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Tierklinik und Tierheim Toggenburg – Willi Eppenberger als «Gründervater» geehrt

Die Genossenschaft Tierklinik und Tierheim Toggenburg ist auf die Initiative von Tierarzt Willi Eppenberger zurückzuführen. An der Jubiläumsversammlung wurde der «Gründervater» geehrt.
Adi Lippuner
Susi Eppenberger, Ruedi Giezendanner, Präsident Genossenschaft mit Willi Eppenberger, dem «Gründervater» von Tierklinik und Tierheim (von links). (Bild: Adi Lippuner)

Susi Eppenberger, Ruedi Giezendanner, Präsident Genossenschaft mit Willi Eppenberger, dem «Gründervater» von Tierklinik und Tierheim (von links). (Bild: Adi Lippuner)

Genau gerechnet hätte die Genossenschaft am Donnerstagabend ihre 51. Generalversammlung feiern können. Weil aber, kurz nach der Gründung im Dezember 1969 eine Versammlung ausfiel, wurden die 50. Generalversammlung und das 50-jährige Bestehen als Jubiläum gefeiert. Anwesend auch Willi Eppenberger, der seinerzeit als Tierarzt Geschichte schrieb, weil er in der Region Tieroperationen durchführte und dafür geeignete Räumlichkeiten schaffen wollte.

Für den amtierenden Präsidenten Ruedi Giezendanner ist Willi Eppenberger der «Gründervater» der Tierklinik und des Tierheims. «Seinem Engagement und Fachwissen ist es zu verdanken, dass wir heute zusammen feiern können. Will Eppenberger wurde am 6. April 96 Jahre alt und wir sind geehrt, dass er heute anwesend ist.» Leider könne er sich nicht mehr so unbeschwert bewegen wie vor einem halben Jahr, erwiderte Willi Eppenberger. «Die Gesundheit macht nicht mehr mit und ich muss mich, nachdem ich während Jahrzehnten ohne Einschränkungen leben konnte, nun auf einen kleineren Radius beschränken.» Dank Unterstützung und Begleitung von Ehefrau Susi geniesse er nun die kleinen Freuden des Alltags, allerdings nicht mehr im Eigenheim in Wildhaus sondern in der altersgerecht eingerichteten Wohnung in Nesslau.

Gründung am 20. Dezember 1969

Die Idee der Genossenschaft war es seinerzeit, genügend Geld in Form von Anteilscheinen und Spenden zu beschaffen, um in Nesslau eine Tierklinik, in Verbindung mit einem Tierheim realisieren zu können. Der Grundstein wurde anlässlich einer Interessenversammlung gelegt, anschliessend ging es darum, Genossenschafter sowie Spenden zu finden.

46 Genossenschafter nahmen an der Gründungsversammlung am 20. Dezember 1969 teil, bereits beim Start waren 2190 Anteilscheine von je 100 Franken von insgesamt 400 Genossenschafter gezeichnet. Zudem waren nicht rückzahlbare Beiträge in der Gesamthöhe von 62000 Franken zugesichert. Das Startkapital betrug, wie Ruedi Giezendanner an der Jubiläums-Versammlung ausführte, 281000 Franken. Zusammen mit den 1500 Quadratmetern Land, die von der Gemeinde Nesslau im Gebiet Berstel unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurden, konnten weitere 560 Quadratmeter zu einem Vorzugspreis von zehn Franken pro Quadratmeter, erstanden werden.

Daniel und Carla Leutenegger erklären den Genossenschaftern Tierklinik und Tierheim Nesslau die Funktion der Computertomografie. (Bild: Adi Lippuner)

Daniel und Carla Leutenegger erklären den Genossenschaftern Tierklinik und Tierheim Nesslau die Funktion der Computertomografie. (Bild: Adi Lippuner)

Schon zwei Jahre nach der Gründung der Genossenschaft waren 558 Personen, die Anteilscheine in der Höhe von 335700 Franken gezeichnet hatten, dabei. Zudem waren Spenden in der Höhe von 80798 Franken eingegangen, das Genossenschaftskapital betrug 506498 Franken. «Die Kosten für den Neubau wurden mit 758000 Franken veranschlagt – ein Betrag, der aufgrund des Eigenkapitals zu verkraften war,» so Ruedi Giezendanner.

Zweck der Genossenschaft geändert

War es während langer Jahre Zweck der Genossenschaft, Eigentümerin der Liegenschaft Tierheim und Tierklinik zu sein und diese an geeignete Betreiber zu verpachten, erfolgte im Jahr 2008 der grosse Wechsel. «Mit einer Statutenrevision wurde der Zweck dahingehend geändert, dass der Bau und Betrieb der Liegenschaft aus dem Zweckartikel entfernt wurde. Seither beschränkt sich die Genossenschaft auf die Unterstützung des Tierschutzes, insbesondere durch finanzielle Beiträge für die Versorgung und Unterbringung herrenloser Tiere in der Tierklinik und dem Tierheim», hielt der Präsident in seinem Rückblick fest.

Professionelles Umfeld und ein Herz für Tiere

Aktuell werden die Tierklinik und das Tierheim unter der Leitung des Ehepaars Carla und Daniel Leutenegger betrieben. Vor der Generalversammlung hatten die Genossenschafter Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen zu werden. Die Anwesenden erhielten Einblick in den Empfang, die Untersuchungsräume, das Röntgenzimmer und sogar der Möglichkeit, eine Computertomografie zu erstellen.

Dabei erklärte Daniel Leutenegger, dass – im Unterschied zur Humanmedizin – jeweils auch die Kosten mit den Tierbesitzern besprochen werden müssen. «Leider ist die Möglichkeit der Versicherungslösung bei Kleintierbesitzer noch zu wenig bekannt,» so Carla Leutenegger. Ein weiterer Kostenfaktor für die Betreiber von Tierklinik und Tierheim sind die herrenlosen Tiere. «Dabei geht es nicht primär ums Futter, zuerst muss der Gesundheitszustand abgeklärt werden und dies und eine allenfalls nötige Behandlung, kann unter Umständen sehr aufwendig sein,» so Daniel Leutenegger. (adi)

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