Kolumne
Und die Welt ist doch nicht untergegangen

Der Untergang war nahe, am 31. Dezember 1999. Meinten zumindest viele. Passiert ist nichts, vergessen hat jenen Silvester trotzdem niemand. Es sei denn, man ist nach dem Millenniumswechsel geboren.

Beat Lanzendorfer
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Beat Lanzendorfer, Redaktor beim «Toggenburger Tagblatt». (Bild: Ralph Ribi)

Beat Lanzendorfer, Redaktor beim «Toggenburger Tagblatt». (Bild: Ralph Ribi)

Anfang der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts habe ich (Jahrgang 1964) mit meinem damals besten Kumpel (Jahrgang 1962) spasseshalber vereinbart, dass wir mit dem Fussball bei den Aktiven aufhören und zu den älteren Herren (Senioren) übertreten, wenn wir vom Nachwuchs ab Jahrgang 1980 bedrängt werden.

Meine Zeit endete 1997, als ich den Zeitpunkt als gekommen sah, das Feld definitiv den Jüngeren zu überlassen. Ob es damals schon Spieler in der 1. Mannschaft des FC Bazenheid gegeben hat, die 17 oder jünger waren, weiss ich nicht mehr. Definitiv nicht an die Abmachung hielt sich mein Kumpel, den ich heute leider nur noch sporadisch treffe. Er blieb noch einige Jahre bei den Aktiven und sprach mich später mehrmals lachend auf unsere Vereinbarung an.

Die Praktikantin mit Jahrgang 2001

Ein ähnliches Erlebnis, bei dem mir bewusst geworden ist, dass ich nicht mehr der Frischeste bin, hatte ich diese Woche. «2001», antwortete Flurina Lüchinger, die auf unserer Redaktion ein Praktikum absolviert, auf meine Frage nach ihrem Jahrgang. Schmunzelnd fiel mir die oben beschriebene Geschichte wieder ein, die mittlerweile ein Vierteljahrhundert zurückliegt.

Sollte es für mich nun wieder an der Zeit sein abzutreten? «Ich habe es nicht vor, ein paar Jährchen müsst ihr es schon noch mit mir aushalten», waren meine Gedanken.

Was passiert beim Jahreswechsel?

Der Jahrgang unserer Praktikantin hat auch bei meinen Kollegen auf der Redaktion Erinnerungen wachgerufen. «Dann hast du ja den Fast-Weltuntergang beim Jahreswechsel 1999/2000 verpasst», sagte Redaktionsleiter Ruben Schönenberger. Weil zu jener Zeit das Computerbetriebssytem DOS nur auf eine zweistellige Jahreszahl ausgerichtet war, befürchtete die Menschheit das Schlimmste. Was würde passieren, wenn am 31. Dezember 1999 um Mitternacht das Betriebssystem von 99 auf 00 umstellt? Geschehen ist gar nichts, wir sind 18 Jahre später immer noch hier.

Verändert hat sich trotzdem einiges: Die Welt ist hektischer geworden, denn beim Millenniumswechsel waren die heute allgegenwärtigen «Sozialen Medien» noch kein Thema. Gelebt haben wir trotzdem und das gar nicht mal so schlecht.