizei schreibt in der Statistik, dass die Mehrzahl der Verkehrsunfälle auf erhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen ist. Auch die Zahl der Unfälle mit E-Bikes sei gegenüber dem Vorjahr grösser geworden.

Zugenommen hat im vergangenen Jahr die Zahl der Menschen, die auf Strassen in der Region ihr Leben verloren haben. Alleine in der Gemeinde Oberbüren sind fünf Personen bei Verkehrsunfällen gestorben. Alle diese Verkehrsunfälle haben sich auf der Autobahn ereignet. Dabei gab es zwei schwere Kollisionen, die jeweils zwei Todesopfer gefordert haben. Ein weiterer Verkehrsunfall mit Todesfolge ereignete sich in Wattwil, dort hat ein Fussgänger bei der Kollision mit einem Auto sein Leben verloren.

Aus der Verkehrsunfallstatistik der St.Galler Kantonspolizei geht hervor, dass sich in grösseren Gemeinden mehr Verkehrsunfälle ereignen. So ist es keinesfalls erstaunlich, dass die Stadt Wil mit 61 Unfällen mit Sachschaden und 32 Unfällen mit Personenschaden die Nase vorn hat.

Ebenso viele Unfälle mit verletzten Personen gab es im vergangenen Jahr in Uzwil. Dort ereigneten sich zudem 35 Unfälle mit Sachschaden. Insgesamt 57 Unfälle passierten auf dem Gebiet der Gemeinde Oberbüren. Bei 25 davon mussten sich die beteiligten Personen in ärztliche Pflege begeben. 38 Unfälle verliefen glimpflicher, dabei bleib es bei Sachschaden.

Weniger Unfälle bei weniger Verkehr

Im Toggenburg schwingt die Zentrumsgemeinde Wattwil bezüglich der Häufigkeit von Unfällen obenaus. 38 Unfälle ereigneten sich dort. Davon gab es bei 24 Sachschaden, bei 14 wurden Personen in Mitleidenschaft gezogen. 24 Unfälle wurden in der Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil verzeichnet. Dabei gab es bei der Hälfte verletzte Personen. In Nesslau, wo ebenfalls viel Verkehr durchs Dorf fliesst, musste die Polizei zu 20 Unfällen ausrücken. Dort blieb es bei elf Fällen bei Sachschaden.

In Dörfern mit wenig Durchgangsverkehr ereigneten sich wenig Verkehrsunfälle. So wurden in Oberhelfenschwil zwei Kollisionen verzeichnet, dabei gab es aber eine schwer verletzte und zwei leicht verletzte Personen. In Häggenschwil rückte die Polizei sechsmal zu einem Verkehrsunfall aus, wobei es viermal bei einem Sachschaden blieb. In Hemberg gab es einen Unfall mit Sachschaden, jedoch sechs Unfälle, bei denen Personen verletzt wurden.

Die Kantonspolizei schreibt in ihrer Statistik weiter, dass die meisten Verkehrsunfälle innerorts passieren. Sie führt es darauf zurück, dass dort die grösste Durchmischung von Verkehrsteilnehmern zu finden ist. Im vergangenen Jahr gab es eine leichte Zunahme an Verkehrsunfällen, bei denen Fussgänger beteiligt waren.

Mehr zum Thema