Interview

Norovirus im Alterszentrum Churfirsten in Nesslau – Geschäftsleiterin erklärt: «Unser Notfallkonzept konnte abgerufen werden»

Im Alterszentrum Churfirsten (AZC) in Nesslau sind mehrere Bewohner und Mitarbeiter am Norovirus erkrankt. Die Heimleitung hat darum mehrere Massnahmen beschlossen, unter anderem wurde das öffentliche Café vorübergehend geschlossen und Besuchszeiten wurden eingeschränkt. Gabriella Wiss, Geschäftsleiterin des AZC, erklärt, wie die Institution mit dieser Situation umgeht.

Sabine Camedda
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Die öffentliche Cafeteria im Alterszentrum Churfirsten in Nesslau ist vorübergehend geschlossen.

Die öffentliche Cafeteria im Alterszentrum Churfirsten in Nesslau ist vorübergehend geschlossen.

Bild: Olivia Hug

Warum musste das öffentliche Café im Alterszentrum Churfirsten geschlossen werden?

Gabriella Wiss, Geschäftsleiterin Alterszentrum Churfirsten Nesslau.

Gabriella Wiss, Geschäftsleiterin Alterszentrum Churfirsten Nesslau.

Bild: Sabine Camedda

Gabriella Wiss: Um die Ansteckungsgefahr zu mindern und weitere Erkrankungen zu verhindern, haben wir das Café vorübergehend geschlossen. Zudem sollen Besuche bei Bewohnern auf Notfälle beschränkt werden.

Wie viele Fälle an Erkrankungen durch das Norovirus haben Sie in Ihrer Institution?

Ein Fünftel unserer Bewohner und ein Sechstel unserer Belegschaft sind erkrankt.

Wie kann es solche Krankheitsfälle geben?

Das Norovirus ist eine hochansteckende Krankheit, die über Viren zu Erbrechen und Durchfall, verbunden mit Bauchschmerzen, führt. Wie sich diese Magen-Darm-Grippe mit dem Norovirus im AZC ausbreiten konnte, ist unklar.

Es ist aber kein Einzelfall, besonders gefährdet sind Spitäler, Schulen und eben auch Alters- und Pflegeinstitutionen wie das AZC. Überall, wo viele Menschen zusammen kommen, besteht ein erhöhtes Risiko. Auch war über die Festtage der Austausch und die Kontakte mit vielen Besuchern, Angehörigen und Gästen sicherlich intensiver. Hinzu kommt, dass viele betagte Menschen während der Wintermonate ohnehin allfälliger für eine Grippe sind aufgrund eines geschwächten Immunsystems.

Wie werden die Patientinnen und Patienten betreut?

Unsere erkrankten Pensionäre werden von unserem Fachpersonal in Absprache mit ihren Hausärzten individuell betreut und gepflegt.

Wie lange kann es dauern, bis die Patientinnen und Patienten wieder gesund sind?

Dies ist sehr individuell. Die Symptome klingen nach cirka 24 bis 72 Stunden wieder ab. Danach hängt es vom Allgemeinzustand des Patienten ab, wie schnell er sich wieder erholt.

Welche weiteren Massnahmen wurden getroffen?

Wichtig ist ein gutes Krisenmanagement mit zeitnaher interner und externer Kommunikation. Unser Notfallkonzept konnte gezielt abgerufen werden. Das AZC informiert im Sinne seiner Kommunikationspolitik offen und transparent. Dazu gehört schnelles und entschlossenes Handeln bei Notfällen wie diesen; erweiterte Hygienemassnahmen (Händewaschen und desinfizieren, spezielle Desinfektions- und Waschmittel), erkrankte Personen bleiben in ihren Zimmern (bei Zweierzimmern beide Personen), Veranstaltungen wurden abgesagt oder verschoben sowie verstärkte Hygienemassnahmen in Küche.