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«Über Briten, Brexit und Einhörner» – Was SRF-Korrespondentin Henriette Engbersen Wattwiler Berufsschülern zu berichten wusste

Henriette Engbersen sprach im BWZT Wattwil darüber, dass es in Grossbritannien kaum Berufslehren gibt und warum deshalb in ihrer Wohnung die Lampe tropfte.
Michael Hehli
Grossbritannien-Korrespondentin Henriette Engbersen macht ein Selfie mit Lehrlingen des BWZT Wattwil. (Bild: Michael Hehli)

Grossbritannien-Korrespondentin Henriette Engbersen macht ein Selfie mit Lehrlingen des BWZT Wattwil. (Bild: Michael Hehli)

«Eine Lehre in der Schweiz ist das Beste, das man machen kann», sagte SRF-Grossbritannien-Korrespondentin Henriette Engbersen vergangenen Donnerstag zu den im Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg (BWZT) in Wattwil versammelten Lehrlingen. Die Journalistin hatte ihr Referat «Über Briten, Brexit und Einhörner» bereits am Dienstag vor der Vortrags- und Lesegesellschaft im Toggenburg (VLT) gehalten. Die Lernenden kamen dank der Zusammenarbeit zwischen VLT und BWZT ebenfalls in den Genuss des Referates.

Es tropfte aus der Deckenlampe

Die Auslandkorrespondentin weiss, wovon sie spricht. Lehren wie in der Schweiz gibt es in Grossbritannien kaum, Jugendliche lernen während der Arbeit, und auch das nur, wenn ihr Chef ihnen auch etwas beibringen will. Dies schlägt sich zwangsläufig in der Qualität der handwerklichen Arbeit nieder. Engbersen berichtete davon, wie in ihrer Londoner Wohnung eines Tages plötzlich die Deckenlampe tropfte. Und wie die Toilette plötzlich den Geist aufgab und eine Reparatur keine Abhilfe schaffte, sondern das Problem noch verschlimmerte. Sie merkte an:

«Ich lebe weder in einem Loch noch in einer Luxuswohnung.»

Die Nachfrage nach qualifizierten Handwerkern macht Grossbritannien attraktiv für ausländische Arbeiter. «Wärt ihr in Grossbritannien, hättet ihr wohl rasch einen guten Job», informiert sie die Lernenden. Sie fügt an, dass diese Stelle für Schweizer aber eher schlecht bezahlt wäre.

Für Einwanderer aus ärmeren Ländern sind britische Löhne aber durchaus attraktiv. Daher stellen Arbeitgeber gerne qualifizierte Arbeitskräfte aus dem Ausland ein, die bereit sind, zu tieferen Löhnen zu arbeiten. Für die Briten erschwert dies die Situation.

Unzufriedenheit war ein Hauptgrund für den Brexit

Der Mangel an guten, anständig bezahlten Arbeitsstellen führt insbesondere bei Jugendlichen in Grossstädten, welche sich eine universitäre Ausbildung nicht leisten können oder die Fähigkeiten dazu nicht haben, zu Perspektivenlosigkeit. Das schnelle Geld der Drogenkriminalität lockt daher manche Junge in die Straffälligkeit.

Rivalitäten zwischen verschiedenen Drogengangs sorgten zu einem rasanten Anstieg der Gewalttaten im Land. Viele wollten in einer Abwehrreaktion die Einwanderung kontrollieren. Als Mitglied der EU war dies aber nicht möglich. Die Unzufriedenheit mit dieser Situation war laut Engbersen einer der Hauptgründe für das Ja zum Brexit.

Engbersen erzählte auch von ihren Erfahrungen im Königreich. Beispielsweise, wie sie bei der königlichen Hochzeit 2018 zehn Minuten Zeit hatte, um von einem Hotelbalkon mit Blick auf Schloss Windsor aus zu berichten, danach war die nächste Fernsehcrew dran.

Zum Schluss durften die Jugendlichen Fragen stellen. «Fragen sind im Journalismus wichtig», meinte Engbersen und belohnte neugierige Lernende deshalb mit Kopfhörern, natürlich mit dem Logo des SRF versehen.

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