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Redner Christian Leitz stellte den Ebnat-Kappler Unternehmer und Zeitungsverleger Abraham Keller vor: Ein Toggenburger Erzdemokrat

Der Historiker Christian Leitz stellte bei seiner Ansprache Abraham Keller ins Zentrum. Er hätte den 1. August sicher so gefeiert wie wir heute, sagte der Redner.
Michael Hug
Historiker Christian Leitz hielt an der Ebnat-Kappler Bundesfeier die Festansprache. (Bild: Michael Hug)

Historiker Christian Leitz hielt an der Ebnat-Kappler Bundesfeier die Festansprache. (Bild: Michael Hug)

«Ein seit drei Jahren bewährtes Konzept.» Patrick Zollinger, der Präsident des Verkehrsvereins Ebnat-Kappel ist sichtlich stolz: «Alles ausverkauft. 250 Leute sind hier, wir sind sehr zufrieden.» In der Tat, der Vorplatz des Schulhauses Linden ist voll, die Stimmung am späten Vormittag an der prallen Sonne ist bestens, die Menschen sind vergnügt und alle harren der Rede, die gleich vorgetragen wird.

Keinen Politiker, keinen Prominenten, entgegen der üblichen Besetzung bei 1.-August-Reden hatte der Verkehrsverein einen ganz «normalen» Festredner eingeladen. Es war Christian Leitz, der in Ebnat-Kappel ansässig ist und sich von Berufs wegen den alten Zeiten widmet.

Ein verdienter Ebnat-Kappler

Leitz kramte nicht in den alten Legenden und Überlieferungen um den Schwur der Eidgenossen und undeutlich datierte Bundesbriefe. Der Historiker erinnerte sich in seiner Rede eines verdienten Ebnat-Kapplers, eines Unternehmers, Zeitungsverlegers und Patrioten: Abraham Keller. 1796 in Lütisburg geboren, verschlug es den späteren Unternehmer nach Ebnat-Kappel, genauer als Schullehrer auf den Hüsliberg.

Doch der «Lütisburger Abraham» sah sich bald nach anderen Beschäftigungen um. Er wurde Unternehmer, kaufte eine Druckerei, gab das Wochenblatt «Bote aus den Alpen» (später wurde daraus die «Toggenburger Nachrichten») und viele weitere Zeitschriften und Bücher heraus. Keller gehörte als Politiker dem St.Gallischen Verfassungsrat an, der 1831 die dritte Verfassung des Kantons St.Gallen ausarbeitete.

Abraham Keller, Demokrat und Patriot

Abraham Keller war jedoch auch ein Demokrat und Patriot, so Leitz in seiner Ansprache:

«Mit seinen Idealen und Zielen vereint Keller das für mich wesentliche Element des Tages, den wir heute feiern. Ich bin mir sicher, er wäre der Erste gewesen, der diesen nationalen Feiertag, den es ja damals noch nicht gab, selbst für eine Rede oder Publikation genutzt hätte und dabei die Bedeutung von Bildung, Meinungsfreiheit, Demokratie für die Schweiz betont hätte.»

Und er hätte mit Freude gesehen, so Leitz zum Schluss, wie sich «sein» Toggenburg in seinem Sinne entwickelt hat: ein ausgezeichnetes Schulsystem, innovatives Unternehmertum, kulturelle Vielfalt.

Die Bundesfeier begann bereits um 9 Uhr mit einem deftigen «Buurezmorge». Unterstützt wurde der VVEK von den Bäuerinnen und Landfrauen. 70 Helferinnen an der Zahl waren es und alle wurden vornamentlich auf dem Tischset erwähnt – eine schöne Geste an das Helferinnen-Personal, unter denen es gemäss dieser Liste fünf Vrenis gibt, vier Mariannes und drei Monikas.

Bleibt zu hoffen, dass stets jede dieser Damen wusste, wer gerade angesprochen war. Die musikalische Unterhaltung war durch das Jodelchörli Hüsliberg gewährleistet. Die erste Strophe der Hymne wurde je mit dem traditionellen und dem neuen Text gesungen. Anschliessend wurden fünf einheimische Sportler geehrt.

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