Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Toggenburger an der Crazy Adventure Trophy: «Wie Ferien, nur ein wenig anders»

Rund 6000 Kilometer führt die Crazy Adventure Trophy quer durch Südeuropa. Mit dabei sind auch Christian Hildebrand und Daniel Baldegger, die dafür einen 89er Jeep Cherokee aufgerüstet haben.
Urs M. Hemm
Christian Hildebrand aus Nesslau und der Gossauer Daniel Baldegger (rechts) mit ihrem Jeep Cherokee XJ mit Baujahr 1989. Sie hoffen, dass ihr Auto auch nach der rund 6000 Kilometer langen Rallye noch fahrtüchtig ist und ihnen weiterhin viel Freude bereiten wird. (Bild: Urs M. Hemm)

Christian Hildebrand aus Nesslau und der Gossauer Daniel Baldegger (rechts) mit ihrem Jeep Cherokee XJ mit Baujahr 1989. Sie hoffen, dass ihr Auto auch nach der rund 6000 Kilometer langen Rallye noch fahrtüchtig ist und ihnen weiterhin viel Freude bereiten wird. (Bild: Urs M. Hemm)

Das Auto ist so weit bereit, noch aber müssen Christian Hildebrand und Daniel Baldegger ihre persönliche Ausrüstung packen. «Alleine schon wegen der knappen Platzverhältnisse müssen wir uns wohl auf das Nötigste beschränken», sagt Christian Hildebrand und zeigt auf den vielleicht eineinhalb Kubikmeter grossen Freiraum, der noch hinter dem Reserverad auf der Rückbank des Jeep Cherokee XJ für die eine oder andere kleine Tasche Platz bietet. Lange zum Packen bleibt den beiden jedoch ohnehin nicht mehr. Denn die Crazy Adventure Trophy (Cat) startet bereits morgen Samstag und führt sie während zwei Wochen auf unbekannten Pfaden rund 6000 Kilometer quer durch den Süden Europas.

Jeep Cherokee mit Baujahr 1989 für 2000 Franken

Von der Cat habe er durch einen Arbeitskollegen erfahren, der an der letztjährigen Ausgabe der Trophy teilgenommen hat, sagt Daniel Baldegger.

«Ich war sofort von dieser verrückten Geschichte begeistert und brauchte nur noch jemanden, der diese Begeisterung fürs Ungewöhnliche mit mir teilt.»

Lange suchen habe er nicht müssen. Denn mit seinem alten Schulkameraden Christian Hildebrand hatte er schnell einen Partner gefunden, der mit ihm dieses Abenteuer anpacken wollte. «Für mich ist das wie Ferien, nur eben ein wenig anders», sagt Hildebrand.

Die erste Herausforderung des Teams war, ein geeignetes Fahrzeug zu finden, welches den Teilnahmebedingungen und den Ansprüchen der beiden entsprach. «Gemäss Reglement muss das Auto mindestens 20 Jahre alt sein und darf nicht mehr als 2019 Franken kosten. Zudem sollte es einen gewissen Komfort bieten, da wir ja doch etliche Stunden darin verbringen werden», erläutert Christian Hildebrand. Auf ihrer Suche war ihnen Ruedi Huser von der Huser Oldiwerkstatt in Ennetbühl behilflich. «Ruedi verdanken wir sehr viel», sagen Hildebrand und Baldegger. «Nicht nur, dass er uns bei der Suche nach dem Wagen behilflich war, der uns schliesslich genau 2000 Franken kostete. Er hat vieles an unserem Jeep repariert und ist uns mit Rat und Tat, seiner Werkstatt und seinem Werkzeug jederzeit zur Verfügung gestanden», sagt Christian Hildebrand.

Die selbst gebaute Bar im Kofferraum ist das Markenzeichen des Teams Slàinte, was aus dem Irischen übersetzt so viel wie Prost heisst. (Bild: Urs M. Hemm)

Die selbst gebaute Bar im Kofferraum ist das Markenzeichen des Teams Slàinte, was aus dem Irischen übersetzt so viel wie Prost heisst. (Bild: Urs M. Hemm)

Neben der Instandstellung des Fahrzeugs musste ein Motto gefunden und der Wagen entsprechend dekoriert werden. «Ivan Louis, Marketingverantwortlicher des Irish Openair, hatte von unserem Vorhaben gehört und fragte an, ob wir noch auf Sponsorensuche seien», führt Hildebrand aus. Natürlich seien sie für dieses Angebot dankbar gewesen und die Entscheidung, den Wagen gemäss dem Motto Irland zu dekorieren, war schnell gefällt – und das Team Slàinte, was auf Deutsch Prost bedeutet, war geboren. Seither haben sie in den letzten drei Monaten zusammengerechnet etwa drei Wochen mit der Reparatur und der Dekoration des Autos zugebracht und insgesamt rund 10'000 Franken investiert.

