Unermüdlicher Jäger tritt kürzer

2012 wurde der Nesslauer Köbi Rutz an die Spitze des Jägervereins Toggenburg gewählt. Nun gibt er das Amt weiter.

Sabine Camedda
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Köbi Rutz ist nicht nur seit 40 Jahren ein begeisterter Jäger, er war auch in der Prüfungskommission und steht derzeit noch dem Jägerverein Toggenburg als Präsident vor.

Köbi Rutz ist nicht nur seit 40 Jahren ein begeisterter Jäger, er war auch in der Prüfungskommission und steht derzeit noch dem Jägerverein Toggenburg als Präsident vor.

Bild: Luca Linder

Er übernehme das Amt «interimsweise», sagte Köbi Rutz im Februar 2012, als er zum Präsidenten des Jägervereins Toggenburg gewählt wurde. Heute lacht er über diese Aussage. «Ja, das stimmt», bestätigt er und fügt gleich an: «Aber bereits im folgenden Jahr habe ich das Amt definitiv übernommen.» So kommt es, dass der Nesslauer noch immer Präsident der Toggenburger Jäger ist. Bis am Freitag sein Nachfolger bestimmt wird.

Köbi Rutz, Präsident des Jägervereins Toggenburg.

Köbi Rutz, Präsident des Jägervereins Toggenburg.

Bild: PD

Mit seiner Amtsübernahme führte Köbi Rutz den Jägerverein in eine neue Ära. Seinem Vorgänger sei es nicht richtig gelungen, eine Person fürs Präsidium zu finden. Er habe den Antrag zur Vereinsauflösung stellen wollen. «Das hat mir gar nicht gepasst und darum liess ich mich wählen», sagt er in seiner bestimmten Art. Dabei habe er sich ein klares Ziel gesetzt:

«Ich wollte den Jägerverein wieder auf Vordermann bringen.»

Rund 170 Mitglieder seien damals im Verein gewesen, Köbi Rutz strebte 270 bis 300 an. Diese Vergrösserung der Mitgliederzahl sei ihm auch gelungen, sagt er. «Nicht erst jetzt. Wenn dies das Kriterium für meinen Rücktritt gewesen wäre, hätte ich früher gehen müssen», sagt er lachend. Nun passe der Zeitpunkt für die Übergabe des Präsidiums, weil er einen idealen Nachfolger gefunden habe.

Ausbilden, weiterbilden und Anliegen vertreten

Den enormen Zuwachs an Mitgliedern führt Köbi Rutz auf ein Mantra zurück: Wer im Toggenburg zur Jagd geht, ist Mitglied im Jägerverein Toggenburg. Der Verein setze sich in erster Linie für die Aus- und Weiterbildung der Jäger ein. «Natürlich kann man auch andernorts die geforderten Übungen im Schrot- und im Kugelschiessen absolvieren», sagt der Präsident. Der Jägerverein macht daraus aber einen kleinen Wettkampf, an welchem es Preise zu gewinnen gibt. Und auch die Kameradschaft wird bei diesen Schiessanlässen gepflegt. «Das schätzen unsere Mitglieder sehr», sagt er.

Immer wieder organisiert der Jägerverein Kurse und Vorträge. Dabei würden in erster Linie aktuelle Themen aufgegriffen. Nicht zuletzt setzt sich der Jägerverein auch für die Anliegen der Mitglieder ein. Zuletzt lancierte der Jägerverein eine Petition zuhanden der St.Galler Regierung mit der Aufforderung, die Anzahl der Luchse im Obertoggenburg zu verringern. Sehr zur Freude der Jäger hat die Regierung die Petition beantwortet und bereits gehandelt: Mehrere Tiere wurden eingefangen und umgesiedelt.

Eigeninteresse darf nicht zu gross sein

Als Präsident des Jägervereins Toggenburg sitzt Köbi Rutz im Vorstand von Revierjagd St. Gallen, dem kantonalen Verein. Dieser wiederum ist in der Jagdkommission vertreten. Diese Verbindungen seien wichtig, ist er überzeugt. Ebenso wichtig ist für ihn, dass Männer und Frauen die Jagdprüfung absolvieren, damit sie auf die Jagd gehen können.

Er selber war viele Jahre Mitglied in der Prüfungskommission. «Es war eine schöne Zeit mit guten und unvergesslichen Begegnungen», erinnert er sich. Diskussionen habe er nie gescheut, sagt er. Er sei auch gerne Jäger und möchte Tiere erlegen. Wollte er nur die Natur geniessen, könnte er auch wandern gehen, argumentiert er. Durch die Geografie seien die Interessen der Jäger im Toggenburg unterschiedlich. Was aber nicht sein dürfe, sei, dass die Einzelinteressen zu gross werden. Regeln seitens des Jagdvereins wären aber falsch, das müssen die Jagdgesellschaften regeln.

Acht Jahre wird die Präsidentschaft von Köbi Rutz am Ende gedauert haben. «Das ist nicht so lange, wie ich andere Aufgaben gemacht habe», sagt er und erklärt: «Der Jagdgesellschaft Stein stehe ich seit 1980 als Obmann vor.»