«So etwas habe ich noch nie erlebt»: Wie die Skischule Wildhaus widrigen Bedingungen trotzt und die jungen Skianfänger fördert

Der Wintersturm Sabine hatte Bäume auf einen Wildhauser Bügellift geworfen. Die Schneesportschule fördert die Kinder nun anderweitig.

Dinah Hauser
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Der beliebte Übungshang im Wildhauser Oberdorf muss nun anderweitig erschlossen werden.

Der beliebte Übungshang im Wildhauser Oberdorf muss nun anderweitig erschlossen werden.

Bild: Sabine Camedda (8. Februar 2018)

Erst waren die Temperaturen für einen Winter zu warm, dann stürmt es und schliesslich wird auch noch der Skilift Oberdorf von umgestürzten Bäumen zerstört. Schlimmer kann es für Skiliftbetreiber wohl kaum kommen.

Das Übungsgelände Oberdorf/Gültenweid ist nun schwieriger zu erreichen. «Das ist schade, denn das ist ein schönes Gebiet für leicht fortgeschrittene Skifahrer», sagt Christian Schmid, Leiter der Schneesportschule Wildhaus. Doch Hilfe konnte schnell organisiert werden: Ein Ponylift aus Grabs steht bereits, jedoch reicht dieser noch nicht bis ganz oben. Dazu sollen kommende Woche weitere Lifte installiert werden.

Am kaputten Lift in brachten die Skilehrer den Schülern der Klasse «Blaue Könige», also den jüngsten Anfängern, das Skiliftfahren bei. Dies ist derzeit nicht mehr möglich. Stattdessen fordern die Lehrer ihre Schüler etwas mehr und benutzen den längeren Lift Richtung Freienalp, wie Schmid sagt. Die Schüler stiegen auf halber Höhe aus. «Wir setzen dafür auf ein Göttisystem.» Erfahrenere Kinder begleiten die «Blauen Könige» nach oben. «Das hat durchwegs gut funktioniert. Die Kinder haben das super gemeistert.» Und die längere Piste lasse auch mehr Übungen auf den Brettern zu. Diejenigen, die noch nicht soweit sind, um sich ans Skiliftfahren zu wagen, würden weiterhin am Ponylift am bisherigen Ort üben.

Betrieb der Skischule ist nicht beeinträchtigt

Schmid informiert, dass ab der kommenden Saison der Skilift Oberdorf sowieso durch einen Sessellift ersetzt und das Übungsgelände mit einem neuen Tellerlift ergänzt wird. «Das Bügelliftfahren wird immer weniger wichtig.» Der Ausfall des Skilifts Oberdorf sei also weniger schlimm als gedacht und könne derzeit gut kompensiert werden. Der Ausfall betreffe vor allem die Skiliftanfänger; der Betrieb der restlichen Skischule sei also nicht beeinträchtigt.

Was der Skischule aber merklich mehr zusetzt, sind die beiden Stürme. «Zwei Wochen hintereinander konnten wir jeweils montags und dienstags nicht fahren», sagt Schmid.

«So etwas habe ich in den 27 Jahren als Schulleiter nicht erlebt.»

Das sei auch für den Lernprozess der Skischüler nicht förderlich.

«Im Idealfall lägen nun 50 Zentimeter Schnee und es ist schönes Wetter», sagt Schmid. Da dies nicht der Fall ist und vor allem wegen des sehr unbeständigen Wetters, blieben auch teilweise die spontanen Feriengäste aus. Trotzdem stehen rund 60 Schneesportlehrer für 300 Schüler im Einsatz. «Fast Normalbetrieb – so gut es eben geht.»

Grosse Sturmschäden bei Bergbahnen Wildhaus +++ Skilift Oberdorf nicht mehr zu reparieren – Bergbahnen schaffen rasch Ersatz +++ Skibetrieb ist sichergestellt

Der Skilift Oberdorf im Gebiet der Bergbahnen Wildhaus AG wurde in der Nacht auf Dienstag so stark zerstört, dass er nicht mehr zu reparieren ist. Kommende Woche sollen mehrere Kinderlifte als Ersatz bis Saisonende zum Einsatz kommen. Die anderen Bahnen sind mit Ausnahme des Skiliftes Gamserrugg in Betrieb. Er wird im Lauf der Woche wieder in Betrieb gehen.
Thomas Schwizer