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Toggenburgerin ist eine von acht Frauen die Militärdienst leistet – gemeinsam mit 188 Männern

Jasmin Herzog hat sich entschieden, freiwillig Militärdienst zu leisten. Sie hat ihren Entschluss nie bereut und wird nach der Rekruten- und der Unteroffiziersschule ab Januar den Wachtmeister abverdienen.
Beat Lanzendorfer
Die 19-jährige Jasmin Herzog kann ihrer bisherigen Zeit in der Schweizer Armee praktisch nur Positives abgewinnen, darum hat sie sich entschlossen, weiterzumachen. (Bild: PD)

Die 19-jährige Jasmin Herzog kann ihrer bisherigen Zeit in der Schweizer Armee praktisch nur Positives abgewinnen, darum hat sie sich entschlossen, weiterzumachen. (Bild: PD)

Das Militär hat die 19-jährige Jasmin Herzog schon fasziniert, als ihr Vater Andreas noch Dienst leistete und als Feldweibel in die Wiederholungskurse einrückte.

Spätestens dann, als ein Brief ins Haus flatterte, in dem darauf hingewiesen wurde, dass auch Frauen im Schweizer Militär willkommen sind, nahm die Sache konkrete Formen an. Der Orientierungstag im Bütschwiler Zivilschutzausbildungszentrum verstärkte ihr Vorhaben zusätzlich: «Ich möchte ins Militär.»

Acht Frauen – 188 Männer

Nach der Anmeldung folgte im letzten März in Mels der Tag der Aushebung. Dort wurde sie in die Führungsunterstützung der Luftwaffe eingeteilt. Damit sie am 25. Juni termingerecht in die beginnende Rekrutenschule (RS) in Brigels einrücken konnte, musste sie ihre Ausbildung zur kaufmännischen Angestellten einen Monat früher beenden. Ihr Lehrbetrieb, die Kirchberger Gemeindeverwaltung, ist ihr dabei grosszügig entgegengekommen.

Die Kompanie, in der sie die 18 Wochen der RS leistete, hatte einen Bestand von knapp 200 Militärangehörigen – 188 Männer und 8 Frauen. Von diesen waren drei Frauen, die ihren Wachtmeister abverdienten und fünf weibliche Soldaten. Hat sie in dieser Zeit so etwas wie Diskriminierung verspürt?

«Nein, überhaupt nicht. Ob Mann oder Frau, wir sind alle gleich behandelt worden. Wer als Frau im Militär ist, muss wissen, dass sie nicht geschont wird. Das fängt bei der Packung an, die gleich schwer wie jene der Männer ist und hört bei den Märschen auf, die wir Frauen genauso absolvieren müssen.»

Sprüche von den Männern

Wie sieht es mit sexueller Belästigung aus? «Ich habe gehört, dass dies durchaus schon vorgekommen sei, bei uns war dies aber absolut kein Thema. Die Jungs wussten, dass Frauen auf dem Stock einquartiert waren und haben sich entsprechend verhalten.» Sprüche gab es allerdings schon: «Ihr müsst nicht motzen, ihr macht das alles hier freiwillig, war von unseren männlichen Kollegen zu hören», sagt Jasmin Herzog lachend, wenn eine der Frauen einen «Anschiss» hatte, was durchaus auch vorkommen konnte.

Für die 19-Jährige stand ungefähr bei Halbzeit fest: «Ich mache weiter.» Mit ihr fassten weitere 32 der Kompanie denselben Entschluss. Gemeinsam absolvierten sie vom 29. Oktober bis am 24. November die Unteroffiziersschule. Den Wachtmeister wird Jasmin Herzog ab 7. Januar in Dübendorf abverdienen. Zwischendurch weilt sie drei Wochen in Irland, wo sie jeweils am Morgen in die Schule geht, um ihr Englisch zu verbessern. Am Nachmittag bleibt Zeit, Land und Leute kennen zu lernen.

Der Wachtmeister soll nicht das Ende ihrer Militärkarriere darstellen. «Ich habe mich entschlossen, noch einen Schritt weiterzugehen und gehöre zu den Fourier-Aspiranten.» Wenn sie den Vorschlag erhält, wird sie nach der 14. Woche des Abverdienens den sechswöchigen Fourierlehrgang in Bern beginnen.

Wieder vermehrt Zeit für ihren Lieblingsverein

Gab es eigentlich auch etwas, das ihr in den vergangenen Monaten weniger behagt hat? «Klar haben mich die langen Wartezeiten teilweise genervt, Theorie am Morgen nach wenig Schlaf brauche ich auch nicht unbedingt und das Putzen des Gewehres gehört ebenfalls nicht zu meinen Lieblingsbeschäftigungen.» Ansonsten hat sie nichts am eingeschlagenen Weg auszusetzen. Was bleibt noch speziell haften? «Während der Unteroffiziersschule durften wir im Anschluss an das Morgartenschiessen mit einem Superpuma nach Dübendorf zurückfliegen – das war ein cooler Flug mit dem Helikopter.»

Ob sie möglicherweise eine berufliche Karriere im Militär anstrebt, kann sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. «Das ist noch ziemlich weit weg, vorerst wird das Angefangene beendet.» Es wäre auch denkbar, dass sie in ihren erlernten Beruf zurückkehrt. Dann hätte sie wieder vermehrt Zeit, die Heim- und Auswärtsspiele ihres Lieblingsvereins FC St. Gallen zu besuchen. Als Saisonkarteninhaberin ist ihr Platz im Kybunpark in jüngerer Vergangenheit des Öfteren leer geblieben.

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