Unerwartet lange Pause ist zu Ende: Kultur in Mogelsberg lädt am Samstag zum ersten Konzert der neuen Saison

Das Programm des zweiten Halbjahres 2020 von Kultur in Mogelsberg wartet mit musikalischen Perlen auf.

Sabine Camedda
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Der Vorstand von Kultur in Mogelsberg mit Ralph Jaegle, Bea Sutter, Elfie Wälly, Claudia Weil, Nicole Fust, Ursula Ehrler und Barbara Fust (von links) sorgen für einen abwechslungsreichen Kulturherbst.

Der Vorstand von Kultur in Mogelsberg mit Ralph Jaegle, Bea Sutter, Elfie Wälly, Claudia Weil, Nicole Fust, Ursula Ehrler und Barbara Fust (von links) sorgen für einen abwechslungsreichen Kulturherbst.

Bild: PD

Voller Elan startet der Verein Kultur in Mogelsberg nach der unerwartet langen Sommerpause in den Herbst. Drei Veranstaltungen fielen dem verordneten Verbot zum Opfer. Das Konzert der Hudaki Village Band konnte noch ins bevorstehende Halbjahresprogramm verschoben werden. Span reist im kommenden Jahr vom Bernbiet ins Toggenburg.

«Einzig für das Konzert von Pippo Pollina konnten wir keinen Ersatz finden», bedauert die Programmverantwortliche Elfie Wälly. Das Programm bis Ende Jahr ist musiklastig. Das sei ein Zufall, sagt Elfie Wälly. Denn Kultur in Mogelsberg möchte dem Publikum allerlei Genres bieten.

Musik historischer Wandergeiger

Für den ersten Abend am kommenden Samstag hat der Mogelsberger Kulturverein den italienischen Sänger Giorgio Conte verpflichtet.

Italianità zum Saisonstart

Am Samstag, 22. August, tritt der italienische Cantautore Giorgio Conte im Saal des «Rössli» auf. Der jüngere Bruder des ebenfalls bekannten Sängers Paolo Conte ist der grosse Meister der leisen Töne, ein Poet mit grosser Portion Selbstironie.

Giorgio Conte wurde früh vom Jazz- und Canzoni-Virus infiziert. Zuerst als Schlagzeuger, dann als Gitarrist sammelte er in verschiedensten Formationen wichtige musikalische Erfahrungen und komponierte nebenbei Lieder, die Eingang in das Repertoire von Berühmtheiten wie Milva oder Adriano Celentano fanden. Der Abend unter dem Titel «Rock'n'Roll & Cha-Cha-Cha» wird bestimmt ein Genuss mit Ambiente; auch für Gäste, welche der italienischen Sprache nicht mächtig sind, schreiben die Veranstalter.

Im Oktober wird Volksmusik im «Rössli»-Saal ertönen. Matthias Lincke, der sich selber «Giigemaa» nennt, kommt mit dem in Ebnat-Kappel aufgewachsenen Hackbrettspieler Elias Menzi, dem Kontrabassisten Matthias Härtel und der Jodlerin Christine Lauterburg nach Mogelsberg.

Diese Gemeinschaft bewegt sich in den Fusstapfen der historischen Wandergeiger und Spielleute und spielt alte Volksweisen, welche die Musiker schwungvoll und zeitgemäss arrangiert haben. Anfang Dezember stellt Michael von der Heide sein zwölftes Album dem Toggenburger Publikum vor. Das neuste Werk, auf dem der Sänger in drei Sprachen zu hören ist, hat er mit Jazzmusikern aufgenommen.

Dichtes Programm im Dezember

Weil das Konzert der Hudaki Village Band in den Dezember verschoben wurde, ist das Programm in diesem Monat dichter als zuvor. Die grosse Band mit sieben Musikern und zwei Sängerinnen stammt aus der Ukraine. Sie spielt Musik, wie sie in ihrer Heimat auf Hochzeiten zu hören ist. Darin finden sich unterschiedliche Einflüsse wie slawische Gesangstradition, rumänische Melodien, Klezmer-Rhythmen und Roma-Temperament.

Das 2020 klingt bei Kultur in Mogelsberg genauso aus wie in den vorhergegangenen Jahren, mit Salsa. In diesem Jahr werden Barbara Verdecia und die Band Vaiven Cubano für die passende Musik sorgen.

Tiefgründige Texte und Kinderlachen

Im September bietet Kultur in Mogelsberg einen Kabarett-Abend mit Stefan Waghubinger. In der Presse wird der Österreicher als tieftraurig und zugleich zum Brüllen komischen, banal und zugleich verblüffend geistreich sowie zynisch und zugleich warmherzig beschrieben.

Der Texter Ralph Weibel und der Liedermacher Christian Weiss werden im November eine Lesung mit Konzert geben. Nicole Fust freut sich auf die Kombination von tiefgründigen und banalen Texten, die trotzdem lustig und voller schwarzem Humor sind.

Ebenfalls im November führt Kultur in Mogelsberg jeweils einen Kinderanlass durch. In diesem Jahr wird Bruno Hächler, unterstützt von Sandra Merk, seine moderne Kindermusik präsentieren.

Chancen auf Platz an der Abendkasse sind eher klein

Wie alle Kulturveranstalter muss auch Kultur in Mogelsberg ein Schutzkonzept für die Vorstellungen aufweisen. Für die Besucher stehen Gesichtsmasken und Desinfektionsmittel bereit, das Helferteam wird Gesichtsmasken tragen.

Die Abstandsregel hätte zur Folge, dass sie weniger Plätze verkaufen könnten, sagt Nicole Fust. «Es wird wohl schwierig sein, spontan an der Abendkasse noch einen Platz zu finden, weil viele unserer Gäste reservieren. Am besten fragen Interessierte telefonisch nach, ob noch Plätze vorhanden sind», ergänzt Elfie Wälly.

Anders als in den Vorjahren führt der Verein keine Bar im «Rössli»-Saal. Zu Beginn der Veranstaltung werden Getränke in Flaschen verkauft, Pausen sind keine oder nur in Kurzform vorgesehen. Elfie Wälly und Nicole Fust sagen, dass sie und ihre Vorstandskollegen froh sind, dass sie wieder mit dem Kulturprogramm starten können. «Wenn es weniger Publikum gibt, wird es vielleicht sogar noch familiärer.»

Weitere Informationen zu den Anlässen sind unter www.kulturinmogelsberg.ch zu finden.