Rallye-Tagebuch

Das Team Slàinte wird regelmässig im «Toggenburger Tagblatt» von ihren Erlebnissen während der Crazy Adventure Trophy quer durch Europa berichten. Gespannt darf man auf die verschiedenen speziellen Aufgaben sein, welche Christian Hildebrand, Daniel Baldegger und die anderen 43 Teams auf ihrem 6000 Kilometer langen Weg zu Land und zu Wasser meistern müssen. Alle Tagebucheinträge erscheinen unter go.tagblatt.ch/Trophy.

«Einander helfen ist nichts Ungewöhnliches»

Sie sind sie sich bewusst, dass diese Ferien alles andere als erholsam sein werden. «Wir sind auf dieses Abenteuer so gut es eben geht vorbereitet. Und sollten wir dennoch eine Panne mit dem Auto haben, kann ich das Gröbste mit unserem Werkzeug selbst reparieren», sagt Daniel Baldegger. Ansonsten könnten sie auf die Hilfe der anderen Teilnehmer zählen oder auf Ruedi Husers Wissen per Telefon zurückgreifen. Dass einander geholfen werde, sei nichts Ungewöhnliches an der Cat. Christian Hildebrand sagt:

«Jede einzelne Minute Arbeit in der Werkstatt und jeden investierten Franken in den Wagen waren es wert für den Spass, den wir an der Trophy haben werden.»

Es geht nicht um Geschwindigkeit und Zeitmessung. «Punkte können mit den Challenges, also mit Aufgaben, die wir während der Rallye zu lösen haben, und mit der Bewertung der Dekoration gesammelt werden», erläutert Christian Hildebrand. Wie diese Aufgaben aussehen, wissen zurzeit erst die Organisatoren. Die Teilnehmer bekommen diese beim Start in Form des so genannten Trophybooks erstmals zu sehen. Den Teilnehmern stehe es frei, welche und wie viele Aufgaben sie auf ihrer Reise lösen möchten, auch wenn sie je nach dem dadurch Punkte liegen lassen. «Wir, wie die meisten anderen auch, machen nicht an dieser Rallye mit, um unbedingt zu gewinnen. Der Spass im Team und unter den Teilnehmern, andere Kulturen von ihrer unbekannten Seite kennen lernen und das Abenteuer stehen für uns klar im Vordergrund», betonen beide.

Das Schaf mit Bart und Hut ist das Team-Maskottchen und überall mit dabei. Einen Namen hat es bisher noch keinen. (Bild: Urs M. Hemm)

Das Schaf mit Bart und Hut ist das Team-Maskottchen und überall mit dabei. Einen Namen hat es bisher noch keinen. (Bild: Urs M. Hemm)

Dazu gehört auch das Übernachten unter freiem Himmel. «Wir haben auf dem Dach des Cherokees ein Zelt montiert, in dem es sich recht bequem schlafen lässt. Bei gutem Wetter werden wir es aber wohl kaum brauchen», sagt Christian Hildebrand. Übernachten werden sie hauptsächlich auf Zeltplätzen, wo sanitäre Anlage zur Verfügung stehen. «Notfalls könnten wir uns auch noch ein Hotel leisten, wenn das Wetter verrückt spielen sollte», sagt Daniel Baldegger.

Die beiden «Rallye-Piloten» sind für ihr Abenteuer gerüstet. Die Werkzeugkiste sei eingepackt und ihr Maskottchen – bisher heisst es schlicht und einfach «Schaf» – ist für die Reise bereit. «Natürlich sind wir ein wenig nervös, denn genau wissen wir ja nicht, was uns erwartet», sagt Christian Hildebrand. «Deshalb sind wir froh, dass das Warten ein Ende hat und wir endlich losfahren können.»

Hinweis

Dem Team Slàinte kann live gefolgt werden auf: www.catrophy.com.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.