Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

5G-Netz: Das Toggenburg soll bis Ende Jahr an die Reihe kommen

Der Marktleader Swisscom hat in 54 Ortschaften der Schweiz 5G-Netze in Betrieb genommen. Keine der Ortschaften liegt im Toggenburg. Salt will den neuen Standard in der zweiten Hälfte des Jahres einführen. 5G-fähige Smartphones sind momentan in der Schweiz nicht erhältlich.
Martin Knoepfel
Ein Angesteller arbeitet Anfang Monat an einer 5G-Antenne der Swisscom in Chene-Bougeries (GE). (Bild: Keystone/Martial Trezzini)

Ein Angesteller arbeitet Anfang Monat an einer 5G-Antenne der Swisscom in Chene-Bougeries (GE). (Bild: Keystone/Martial Trezzini)

Die Ergebnisse der Versteigerung von Mobilfunkfrequenzen in der Schweiz wurden Anfang Februar bekannt gegeben. Die drei Anbieter Swisscom, Sunrise und Salt wurden für Frequenzbänder berücksichtigt, die sie für den Mobilfunk der fünften Generation (5G) nutzen können.

Neben leistungsfähiger Mobilkommunikation werde 5G in Zukunft viele neue Anwendungen ermöglichen, schreibt die eidgenössische Kommunikationskommission. Als Beispiel nennt sie das Internet der Dinge, medizinische Anwendungen, bildverarbeitenden Anwendungen oder selbstfahrende Fahrzeuge. Die Telekom-Firmen dürfen die erworbenen Frequenzbänder 15 Jahre lang nutzen.

Grosse Hoffnungen in den neuen Standard gesetzt

Die Schweiz gehöre in Europa zu den ersten Ländern, welche die 5G-Frequenzen den Netzbetreiberinnen bereits zur Verfügung stellen konnten, schreibt die eidgenössische Kommunikationskommission, welche die Auktion der Frequenzblöcke durchgeführt hat.

5G steigert gegenüber heute die Übertragungsgeschwindigkeit und die Reaktionsfähigkeit, schreibt das Bundesamt für Kommunikation. Möglicherweise bildet 5G eine kostengünstige Möglichkeit, um Gebiete mit Streusiedlungen mit Verbindungen auszurüsten, die für höhere Datenübertragungskapazitäten geeignet sind als heute üblich.

Über 100'000 neue Arbeitsplätze bis 2030 erwartet

In einer Studie kommt der Verband der Telekomindustrie zum Schluss, dass eine rasche Einführung von 5G einen Produktionszuwachs von geschätzten 42,4 Milliarden Franken bewirken wird. Das gilt für den Zeitraum bis 2030.

Gleichzeitig würden 137'000 Arbeitsplätze in der Schweiz neu geschaffen, heisst es in einer Medienmitteilung, die vor wenigen Tagen verbreitet worden ist. Da stellt sich natürlich die Frage, ob und allenfalls wann das Toggenburg mit dem neuen Mobilfunkstandard erschlossen wird.

«Für die Industrie relevant, aber auch anspruchsvoll»

Swissmem-Mediensprecher Ivo Zimmermann wertet die 5G-Technologie als für die Industrie relevant, aber auch als anspruchsvoll. Die 5G-Technologie eröffne interessante Chancen. Dazu gehörten konstante, extrem kurze Verzögerungszeiten bei der Datenübermittlung und spezifische Funktionalitäten für die direkte Kommunikation zwischen Maschinen.

Man erwarte deutliche Produktivitätssteigerungen insbesondere bei anspruchsvollen Wertschöpfungsprozessen, von der Massenproduktion bis hin zur Logistik. Swissmem gehen davon aus, dass es künftig in vielen Märkten ein entscheidendes Kriterium sein werde, dass Produkte wie etwa Werkzeugmaschinen oder Fahrzeuge 5G-Kommunikationsfähigkeiten hätten, erklärt Ivo Zimmermann. Swissmem ist der Verband der schweizerischen Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie und verwandter Technologie orientierter Branchen.

5G-Netz der Swisscom in Betrieb genommen

Die Swisscom hat am 17. April an 102 Standorten in 54 Ortschaften der Schweiz das 5G-Netz in Betrieb genommen. Das teilte der Schweizer Marktleader am 17. April mit.

5G-fähige Smartphones seien vorgestellt worden, heisst es weiter. Sie sind aber offenbar noch nicht auf dem Markt. Keine der 54 Ortschaften liegt im Toggenburg.

Swisscom gibt technologieneutrale Baugesuche ein

In Zusammenhang mit der Umstellung auf 5G stellt sich die Frage, ob Swisscom Baugesuche für die betreffenden Antennen einreichen muss. Mediensprecherin Annina Merk verneint.

