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Trotz rekordtiefer Hypotheken: Der Traum vom Eigenheim bleibt im Toggenburg oft unerfüllt

Zwei aktuelle Studien zeigen: Ein Einfamilienhaus kostet im Toggenburg meist über 680'000 Franken. Schon dafür braucht man aber 10'000 Franken monatliches Einkommen.
Ruben Schönenberger
Ein Einfamilienhaus sein Eigen nennen: Auch im Toggenburg braucht es dafür ein grosses Einkommen. (Bild: Getty)

Ein Einfamilienhaus sein Eigen nennen: Auch im Toggenburg braucht es dafür ein grosses Einkommen. (Bild: Getty)

Eine Hypothek aufzunehmen, wird immer günstiger. Seit geraumer Zeit sinken die Richtzinsen, so auch im zweiten Quartal des aktuellen Jahres. Der Vergleichsdienst Comparis spricht von 1,10 Prozent für zehnjährige und 0,95 Prozent für fünfjährige Festhypotheken. Andere Vergleichsdienste kommen auf ähnliche Werte. Benjamin Manz, Geschäftsführer von Moneyland, schlussfolgert daher:

«Noch nie war es in der Schweiz so günstig, Hypotheken aufzunehmen.»

Und dennoch: Der Traum vom Eigenheim bleibt für viele genau das, ein Traum. Zumindest, wenn es sich um ein Einfamilienhaus handeln soll. Gemäss Comparis kann man mit einem monatlichen Brutto-Einkommen von 10'000 Franken ein Eigenheim im Wert von 680'000 Franken finanzieren.

In vier Gemeinden über eine Million Franken

Die mittleren Transaktionspreise von Einfamilienhäusern – also die tatsächlich auf dem Markt erzielten Verkaufspreise – liegen gemäss aktuellen Zahlen von Wüest Partner in sämtlichen Toggenburger Gemeinden deutlich höher. In Kirchberg, Lütisburg, Wattwil und Wildhaus-Alt St.Johann werden Einfamilienhäuser gemäss dieser Auswertung gar für über eine Million Franken gehandelt. Bei Eigentumswohnungen präsentiert sich die Lage hingegen anders. Hier sind die Transaktionspreise überall unter den erwähnten 680'000 Franken.

Im Grundsatz zum selben Schluss kommt die Migros Bank. Auch hier wären im erwähnten Preissegment nur Eigentumswohnungen, keine Einfamilienhäuser für 680'000 Franken oder weniger zu haben. Auffallend ist jedoch: Die Migros Bank, die auf Musterwohnungen beziehungsweise Musterhäuser abstellt, weist für Einfamilienhäuser tiefere Preise aus. So durchbricht keine Toggenburger Gemeinde die Grenze von einer Million Franken.

Während diese Unterschiede vermutlich grösstenteils mit der unterschiedlichen Untersuchungsanlage erklärt werden können, ist ein anderer Unterschied schwieriger zu erklären. Gemäss der Studie der Migros Bank soll Wohneigentum in Wildhaus-Alt St.Johann im Fünf-Jahres-Vergleich günstiger geworden sein – ein Sonderfall unter den Toggenburger Gemeinden.

Preisentwicklung im
Obertoggenburg umstritten

Bei der Migros Bank will man das jedoch nicht als Ausreisser verstanden wissen. Die Gemeinde befinde sich «lediglich am unteren Ende der Gemeindeverteilung», wie Daniele Marino, der Leiter Private Kunden Ostschweiz Nord sagt. Die besonderen Herausforderungen des Toggenburgs zeigten sich hier besonders ausgeprägt. Marino spricht damit unter anderem die vergleichsweise periphere Lage und die Bevölkerungsentwicklung an.

Wüest Partner sieht jedoch auch in der obersten der Toggenburger Gemeinden ein Preiswachstum. Die Nachfrage in der Schweiz habe sich tendenziell in ländlichere Gebiete verlagert, weil die Preise in städtischen Gebieten zu sehr gestiegen seien. Dadurch käme es auch im Toggenburg zu Preisanstiegen. Anita Göckel von Wüest Partner sagt:

«Das bringt dementsprechend mit sich, dass sich auch im Toggenburg nicht alle Haushalte ein neuwertiges und gut gelegenes Einfamilienhaus leisten können.»

Die Preisentwicklung habe unter anderem damit zu tun, dass die Gemeinde im Vergleich zu anderen Tourismusdestinationen noch immer moderate Preise aufweise, dadurch aber die Nachfrage steige und so in der Konsequenz auch die Preise anzögen. «Wildhaus-Alt St.Johann hat vielleicht nicht gerade geboomt, aber die Zahlungsbereitschaft für Wohneigentum hat zugenommen», sagt Göckel.

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