Kolumne
Speerspitz: Unverhofft kommt oft – Grosse Nachrichten kommen in ruhigen Zeiten

Redaktionsleiter Ruben Schönenberger traut der Sache nicht, wenn ein Tag ruhig verläuft.

Ruben Schönenberger
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Ruben Schönenberger, Redaktionsleiter.

Ruben Schönenberger, Redaktionsleiter.

Bild: Ralph Ribi

Als Journalist hat man ein ambivalentes Verhältnis zu schlechten Nachrichten. Gerade im Lokaljournalismus wünscht man sich kaum, dass etwas Schlimmes passiert. Schliesslich ist man in der Region verankert, in der das passieren würde. Entsprechend wünscht man sich dann doch lieber gute Nachrichten.

Es lässt sich aber auch nicht von der Hand weisen, dass schlechte Nachrichten oft eine gute Zeitung machen. Ein Fussballklub beschäftigt seinen Trainer weiter? Kaum eine Notiz wert. Ein Fussballklub entlässt seinen Trainer nach schlechten Resultaten? Jetzt wird’s spannend.

Gute Nachrichten können grosse Nachrichten sein

Manchmal wendet sich das Blatt aber auch. Wenn die schlechten Nachrichten schon erzählt sind, wird die positive Neuerung zu Breaking News. Ein gemeinsames Ticket im Obertoggenburg wäre mit Sicherheit eine gute Nachricht, die nicht nur in dieser Zeitung Widerhall finden würde.

Ob gut oder schlecht, eines gilt für spannende Nachrichten oft: Sie kommen unerwartet. Als Journalist rechnet man deshalb grundsätzlich immer damit, dass noch «öppis Grosses» passieren könnte.

Erst recht, wenn der Tag ruhig startet. Wenn alles in geordneten Bahnen abläuft, beschleicht uns Journalisten oft das Gefühl, dass es zu ruhig ist. «Etwas passiert noch», sage ich dann oft.

Überraschung kurz vor Mittag

So auch gestern. Zwar haben uns über Nacht einige Nachrichten erreicht, die durchaus auch Eingang in die Berichterstattung fanden. Doch danach schien der Tag ohne Überraschungen über die Bühne zu gehen. Bis kurz vor Mittag.

Was war denn gestern kurz vor Mittag, werden Sie sich fragen? Welche Toggenburger Breaking News habe ich verpasst? Ich kann Sie beruhigen: Es war eine Nachricht überregionalen, ja gar internationalen Ausmasses. Roger Federer musste sich operieren lassen.

Fragt sich nur, ob ich mit dem Schreiben dieser Zeilen am Mittag das Schicksal herausgefordert habe. Sollten Sie in dieser Zeitung Toggenburger Breaking News finden, die sich erst gestern Nachmittag ergeben haben, dann nehme ich die Schuld auf mich.