«Alle Baugesuche, die Swisscom zurzeit eingibt, sind so ausgelegt, dass diese die 5G-Frequenzen unterstützen. Baugesuche geben wir technologieneutral ein.» (Annina Merk)

Welche Technologie auf welcher Frequenz laufe, spiele keine Rolle. Voraussetzung sei, dass die geltenden, strengen Grenzwerte für nichtionisierende Strahlung jederzeit eingehalten würden. Das sei der Fall, erläutert Annina Merk.

Über 300 Baugesuche im Jahr?

Über die Anzahl eingereichter Baugesuche macht der Marktleader keine genauen Angaben, es sind laut Annina Merk aber rund 300 Gesuche pro Jahr.

Das Unternehmen plane, bis Ende Jahr alle Regionen und Gemeinden mit 5G zu versorgen, sei es auf dem Land, in der Stadt oder in Bergregionen. «Wir gehen davon aus, dass wir dabei eine 5G-Abdeckung erreichen werden ähnlich wie heute mit 4G und damit etwa 90 Prozent der Bevölkerung versorgen können», erklärte Annina Merk.

Neue Standorte, auch im Toggenburg, würden laufend dazukommen. 5G ermögliche Geschwindigkeiten von maximal zwei Gigabit pro Sekunde.

Salt verneint Wettbewerbsnachteil

Die Einführung der 5G-Technologie ist bei Salt laut Auskunft der Pressestelle in der zweiten Hälfte 2019 geplant. Weitere Angaben zum Einführungsplan, zu zukünftigen Antennenstandorten und deren Anzahl wolle man erst machen, wenn die neue Technologie den Kunden zur Verfügung stehe, heisst es weiter.

Die Medienstelle von Salt sieht darin keinen Wettbewerbsnachteil. Auf die Frage nach den angebotenen U- und Download-Raten hiess es bei Salt, über die nächsten Jahre kontinuierlich ins Mobilfunknetz investieren, um den Service für die Kunden weiter zu verbessern. Dies gelte sowohl für den Ausbau der 5G-Technologie als auch für Upgrades der 3G- und 4G-Technologien.

Zusammenarbeit mit Nokia

Salt arbeitet mit dem finnischen Hersteller von Telekommunikationsausrüstungen Nokia zusammen. Man habe verschiedene Lieferanten analysiert und nach vielen Kriterien bewertet, lautete die Antwort auf die Frage, ob Salt wegen drohender Sanktionen der USA Angst gehabt habe, mit Huawei zusammenzuarbeiten.

Nokia habe mit seinen fortschrittlichen technologischen Fähigkeiten, Zuverlässigkeit und Sicherheit überzeugt.

Schwellenwert von 80 Prozent

Auf der Liste der von Sunrise versorgten Orte seien nur Gebiete aufgeführt, wo mindestens 80 Prozent der lokalen Bevölkerung von 5G profitieren könnten, sagte Rolf Ziebold von der Sunrise-Corporate-Communications. Denkbar sei, dass in nicht erwähnten Gebieten dennoch 5G verfügbar sei. Bei einer tieferen Abdeckung würden diese Orte das aus Qualitätsgründen nicht erwähnt, weil das die Kunden enttäuschen würde.

An die 5G-Internet-Routern könne man über WiFi internetfähige Geräte anschliessen, sagte Rolf Ziebold. Die Geschwindigkeiten bei Sunrise betrügen momenten 1 Gigabit pro Sekunde. Durch den Netzausbau und durch die Entwicklung der Geräte würden die Geschwindigkeiten weiter steigen, beteuerte der Vertreter von Sunrise.

Sunrise werde den Netzausbau vorantreiben. Über die Strategie der Netzplanung gebe man aber keine Auskunft, da das wettbewerbsrelevant sei. Das sagte Rolf Ziebold auf die Frage, wann Sunrise auch im Toggenburg 5G anbieten werde.

Es gibt einen Standort im Toggenburg

Auf einer Karte des Bundesamts für Kommunikation sind die 5G-fähigen Antennen in der Schweiz eingezeichnet. Im Toggenburg findet man einen Standort, auf der rechten Seite des Neckertals zwischen Brunnadern und St. Peterzell. Wie man aus der Karte schliessen kann, steht die Antenne in der politischen Gemeinde Neckertal.

Wie von Viola Lebel, PR und Communications Manager von Salt zu erfahren war, besitzt der drittgrösste Telekomanbieter in der Schweiz heute noch keine 5G-Antennen. Viola Lebel weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass Kunden heute bei keinem der Mobilfunkanbieter in der Schweiz 5G-Produkte beziehen könnten, da die entsprechenden Endgeräte nicht gekauft werden könnten.

«Liste ist abschliessend»

Esther Hüsler vom Mediendesk der Swisscom wies in diesem Zusammenhang auf die Liste der Gemeinden hin, die von der Swisscom mit 5G versorgt werden. Diese Liste sei abschliessend, erklärte Esther Hüsler. Auf dieser Liste findet man keine Toggenburger Gemeinde.

Er könne nicht bestätigen, dass die Antenne in der Gemeinde Neckertal Sunrise gehöre. Das sagte Rolf Ziebold.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.