TOGGENBURG
Solino-Projekt: Jetzt sind die Gemeinden am Zug

Das Solino in Bütschwil soll einen zusätzlichen Trakt erhalten, der aber nicht der Steigerung der Kapazität dient. Bütschwil-Ganterschwil und Mosnang entscheiden am 13. Februar an der Urne. In Lütisburg, Lichtensteig und Wattwil kommt das Geschäft vor die Bürgerversammlung. Baubeiträge der Gemeinden braucht's nicht.

Martin Knoepfel
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So könnte der Erweiterungsbau des regionalen Seniorenzentrums Solino in Bütschwil dereinst aussehen.

So könnte der Erweiterungsbau des regionalen Seniorenzentrums Solino in Bütschwil dereinst aussehen.

Visualisierung: PD

Das Projekt für die Erweiterung des regionalen Seniorenzentrums Solino in Bütschwil soll diesen Winter und Frühling eine weitere Hürde nehmen – die Zustimmung durch die fünf Gemeinden der Trägerschaft. Es handelt sich bei den Gemeinden um Bütschwil-Ganterschwil, Mosnang, Lütisburg, Lichtensteig und Wattwil.

Wenn alle fünf Gemeinden das Projekt gutheissen und wenn es im Baubewilligungsverfahren keine Verzögerungen durch Einsprachen gibt, könnte der Erweiterungsbau im Herbst 2024 bezugsbereit sein. Das kann man dem Abstimmungsgutachten des Gemeinderats von Bütschwil-Ganterschwil entnehmen, das im Internet aufgeschaltet ist.

Kostenvoranschlag von zehn Millionen Franken

Für knapp zehn Millionen Franken soll nördlich der bisherigen Bauten des Seniorenzentrums ein Neubau erstellt werden. Der Neubau wird ein Flachdach erhalten, auf dem eine Fotovoltaikanlage aufgestellt werden soll. Über der Tiefgarage und dem offenen Parkdeck erheben sich das Parterre und darüber zwei Etagen.

Der Eingang zum Neubau mündet auf den bestehenden Vorplatz. Das Gebäude bietet Raum für elf 2,5-Zimmer-Wohnungen und zehn Einzelzimmer. Im Parterre des Neubaus ist darüber hinaus ein Spitex-Stützpunkt vorgesehen.

Umwandlung von Zweierzimmern

Momentan werden 98 Betten in 62 Einer- und 18 Zweierzimmern angeboten. 103 Betten wären vom Kanton bewilligt. Die Anzahl Betten steigt trotz Neubau nicht, denn die Zweierzimmer sollen in Einerzimmer umgewandelt werden. Das Gutachten räumt übrigens ein, dass gegenwärtig die Leerstandsquote wegen der Coronapandemie erhöht ist.

Es sei heute schwierig bis unmöglich geworden, Zweierzimmer zu vermieten, hält das Gutachten weiter fest. Die Seniorinnen und Senioren hätten zudem ganz unterschiedliche Ansprüche an ein Zentrum. Die geplanten elf neuen Wohnungen könnten deshalb vielfältig genutzt werden, vom Wohnen im Alter bis hin zu Pflegewohnungen.

Pflegezimmer alle im zweiten Stock

Obwohl heute die Seniorinnen und Senioren so lange wie möglich in der eigenen Wohnung bleiben wollten, werde es auch in Zukunft pflegebedürftige Personen geben, die entsprechende Angebote benötigen. Das hält das Abstimmungsgutachten fest.

Die neuen Wohnungen belegen das Parterre und den ersten Stock. Die Pflegezimmer sind alle im zweiten Stock vorgesehen. Dort verbindet zudem eine Passerelle den Neu- mit dem südlich davon gelegenen Altbau. Man wird also vor Regen, Schnee und Eis geschützt zwischen den beiden Häusern wechseln können.

Alle Gemeinden müssen Ja sagen

Träger des Solino ist ein Zweckverband. Bütschwil-Ganterschwil hat mit 59 Prozent die grösste Beteiligungsquote. Mosnang folgt mit 14 Prozent. Die Quote von Lütisburg liegt bei elf Prozent. Auf Lichtensteig und Wattwil entfallen je acht Prozent. Das ist dem Gutachten für die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger zu entnehmen.

Die Kosten für das Neubauprojekt übersteigen die Schwelle von zwei Millionen Franken. Deshalb müssen alle Gemeinden die Ausgaben gutheissen, obwohl das Projekt keine Bau- oder Betriebsbeiträge der Gemeinden erfordert. Mit anderen Worten: Jede Gemeinde hat ein Vetorecht.

Allerdings hat sich bis jetzt in der Öffentlichkeit keine Opposition gegen die Erweiterung des Solino artikuliert. Zudem hatten die Delegierten des Zweckverbands das Projekt an ihrer Versammlung vom 21. Oktober 2021 einstimmig gutgeheissen.

Urnenabstimmungen und Entscheide der Bürgerversammlungen

Bütschwil-Ganterschwil und Mosnang müssen wegen der Neubaukosten Urnenabstimmungen durchführen. Die Gemeinderäte dieser beiden Gemeinden haben die Urnengänge auf den eidgenössischen Abstimmungstermin vom 13. Februar angesetzt. In Lütisburg, Lichtensteig und Wattwil entscheiden die Bürgerversammlungen, sofern sie nicht wegen der Coronapandemie durch Urnenabstimmungen ersetzt werden.

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