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«Musste mich teilweise unter meinem Wert geschlagen geben»: Skirennfahrer Marco Fischbacher wurde ins C-Kader zurückgestuft

Skirennfahrer Marco Fischbacher zieht eine durchzogene Bilanz nach der ersten Europacup-Saison.

Urs Huwyler
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Marco Fischbacher war einer der Vorfahrer bei Weltcup in Adelboden.

Marco Fischbacher war einer der Vorfahrer bei Weltcup in Adelboden.

Bild: Urs Huwyler

Vor einem Jahr gehörte Marco Fischbacher aus Unterwasser bei Swiss-Ski zu den Aufsteigern. Dank neuen Podestplätzen in FIS-Rennen gelang es dem 24-jährigen Mitglied des SSC Toggenburg, sich direkt fürs B-Kader und damit Europacup-Einsätze zu empfehlen.

«Es wird nun darum gehen, mich weiter zu entwickeln und den Abstand zur Spitze zu verringern», lautete damals die Zielsetzung für den Winter 2020/21. Sein Fazit nach der Coronasaison: «Ich ärgere mich etwas, dass ich mich teilweise unter meinem Wert geschlagen geben musste.»

Der Saisonanfang verlief sehr gut

Alles begann nahezu perfekt. Marco Fischbacher verpasste zwar die Selektion für den Weltcup-Auftakt in Sölden knapp, aber er war mit seiner Leistung zufrieden. Das Training auf den Gletschern in Zermatt und Saas-Fee verliefen wie erhofft, die konditionelle Verfassung war für den Stöckli-Fahrer noch nie ein Problem.

Doch Corona änderte einiges. «Wir durften zu Beginn nicht an den Europacup in Schweden reisen, sondern es hiess in der Schweiz weiter trainieren», erzählt der ehemalige Junioren-WM-Teilnehmer.

Dadurch ging es in der speziellen Zeit erst Anfang Dezember nach sieben Monaten Vorbereitung rennmässig los. In den ersten beiden Europacup-Riesenslaloms in Gurgl (A) reichte es gegen diverse Weltcup-Fahrer nicht für den zweiten Lauf, in Zinal (32.) fehlten schliesslich 0,37 Sekunden für die Punkteränge (Top 30).

«Im Januar wurden alle meine Rennen verschoben und es hiess einmal mehr trainieren.»

Zwischen dem 2. und 7. Februar folgte anderseits eine Europacup-Riesenslalom-Serie mit je zwei Rennen in Italien und Deutschland. Die Resultate fielen enttäuschend aus: Neben Platz 52 schied Marco Fischbacher zweimal aus und verpasste einmal die Qualifikation fürs Finale. «Ich war gut vorbereitet, fühlte mich bereit, doch das erste schlechte Rennen hatte mich aus dem Konzept gebracht. Entsprechend unzufrieden war ich mit mir», übt Marco Fischbacher Selbstkritik.

Vorfahrer am Weltcup in Adelboden

Indirekt hat er bereits etwas Weltcup-Luft schnuppern dürfen. In Adelboden wurde Marco Fischbacher als Vorfahrer auf die Kuenisbergli-Strecke geschickt.

«Dieser Einsatz ist für meine sportliche Zukunft viel wert. Es gab auch viel Positives und ich werde wieder mit aller Konsequenz auf die nächste Saison hinarbeiten.»

Momentan absolviert er als Sportsoldat in Magglingen den Militärdienst und freut sich, dass die Verantwortlichen weiterhin auf seine Fähigkeiten vertrauen.

Aufgrund der Selektionsrichtlinien wurde er vom B- ins C-Kader zurückgestuft.

«Dadurch habe ich keinen eigenen Servicemann mehr und werde finanziell weniger unterstützt. Entscheiden ist jedoch, dass ich trainingsmässig den Status behalten kann.»

Marco Fischbacher verbleibt in der Trainingsgruppe Elite Europacup Riesenslalom von Silvan Epp, der auch Cedric Noger (SC Speer Ebnat-Kappel) angehört. Josua Mettler (SSC Toggenburg), dem der Aufstieg vom C- ins B-Kader geglückt ist, trainiert in der Europacup-Speed-Gruppe von Ex-Weltmeister Franz Heinzer.