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«Zäme Johle» beweist: Toggenburger Singkultur hat Stellenwert erhalten

Zweimal «volles Haus» und ein Programm, wie es sich Freunde des traditionellen Jodelgesangs wünschen: «zäme Johle» war auch bei der neunten Auflage ein Erfolg.
Adi Lippuner
Gemeinsamer Abschluss von «zäme Johle» aller drei beteiligten Chöre. (Bild: Adi Lippuner)

Gemeinsamer Abschluss von «zäme Johle» aller drei beteiligten Chöre. (Bild: Adi Lippuner)

Wenn die drei Jodelklubs Säntisgruess, Churfirstenchörli und Thurtal zum «zäme Johle» einladen, kommt das Publikum aus nah und fern in Scharen. Sowohl am Samstag- als auch am Sonntagabend war die katholische Kirche Alt St. Johann voll. Bereichert wurde der Auftritt der drei einheimischen Chöre durch Renato Allenspach mit seiner Steirischen Harmonika.

Hans-Jakob Scherrer, Dirigent des Jodelklub Säntisgruess führte in gewohnt souveräner Art durchs Programm. Mit seinem trockenen Humor sorgte er dafür, dass sich das Publikum auch auf den harten Kirchenbänken wohl fühlte. Zur Toggenburger Singkultur war zu hören: «Diese hat über die Jahre ihren Stellenwert behalten, gibt es doch in der Gemeinde mehrere aktive Chöre. Dies ist der Beweis, dass Singen im obersten Toggenburg eine hohe Bedeutung hat. Die Jodelklubs sind aus den Traditionen und dem Brauchtum gewachsen und weil alle am gleichen Strick und in die gleiche Richtung ziehen, ist dies auch die Grundlage vom ‹zäme Johle›, diesem Konzert, das bereits das neunte Mal zwischen Weihnachten und Neujahr durchgeführt wird.»

Musikalische Reise durch die Jahreszeiten

Bereits zum Auftakt durfte das Publikum eine kleine musikalische Reise erleben, zogen doch die Sänger und die Jodlerinnen johlend und singend in die Kirche ein. Dann ging es Schlag auf Schlag: Jeder der drei Chöre hatte zwei Auftritte und präsentierte Lieder, welche einerseits den Wechsel der Jahreszeiten, das «Öberefahre», aber auch besondere Erlebnisse in den Mittelpunkt stellten. Nicht zu kurz kam dabei der Naturjodel, mit dabei die Uraufführung «em Eli sine», komponiert von Elias Tschümy und dargeboten vom Jodelclub Thurtal.

Das Churfirstenchörli unter der Leitung von Katja Bürgler-Zimmermann überraschte mit dem Bergjodel von Peter Roth und «För all es Lied, för all en Chor», ebenfalls von Peter Roth. Diese Komposition entstand 1999, als alle drei Jodelklubs, die auch beim «zäme Johle» auf der Bühne stehen, und die weiteren Chöre aus der Gemeinde das 150-Jahr-Jubiläum des Männerchor Säntis feierten und gemeinsam «För alli es Lied» sangen.

Jeweils zwischen den Auftritten der einzelnen Chöre begeisterte Renato Allenspach das Publikum, «die schnarrenden Bässe der Steirischen Orgel sind unverkennbar», so ein sichtlich begeisterter Hans-Jakob Scherrer.

Vom «Chüjerstand bis «em Jürg sine»

Der «Säntisgruess» begeisterte, unter anderem mit einem alten Jodellied von Jean Clemoncon, welches unter dem Titel «Chüjerstand» die traditionellen Hintergründe des Bauern- und Älplerlebens beschreibt. Der Naturjodel «em Jürg sine» wurde von Jürg Ammann, dem ehemaligen, langjährigen Vorjodler des Jodelklubs Säntisgruess und engagierten Älpler komponiert.

Während sich die Sänger vom Jodelklub Thurtal bereit machten, war zu erfahren, dass dieser im Jahr 1987 von fünf jüngeren Männern, damals Söhne von Mitglieder des «Säntisgruess», zusammen mit Gleichgesinnten, gegründet wurde. «In einem Naturjodelklub können nicht unbeschränkt Mitglieder aufgenommen werden und die beiden bestehenden Chöre hatten damals schon genügend Sänger. So wurde kurzerhand ein neuer Klub gegründet,» erklärte Hans-Jakob Scherrer.

Traditioneller Abschluss mit dem «Wildhuser»

Unter der Leitung von Albert Ulmann wurde «Mis Toggenburg» gesungen. Im Lied von Margrit Stricker wird das heimatliche Tal auf eindrückliche und liebevolle Art beschrieben und der Abschluss «bhüet Gott mis liebi Toggenburg», fasst die Heimatliebe gekonnt zusammen. Traditionell abgeschlossen wurde der unvergessliche Abend mit dem gemeinsamen Auftritt aller drei Chöre und der Zugabe «de Wildhuser».

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