Kolumne
Toggenburger Strassen fürs Klima sperren

Im Toggenburg gibt es grad so viele Baustellen auf den Strassen, man könnte eine Taktik zum Klimaschutz dahinter vermuten. Nur: Die Bahn spielt nicht mit.

Ruben Schönenberger
Drucken
Teilen
Ruben Schönenberger, Redaktionsleiter. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Ruben Schönenberger, Redaktionsleiter. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Im Sommer scheint sich das Leben zu verändern. Einige geniessen lange Ferien, andere kämpfen sich durch eine ereignisarme Zeit und wiederum andere haben in den Ferien erst recht zu tun.

Zu letzteren gehören die Bauarbeiterinnen und Bauarbeiter. Talauf, talab sanieren sie Strassen, diese Zeitung hat wiederholt berichtet. Das führt im besten Fall zu leichten Einschränkungen, oft aber zu Umleitungen, Sperrungen und Wartezeiten. Ein Beispiel: Meine in Basel wohnhafte Schwester hat angekündigt, mich am Freitag zu besuchen und mich in der Redaktion mit dem Auto abzuholen.

Von Baustelle zu Baustelle

Ich freute mich, wandte aber ein: «Es hat einige Baustellen.» Wo diese denn seien, wollte meine Schwester wissen. Ich ging die Strecke im Geiste durch. Bei der Autobahnausfahrt Rickenbach wird gebaut, die Durchfahrt sollte aktuell aber gut möglich sein. Zwischen Bazenheid und Lütisburg ist die Strasse gesperrt, der Weg führt über Unterrindal. Die Umfahrung Lichtensteig ist gesperrt, die Umleitung führt durchs Städtli. Und wenn wir dann nach Kirchberg fahren, blüht uns das Gleiche in umgekehrter Reihenfolge, nur dass die Sperrung bei Lütisburg über Mosnang und den Chogelhuet umfahren wird. Oder wir fahren zum Znacht über die Wasserfluh nach St.Gallen, dann fahren wir spätestens ab Herisau über eine grosse Baustelle.

All die kleinen Baustellen da und dort sind in dieser Auflistung noch nicht mal dabei. Auch solche kleineren Baustellen erwähnen wir in diesem Blatt natürlich immer wieder, um unsere Leserinnen und Leser über mögliche Verkehrsbehinderungen zu informieren. Bei einer weiteren Meldung diskutierten wir unlängst in der Redaktion, wer all die Baustellen plane, damit nicht plötzlich an zwei Stellen gleichzeitig gebaut wird, die ein Weiterkommen verunmöglichen würden.

Die Bahn muss mitspielen

Das wäre eigentlich ein Ansatz für die klimastreikende Jugend, meinen wir. Halb aus Jux, aber irgendwie auch halb im Ernst. Nur: Sie müssten unbedingt auch einen Bähnler mit an Bord holen. Wenn die eigentlich direkte Zugverbindung vom Obertoggenburg nach St.Gallen wie jetzt gerade aus zwei Bahnersatzbussen und nur noch einer kurzen Zugstrecke besteht, funktioniert die Taktik nicht.