Toggenburger Feuerwehrleute rüsten sich für kommende Feuerwehreinsätze in den Tunnels der Umfahrungen

Der Feuerwehrverband Toggenburg lehrt in zwei Kursen, Tunnelbrände zu bekämpfen. Denn im Falle eines Unfalls oder Brands in den Umfahrungstunnels müssen die Ortsfeuerwehren Hilfe leisten.

Sabine Camedda
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Die Toggenburger Feuerwehrleute konnten in den Tunnels der Umfahrung Bütschwil unter reellen Bedingungen trainieren.

Die Toggenburger Feuerwehrleute konnten in den Tunnels der Umfahrung Bütschwil unter reellen Bedingungen trainieren.

Bild: Benjamin Manser

Der Autofahrer denkt beim Befahren der Umfahrungen im Toggenburg kaum an das Inferno, das bei einem Unfall in einem Strassentunnel entstehen kann. Der Rauch eines brennenden Fahrzeugs beispielsweise schränkt die Sicht sehr schnell ein, dazu entwickelt sich eine Hitze von mehreren hundert Grad.

Die Autolenker sind in solchen Fällen froh, wenn sie sich rasch ans Tunnelportal retten können, oder wenn schnell die Feuerwehr zu Hilfe kommt.

Das Szenario der Übung sah vor, dass nach einem Zusammenstoss zweier Autos im Tunnel ein Feuer ausbricht.
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Die Feuerwehrleute arbeiten sich zum Schadenplatz vor, immer auf die eigene Sicherheit bedacht.
Die Feuerwehrschläuche werden schnell ausgelegt, damit rasch Wasser am Schadenplatz ist.
Das Wasser hat bei einem Tunnelbrand zwei Funktionen: Das Kühlen der Tunnelwände und das Löschen des Feuers.
Die Tunnelwände müssen gekühlt werden, um die Sicherheit der Rettungskräfte zu erhöhen.
Der Suchtrupp spricht sich kurz ab, wie er bei der Suche nach Personen vorgehen will.
Mit Absuchstöcken und einer Wärmebildkamera ausgerüstet, wird die Suche im Rauch vereinfacht.
Dunkelheit und Rauch erschweren die Arbeit der Suchtrupps.
Die Feuerwehrleute üben unter reellen Bedingungen, darum mussten sie auch die Kabine eines Lastwagens absuchen.
Die Personen – am Kurs waren es hauptsächlich Puppen – werden möglichst schonend aus dem Tunnel gerettet.
In der Übung kann die Puppe einfach aus dem Tunnel gerettet werden.
Retten ist immer auch Teamwork.
Die geretteten Personen werden vor das Tunnelportal gebracht.
Nach der Übung wurde das Material wieder aufgeräumt.
Die Feuerwehrschläuche werden wieder zusammen gerollt, damit sie im nächsten Einsatz gebraucht werden können.

Das Szenario der Übung sah vor, dass nach einem Zusammenstoss zweier Autos im Tunnel ein Feuer ausbricht.


Bild: Benjamin Manser

Mit der Eröffnung der Umfahrungen in Bütschwil und Wattwil bis im Herbst 2022 sind die Toggenburger Feuerwehren für sieben längere Tunnels zuständig. «Dies hat den Ausschlag zu einem speziellen Kurs zum Thema Brandbekämpfung in Strassentunnels gegeben», sagt Dominique Krapf, Technischer Leiter des Feuerwehrverbandes Toggenburg.

Einen Eindruck davon, was passieren kann

Der Kurstag am Samstag startete für die 40 Teilnehmer der Feuerwehren Kirchberg-Lütisburg, Bütschwil-Ganterschwil, Wattwil/Lichtensteig und Ebnat-Kappel im Zivilschutzzentrum in Bütschwil mit dem Erarbeiten von Grundlagen.

Es sei darum gegangen, den Feuerwehrleuten zu erklären, warum bei einem Einsatz in einem Tunnel immer von zwei Seiten zum Schadenplatz vorgerückt wird, sagt Dominique Krapf. Es ging zudem um die Taktik der Brandbekämpfung und auch um gewisse Aspekte in der Baukunde.

In zwei weiteren Übungsblöcken, die in den Tunnels Engi und Bahnhof abgehalten wurden, lernten die Teilnehmer die einzelnen Aufgaben kennen, die bei einem Einsatz in einem Tunnel erledigt werden müssen. «Für die Feuerwehrleute ist ein Einsatz in einem Tunnel nicht ungefährlich. Umso wichtiger ist es, dass jeder seine Aufgabe schnell und gewissenhaft erfüllt», sagt Dominique Krapf.

Der Faktor Zeit sei ebenfalls nicht unerheblich. Die Feuerwehr arbeitet nach dem Motto «Löschen um zu retten». Denn wenn der Brand unter Kontrolle gebracht ist, sinkt die Gefahr für die Retter und auch für die Personen, die zu retten sind.

Das Erlernte im Einsatz zusammenfügen

Der Nachmittag stand zur Erfahrungssammlung zur Verfügung. In Gruppen von 20 Personen mussten die Feuerwehrleute zwei Szenarien bewältigen. Bei einem lag das Augenmerk auf Rettungen. Dabei mussten mehrere Personen aus dem verrauchten Tunnel gerettet werden.

Im anderen Tunnel ging es mehr um das Löschen eines Fahrzeugsbrandes. «Wir möchten den Kursteilnehmern mit diesen Übungen ermöglichen, das zusammenzufügen, was sie am Vormittag gelernt haben», erklärt Dominique Krapf.

Ein Augenschein bei den Übungen in den beiden Tunnels der Umfahrung Bütschwil zeigte, dass die Angehörigen der Feuerwehr die Grundlagen beherrschten und das Erlernte angewendet haben. Sie waren zuerst auf ihre eigene Sicherheit bedacht und arbeiteten zügig und doch ruhig. Die Übungsverantwortlichen waren voller Lob, gaben aber doch noch den einen oder anderen Tipp, den die Feuerwehrleute in Zukunft beherzigen werden.

Am kommenden Samstag wird der Kurs des Feuerwehrverbandes Toggenburg in den Tunnels der Umfahrung Bütschwil wiederholt. Dann werden 40 weitere Angehörige der Feuerwehren Kirchberg-Lütisburg, Bütschwil-Ganterschwil, Wattwil/Lichtensteig und Ebnat-Kappel geschult, um für kommende Feuerwehreinsätze bereit zu sein.

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