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Unschuld, Schelleglüt, Himmelsglöggli: Jodlerklub Männertreu tauft in Nesslau neue CD

«Glebte Bruch» war das Motto des Unterhaltungsabends des Jodlerklubs Männertreu. Gleichzeitig wurde die neue CD getauft.
Anna Gasser
Im Mittelpunkt steht Produzent Walter Fölmli, umrahmt von Mitgliedern des Jodlerclubs. (Bild: Anna Gasser)

Im Mittelpunkt steht Produzent Walter Fölmli, umrahmt von Mitgliedern des Jodlerclubs. (Bild: Anna Gasser)

Die von den Besuchern verlangte Online-Anmeldung zu den Unterhaltungsabenden des Jodlerklubs Männertreu waren für das Publikum kein Problem. Der Büelensaal in Nesslau platzte aus allen Nähten. Eröffnet wurde der Abend von der Kapelle Lutere-Buebe. Sie spielte zum Film über die Alpfahrt von Hanspeter Frei lüpfige Musik auf Handorgeln, Klavier und Bassgeige.

Präsident Migg Wickli begrüsste das Publikum, er habe eine «Galgefreud», dass heute alles klappe. Als Chor merke man erst, dass man nichts könne, wenn es an die Aufnahme der CD gehe. Davon haben die Zuhörer nichts gemerkt. Nach dem Naturjodel «De Looser» und dem auf einer Kassette von 1973 ausgegrabenen Lied «De Früehlig chunt» von Hans Müller-Luchsinger erklärte Wickli, dass «sennisch» vom Wort Sanion, der Melker, käme und meine, dass die Menschen Kultur und Brauchtum leben würden.

Mit Feinarbeit und grossem Aufwand

Dem Motto «Glebte Bruch» zufolge trage der 1911 gegründete Klub traditionelle Lieder und Naturjodel vor. Der von Dirigent This Ammann komponierte Naturjodel «De Schlättler» überzeugte mit einer gekonnten Verteilung der Stimmen auf die Jodler. Was dann folgte, war eine Weiterbildung in Sachen Brauchtum, Trachten, Öberefahre und Tradition. In unglaublicher Feinarbeit und grossem Aufwand erklärte Wickli, wie es zu den Traditionen und Bräuchen kam. Er holte aus bis ins 19. Jahrhundert und sprach von Reinheit – die weisse Ziege am Anfang des Viehschauzuges –, von Unschuld, dem Geissmädchen, Schelleglüt und Himmelsglöggli. Die Beschreibung der Trachten ergab, dass viele Dinge, die heute als toggenburgisch oder appenzellisch gelten, nicht genau zugeordnet werden können.

Zu kurz kamen die Frauentrachten, was dem weiblichen Publikum auch eine Entschuldigung Wicklis einbrachte. Eine willkommene Unterbrechung waren die Vorträge des Jodelchörli Degersheim. Sie gaben ein Rugguserli und das Lied «Vechschaumorge» von Dölf Mettler zum Besten. Nach weiteren Brusttüchern, gelben Hosen, Brändlimustern und Stickereien schloss Wickli seinen Vortrag und erntete dafür viel Applaus.

Dynamik, Reinheit und Abwechslung

Ehrenmitglied Werner Stauffacher sinnierte nach einer Pause mit Unterstützung von Sohn Werner Ueli auf seinem selbstgebauten Ledi-Wagen über das Früher und Heute der Traditionen nach. Dass der Nachwuchs in Nesslau gesichert sein dürfte, zeigte das Büehler Gofechörli unter der Leitung von Hedy Schneider mit drei Vorträgen. «Es Ständli» brachte daraufhin der Gastgeber. Das Lied von Emil Grolimund war ein Höhepunkt des Abends. Eine musikalische Herausforderung, die bezüglich Dynamik, Reinheit und Abwechslung von Dirigent Amman einstudiert wurde. Dem standen die nächsten zwei Vorträge der Degersheimer in nichts nach. Emil Wallimanns «E Melodie» war ein Ohrenschmaus und der nächste Naturjodel liess den Appenzeller Einfluss im Chor schön erklingen.

Die CD-Vorstellung machte ihrem Namen alle Ehre. Der Gebrauch von Hülle, Begleitprospekt und Inhalt wurden von Wickli humorvoll angeleitet. Ein Dank ging an den Produzenten Walter Fölmli aus dem luzernischen Entlebuch für seine Geduld und Professionalität. Er erhielt einen traditionellen Fahreimer und bedankte sich mit den Worten an den Dirigenten, der die musikalische Topleistung der Nesslauer stets in den Vordergrund gestellt habe, für die ausdauernde Arbeit bei den Aufnahmen.

Das von Amman komponierte Lied «S’sennische Glüt» war ein weiterer Höhepunkt und der Naturjodel «De Jöggeler» perfekt für die urtümliche Stimme des Jodlers Hansueli Huser. Der letzte Vortrag der Degersheimer, ein Zäuerli und «Was di z’friede macht» von Ursula Ming-Reber zeigten die Vielfalt des Repertoires der Gäste. Die verdiente Zugabe schloss den perfekten Auftritt des Gastklubs ab.

Ein Jodel, der untrennbar verbunden ist

Wenn der «Wildhuser», der traditionell von Mitgliedern der Familie Metzler vorgetragen wird, nicht auf der CD sei, verkaufe sich die CD nicht so gut, so Wickli. Dies und die Stimme von Roman Metzler, dem Enkel des «Wildhuser» Ur-Interpreten Köbi Metzler, waren Grund genug, den Naturjodel einmal mehr aufzunehmen. Die Interpretation liess aber auch Erinnerungen an den langjährigen Vorjodler Christian Metzler, Vater von Roman, aufkommen und machte klar, weshalb dieser Naturjodel schweizweit bekannt und untrennbar mit Jodlerklub Männertreu verbunden ist.

De «Ueli-Jodel» schloss eine Unterhaltung der etwas anderen Art ab und das Publikum wandte sich zufrieden Kaffee und Kuchen sowie Tanz und Gesprächen zu.

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