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Ukrainische Jugendliche tanzen zur Musik des Wattwiler Kanti-Orchesters: Eine Sinfonie für das Auge

«Fröhliche Schuhe» nennt sich das Jugend-Tanzensemble aus Lemberg, das zusammen mit Il Mosaico dessen neue Konzertreihe eröffnete. Sie ist der Musik aus dem Osten gewidmet.
Peter Küpfer
Grosser Jubel beim Schlussapplaus: Die Chemie stimmte, oben auf der Bühne und unten im Parkett.Bild: Peter Küpfer

Grosser Jubel beim Schlussapplaus: Die Chemie stimmte, oben auf der Bühne und unten im Parkett.Bild: Peter Küpfer

Fröhlich waren beim imposanten Programm mit den Gästen aus der Ukraine nicht nur die Schuhe, sondern auch die Gesichter. Mit der Kombination von mitreissender Musik und ebenso mitreissenden Tänzen aus der osteuropäischen Tradition landete Il Mosaico einen Volltreffer.

Das Jugend-Tanzensemble Veseli Cherevychky aus der Ukraine überzeugte durch eleganten, dynamischen Tanz in vielfältiger und anspruchsvoller Variation (Leitung Mariya und Volodymyr Chmyr). Das Orchester der Kanti Wattwil und der Musikschule Toggenburg zeigte sich unter der bewährten Leitung von Hermann Ostendarp dem dargebotenen tänzerischen Niveau musikalisch durchaus gewachsen.

Freude übertrug sich auf die Tanzenden

Die an die vierzig Musizierenden spielten ihren Part von der schmissigen Ouvertüre bis zum gross angelegten Finale mit Präzision, Temperament und sichtlicher Freude. Sie übertrug sich nach den ersten, teilweise noch etwas verhalten wirkenden Tänzen immer mehr auf die Darbietenden, dann zunehmend auch aufs Publikum.

Der prallvolle Grosse Saal im Thurpark bedachte schon bald einmal spezielle Einzelleistungen auf der Bühne (oft waren sie in ihrer Artistik zirkusreif) und im Orchester mit Sonderapplaus und spendete am Schluss Tänzern und Musizierenden einen tosenden, lange anhaltenden Beifall, übertönt von lauten Jubelrufen.

Jedes Kostüm ist ein Unikat

Die Begeisterung war verdient. Die auf der ukrainischen Volkstradition beruhenden, oft ausgelassenen Tänze steigerten sich punkto ausgefeilter Choreografie von Stück zu Stück. Dabei waren Körpersprache, Mimik und Gestik aus einem Guss, die Abläufe oft von atemraubender Dynamik, manchmal auch wieder geprägt von Ruhe und Anmut. Dazu gehörte, dass die Tänze allesamt in makellosem Deutsch angekündigt wurden, zum Teil sogar in Gedichtform.

Eine besondere Erwähnung verdienen die Kostüme. Hier wurde nicht nur vom Gesamteffekt ausgegangen. Jedes Kostüm war punkto Design, Farben, Stil und Bewegungswirkung ein Unikat. Wenn dann Fahrt, mitreissender Rhythmus und bald auch hohes Tempo in die tanzenden Gruppen kam (und das war fast immer der Fall), wurde das Ganze zur regelrechten Sinfonie für das Auge.

Ein Klangteppich trägt die Tanzenden

Zu sinfonischer Form lief auch das Kanti-Ensemble auf. Die über 20 Streicher und dreizehn Bläser (Einstudierung David Jud und Wilfrid Stillhard), verstärkt durch Schlagzeug, Klavier, Cimbalon und Akkordeon, legten einen bald geheimnisvoll rauschenden, dann wieder aufpeitschend dramatischen Klangteppich hin. Er trug die Tanzenden und feuerte ihre Gestalt gewordenen Emotionen auf der Bühne an. Das Ganze wirkte tatsächlich, wie es eine Tänzerin am Schluss sagte:

«Es war für uns heute Abend leicht, unser Programm zu tanzen, mit dieser herrlichen Musik.»

Die schwungvolle Leichtigkeit der Darbietungen wird nicht dazu verleiten, die dahinterstehende Leistung zu unterschätzen. So waren sämtliche gespielten Titel des Abends eigens für Il Mosaico arrangiert worden. Ostendarp bedankte sich ausdrücklich auch beim Initiator der schon seit Jahren bestehenden Zusammenarbeit, Pianist Andry Dragan. Auf seine Einladung hin war es schon zweimal zu Auftritten von Il Mosaico in der Ukraine gekommen. Diesen Sommer spielten die Toggenburger in Aserbaidschan. Kommende Konzerte stehen weiter im Rahmen des Projekts «Orientale Lumen – Licht des Ostens». Beim nächsten Konzert in der Reihe ist am 1. November in der evangelischen Kirche unter anderem ein georgisches Vokalensemble zu hören.

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