Toggenburger Bürgerforum fordert Absetzung des Spital-VR

In der Stellungnahme zu den Plänen der Regierung stellt das Bürgerforum pro Regionalspital Wattwil klare Forderungen auf.

Ruben Schönenberger
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Das Bürgerforum will die Schliessung des Spitals verhindern.

Das Bürgerforum will die Schliessung des Spitals verhindern.

Bild: Mareycke Frehner

So langsam scheint die Mobilisierung zu greifen. Nachdem das Bürgerforum pro Regionalspital Wattwil bei den ersten Treffen meist ein kleines Grüppchen war, kamen am Montag rund 30 Personen zum Treffen im Wattwiler «Thurpark». Und das ohne zusätzliches Programm wie noch zu Monatsbeginn, als der Altstätter Eduard Ith von den Verantwortlichen als Rechtsexperte eingeladen wurde (das «Toggenburger Tagblatt» berichtete), was ebenfalls einige Leute anzuziehen vermochte.

Es war das letzte Treffen des Bürgerforums vor einer kurzen Verschnaufpause. Diese gönnt man sich nicht wegen der anstehenden Festtage, sondern weil mit der Einreichung einer Stellungnahme zur Vernehmlassung der Regierung nun ein erster Schritt getan sei, wie Matthias Elmiger, einer der Köpfe hinter dem Bürgerforum, sagte.

Keine Überraschungen, klare Positionen

Sie stehen hinter dem Bürgerforum: Sabine Keller, Gertrud Pfändler, Matthias Elmiger (von links).

Sie stehen hinter dem Bürgerforum: Sabine Keller, Gertrud Pfändler, Matthias Elmiger (von links).

Bild: Ruben Schönenberger

Diese Stellungnahme stand denn auch im Zentrum des Treffens. Elmiger las sie im Wortlaut vor. Überraschungen waren darin keine enthalten, schliesslich ist die Position des Bürgerforums klar. Deutlich werden die Unterzeichnenden – neben Elmiger sind das auch die anderen beiden Köpfe des Forums Sabine Keller und Gertrud Pfändler – aber allemal. Ein Dialog habe nie stattgefunden, die Vernehmlassungsvorlage sei bloss eine Rechtfertigung für Spitalschliessungen, das Endziel sei ein Universitätsspital St.Gallen, wo die Patientinnen und Patienten ausschliesslich aus einem rein ökonomistischen, profitorientierten Blickwinkel betrachtet würden. Die von der Regierung angedachten Gesundheits- und Notfallzentren (GNZ) seien nicht überlebensfähig und aus rechtlicher Sicht auch gar nicht möglich, weil sie die Privatpraxen konkurrenzieren würden.

Erwähnt werden auch die spezielle topografische und geografische Lage des Toggenburgs sowie die bereits getätigten Investitionen. «Es ist absurd, 60 Millionen an Investitionen in Wattwil zu vernichten, um dafür 170 Millionen in Wil investieren zu können», schreiben die Veranwortlichen.

Der Verwaltungsrat sei abzusetzen

Das Forum stellt auch klare Forderungen. So sei beispielsweise das Bauprojekt wie vorgesehen fertigzustellen und auch der Operationsbereich wiederherzustellen. Und der Verwaltungsrat der Spitalverbunde sei gleich ganz abzusetzen. Dafür sei eine ständige parlamentarische Spitalkommission einzusetzen, weil diese dem Volk direkt Rechenschaft ablegen müsse.

Überhaupt sieht das Forum denn auch im Volk seine Chance. Im nächsten Jahr gehe es erst richtig los, sagte Keller. Erst müsse man zwar die Antwort der Regierung auf die Stellungnahme abwarten. Dann kämen aber die kantonalen Wahlen. Für diese müssten sich die Politikerinnen und Politiker gut überlegen, wie sie zur Spitalpolitik stünden. «Der Einfluss der Bevölkerung der ländlichen Regionen auf den Ausgang dieser Wahlen ist nicht zu unterschätzen», zitierte Elmiger aus der Stellungnahme. Und wenn das alles nichts nützt, dürften auch Unterschriftensammlungen und Demonstrationen wieder zum Thema werden. Dann müsste aus Sicht des Forums wahr werden, was Keller an diesem Abend prophezeite: «Jetzt kommen wir, jetzt kommt das Volk.»

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