Toggenburg
Die Stärken gemeinsam nach aussen tragen: So kann die Wirtschaft die Regionalpolitik unterstützen

Auf den ersten Blick haben die Arbeitgebervereinigung und die Region Toggenburg wenige Berührungspunkte. Die Referenten an der Herbstversammlung, Kilian Looser und Mathias Müller, zeigten aber auf, dass es gemeinsame Interessen gibt.

Sabine Camedda
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Die Mitglieder der Arbeitgebervereinigung Toggenburg liessen sich von Mathias Müller über den Stand der Planung des Klanghauses informieren.

Die Mitglieder der Arbeitgebervereinigung Toggenburg liessen sich von Mathias Müller über den Stand der Planung des Klanghauses informieren.

Bild: Sabine Camedda

Die Region Toggenburg, der Kilian Looser seit Juni vorsteht, ist keine Staatsebene, wohl aber hat sie einen Auftrag: Sie soll die Raumplanung und den Verkehr in der Region aufeinander abstimmen. Das erklärte der Nesslauer Gemeindepräsident zu Beginn seines Referats am Montagabend an der Herbstversammlung der Arbeitgebervereinigung Toggenburg (ART) im Wattwiler Thurpark.

Kilian Looser sieht einiges an Potenzial in der Region, was auch den Arbeitgebern zugutekommen könnte. Da wären die zahlreichen Gebäude ausserhalb der Bauzone. Diese sind gesucht und bieten Potenzial für Steuersubstrat. Oder die Strassen. Dank der Umfahrungen von Bütschwil und von Wattwil, die im kommenden Jahr eröffnet werden, ist viel gegangen. Aber es ginge noch mehr, findet Kilian Looser. Darum setzt sich die Region für eine Verbesserung der Verkehrswege über den Ricken und über die Wasserfluh ein.

Die Region will neue Fachkräfte holen

Kilian Looser zeigte auf, dass in den vergangenen Jahren viel gemacht wurde für die Entwicklung der Region. Jetzt gelte es, das Gemachte zu überprüfen und allenfalls zu justieren.

Daneben geht die Arbeit weiter. Die Region möchte weitere Fachkräfte gewinnen. Dafür wird sie zusammen mit der Arbeitgebervereinigung ein Projekt starten. Und noch etwas liegt Kilian Looser am Herzen:

«Wir müssen ein stolzes und authentisches Wir-Gefühl entwickeln.»

Das sei eine Herkulesaufgabe und er sei sich bewusst, dass das nicht von heute auf morgen geht. Aber: Man muss im Kleinen anfangen.

Das Toggenburg ist nicht das Armenhaus des Kantons

Ein Mitglied der ART setzte genau dort an und wollte wissen, was unternommen werde, um die Bedeutung des Toggenburgs gegenüber dem Kanton zu stärken.

Kilian Looser äusserte seine Überzeugung, dass das Toggenburg nicht das Armenhaus des Kantons sei. «Es geht uns besser, als wir uns eingestehen und als man von aussen sieht», sagte er. Diese Stärke müsse innerhalb und ausserhalb des Tales bekannt gemacht werden. Dann sehe nicht nur der Kanton die wirtschaftliche Entwicklung. Sondern auch Städter, die ins Toggenburg ziehen und die Region weiter stärken.

Effekt des Klanghauses nutzen

Ein Beitrag zur Entwicklung ist das Klanghaus am Schwendisee, das im Jahr 2025 eröffnet werden soll. Mathias Müller, Präsident des Vereins Klangwelt Toggenburg, informierte die Anwesenden über den Stand der Arbeiten.

Mit dem Klanghaus alleine ist es aber noch nicht gemacht. Mathias Müller sagte:

«Wir wollen die Chance packen und beweisen, dass wir etwas daraus machen.»

So entstehen nicht nur im näheren Umkreis des Klanghauses weitere touristische Angebote. Das ganze Toggenburg soll einbezogen werden. Mit dem Baumwipfelpfad, der Chääswelt und Angeboten auf der Wolzenalp sind erste Schritte gemacht. Mit weiteren Ideen sollen auch andere, vorderhand weniger touristische Gemeinden, hinzukommen.

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