Vandalismus im Toggenburg: Suche nach Tätern gestaltet sich für Kantonspolizei schwierig

Im Toggenburg wurden diesen Winter mindestens sechs Alphütten von Unbekannten verwüstet. Der Fall stellt die Kantonspolizei St.Gallen vor Herausforderungen. Wegen des Zeitpunkts und der Orte der Tat ist es schwierig, Hinweise zu sammeln.

Géraldine Bohne
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Unbekannte haben verschiedene Alphütten im Toggenburg zerstört.

Unbekannte haben verschiedene Alphütten im Toggenburg zerstört.

Bild: zVg

Es ist mehr als nur ein böser Lausbubenstreich: Auf den Toggenburger Alpen sind seit Dezember mindestens sechs, und nicht wie anhin vermutet sieben, Alphütten mutwillig zerstört worden. Die Tätersuche gestaltet sich für die Polizei schwierig, gerade weil kaum jemand die Tat beobachtet haben könnte. Hinweise gingen bei der Kantonspolizei St.Gallen bis jetzt noch keine ein.

«Nicht nur der Ort, auch der Zeitpunkt der Tat ist schwierig, da die Alphütten im Winter nicht ständig besucht werden und oftmals eine grosse Zeitspanne zwischen den einzelnen Besuchen liegt», sagt Florian Schneider, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen gegenüber FM1Today. So könnten Alphüttenbesitzer erst viel später bemerken, dass auch ihre Hütte von den Vandalen heimgesucht wurde. Die Polizei kann nicht ausschliessen, dass in naher Zukunft noch weitere Meldungen hinzukommen könnten.

Vorgehen der Täter ist speziell

Drei Meldungen gingen bei der Polizei im Dezember ein, drei kamen Ende Januar hinzu. «Es kann sein, dass alles im gleichen Zeitraum passiert ist, es kann aber auch sein, dass die Täter zweimal oben war.» Es gebe viele Theorien: Ein Wanderer, eine Person, die sich regelmässig in der Gegend aufhält, oder eine Gruppe Jugendlicher. Schneider sagt:

«Wir können noch nicht sagen, ob es sich um einen oder mehrere Täter handelt.»

Das Vorgehen der Täter sei durchaus speziell. Gewisse Alphütten können nur zu Fuss erreicht werden. «Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass ein gewöhnlicher Wanderer auf eine solche Schnapsidee kommt.»

Florian Schneider mutmasst, dass es sich auch um eine Person handeln könne, die eine Rechnung offen habe. Der Präsident des Alpwirtschaftlichen Vereins, Thomas Bohl, ist davon überzeugt. Die Täter hätten gewusst, wo sie hinwollen, an den Alphütten komme niemand «einfach mal so» vorbei. Die Betroffenen waren sehr schockiert, wie zerstörungswütig die Täter vorgegangen sind.

Auch die Polizei verurteilt die Tat scharf. Vandalismus in diesem Ausmass sei auch für sie neu. «Das ist eine sehr schwachsinnige Aktion, die hier durchgeführt wurde», sagt Florian Schneider. «Wir haben noch eine gewisse Hoffnung, dass Person einsieht, was das für ein Schwachsinn ist.» Die einzige Möglichkeit, alles sauber zu lösen, sei, wenn der Täter sich bei der Polizei meldet.

Betroffene sollen Hütten wieder in Ordnung bringen

Die Polizei ermittelt. An den Tatorten wurden Spuren gesichert, welche momentan untersucht werden. Den Betroffenen wurde geraten, die Hütten wieder in Ordnung zu bringen. Die Hemmschwelle, etwas zu zerstören, was schon beschädigt ist, sei deutlich geringer.

Zudem rät die Kantonspolizei, die Hütten zu sichern und zu achten, dass keine Gegenstände herumliegen, mit denen man etwas zerstören könnte. Beim Installieren von Kameras sei aber Vorsicht geboten, die rechtliche Situation müsse jeweils zuerst abgeklärt werden.