Toggenburg Tourismus passt seine Strategie an und setzt vermehrt auf Erlebnisse von Natur und Klang

Es ist nicht nur die Coronakrise, welche den Alltag von Toggenburg Tourismus beherrscht: Mit der Anpassung der Strategie und der Integration von Neckertal Tourismus werden die Weichen für die Zukunft gestellt.

Sabine Camedda
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Vreni Wild freut sich zusammen mit Max Nadig, Präsident von Toggenburg Tourismus, auf ihre Mitarbeit im Vorstand.

Vreni Wild freut sich zusammen mit Max Nadig, Präsident von Toggenburg Tourismus, auf ihre Mitarbeit im Vorstand.

Bild: Sabine Camedda

Die Mitgliederversammlung von Toggenburg Tourismus am Donnerstagmorgen in Mogelsberg war gut besucht. Von den Anwesenden waren zahlreiche zum ersten Mal dabei. «Wir haben uns zum Ziel gesetzt, neue Mitglieder zu finden», erklärte Präsident Max Nadig. Das schien gefruchtet zu haben, es wurden rund 40 neue Mitglieder aufgenommen.

Bei der Liste fällt auf, dass ein grosser Teil nicht aus dem touristischen Kerngebiet Wildhaus-Alt St.Johann stammt. Max Nadig erklärte dies unter anderem mit der Integration von Neckertal Tourismus. Um dieser Rechnung zu tragen, wurde die Neckertaler Gemeindepräsidentin Vreni Wild in den Vorstand von Toggenburg Tourismus gewählt.

Nachhaltige Angebote für den Winter und den Sommer

Wie Max Nadig ausführte, hat sich der Vorstand von Toggenburg Tourismus mit der Zukunft der Organisation beschäftigt. Dabei habe dieser entschieden, sich auf zwei Segmente zu konzentrieren: auf Naturerlebnisse und den Klang. Max Nadig bringt es auf den Punkt:

«Wir wollen die Natur und den Klang in den Vordergrund stellen und dafür nachhaltige Angebote für den Sommer und den Winter schaffen.»

Geprägt wird die Zukunft auch vom Tourismusentwicklungskonzept (TEK), aus welchem eine touristische Vision für die ganze Region entsteht. Kerngebiet ist nach wie vor Wildhaus-Alt St.Johann. Mit dem Klangcampus, der rund ums Klanghaus entsteht, soll dieses Zentrum gestärkt werden.

Diesem stehen Nesslau/Wolzenalp mit dem Thema Natur, Lichtensteig mit der Kulinarik und das Neckertal mit dem Thema Holz als Satelliten an der Seite. «Im TEK geht es in erster Linie darum, für den Tourismus interessante Räume zu beurteilen, touristische Ideen räumlich zu entwickeln, die Machbarkeit abzuklären und allenfalls im Richtplan Änderungen vorzunehmen», erklärte Max Nadig.

Einheimische sollen zu Gastgebern werden

Mit dem Klangcampus und der Chääswelt Toggenburg werden zwei der Teilprojekte, die mit Geldern aus der neuen Regionalpolitik (NRP) finanziert werden, intensiv bearbeitet. Max Nadig betonte, dass auch die Einheimischen eingebunden werden sollen. Sie sollen die Rolle des Gastgebers einnehmen. «Ich bin überzeugt und zuversichtlich, dass wir dank unserer Stärken eine positive Zukunft vor uns haben», sagte er.

Die Arbeiten für das TEK sind aber bei weitem nicht alles, was die Mitarbeitenden von Toggenburg Tourismus im vergangenen Jahr geleistet haben. Geschäftsführer Christian Gressbach erwähnte vier Schlagwörter: Service, Produktmanagement, Kommunikation und Berg&Bett.

Direktem Kontakt zum Gast fällt hohe Bedeutung zu

Christian Gressbach berichtete, dass Toggenburg Tourismus für sich und Partner verschiedene Broschüren erstellt und Onlinetools zur Verfügung stellt. Das Tourist-Info in Wildhaus sei das Herzstück für den direkten Kontakt, der seit neustem auch bei einem Apéro für Gäste gepflegt wird.

Im Rahmen des Produktmanagements bietet Toggenburg Tourismus den Gästen buchbare Angebote an, von Wanderungen über Events bis zu Genussperlen. Christian Gressbach nennt ein weiteres Ansinnen:

«Wir versuchen auch immer wieder, die Gäste zu verblüffen, damit sie zu Sprachrohren werden, die positiv vom Toggenburg berichten.»

Im Bereich Kommunikation wurden der Skirennfahrer Cédric Noger und der Freeskier Jan Scherrer zu Botschaftern ernannt. Damit verspreche man sich einen Zugang zu deren Community. Schliesslich sagte Christian Gressbach, dass die Tochterfirma Berg&Bett sich langsam aber sicher zu einer «Erfolgsgeschichte» entwickle.

Zero Real Estate war sehr schnell ausgebucht

Aktuell ist Toggenburg Tourismus im Internet mit kurzen Imagefilmen präsent. Aufmerksamkeit verspricht man sich auch vom Hotelzimmer von Zero Real Estate, das innerhalb von 36 Stunden ausgebucht war. Zudem wurden alle Bikerouten unter die Lupe genommen, neu eingeteilt und auf einer neuen Karte abgebildet.

Die Arbeit geht den Touristikern aber nicht aus. Zum einen sind sie weiterhin daran, das Gebiet Neckertal zu stärken und die räumliche Tourismusentwicklung in Nesslau/Wolzenalp, Lichtensteig und Neckertal voranzutreiben. Zum anderen ist das Tagesgeschäft nach dem Einbruch in der Coronakrise alles andere als einfach: «Sie bietet uns eine Chance, aber die müssen wir gemeinsam packen», appellierte Christian Gressbach.