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Tiefste Mortalität im Hitzesommer 2018

Hohe Temperaturen erhöhen die Sterblichkeit, vor allem bei älteren Menschen. Das tönt plausibel. Aber stimmt das, was plausibel ist, auch in der Wirklichkeit?
Martin Knoepfel

Das «Toggenburger Tagblatt» erkundigte sich bei der Fachstelle für Statistik des Kantons St.Gallen und beim Bundesamt für Statistik nach den Zahlen über die Sterblichkeit im Hitzesommer 2018. Definiert wurde der Sommer als die Monate Juni, Juli, August und September. Diese Zahlen liegen seit kurzem vor. Beschränkt wurde die Auswertung auf die Personen, die mindestens 80 Jahre alt sind.

2018 verzeichnete man einen Temperaturrekord

2018 war es wochenlang sehr heiss und trocken. «Zehn von zwölf Monatstemperaturen lagen deutlich über der Norm, sechs davon im extremen Bereich», schreibt Meteoschweiz im Klimabulletin zum letzten Jahr. Das Sommerhalbjahr sei so warm gewesen wie noch nie seit dem Beginn der Messungen im Jahr 1864, heisst es weiter. Die Jahrestemperatur stieg laut Meteoschweiz auf 6,9 Grad und war damit 1,5 Grad bis 2,0 Grad höher als die Norm der Jahre 1981 bis 2000.

Weder die absoluten Zahlen noch die Todesfallanteile deuten darauf hin, dass die hohen Temperaturen des Sommers 2018 die Zahl der Todesfälle bei der Altersgruppe über 80-Jahren erhöht haben könnten. Im Jahr 2018 habe die Todesfallquote sowohl im Kanton St. Gallen als auch im Wahlkreis Toggenburg den tiefsten Wert des Beobachtungszeitraums 2010 bis 2018 erreicht. Das schreibt Theo Hutter, Leiter der Fachstelle Statistik. Die Hypothese «hohe Temperaturen erhöhen das Sterberisiko» könne damit aber nicht als widerlegt gelten, hält er fest.

Starke Schwankungen zwischen den Jahren

In den Jahren 2010 bis 2018 schwankte die Sterblichkeit bei den Personen über 80 Jahren im Kanton St. Gallen zwischen 2,9 Prozent und 3,5 Prozent. Das Maximum wurde 2012 erreicht, der tiefste Wert 2018. In absoluten Zahlen: 2018 starben im Kanton St. Gallen 617 von 21 506 Personen über 80 Jahren. 2012 waren es 663 Todesfälle auf 18 809 Personen gewesen.

Im Toggenburg sind die Zahlen für 2010 unvollständig. Der Anteil der Todesfälle schwankt im Toggenburg zwischen 2011 und 2018 zwischen 2,2 Prozent im Jahr 2018 und 4,3 Prozent im Jahr 2012. In den übrigen Jahren haben die Werte eine Drei vor dem Komma. In absoluten Zahlen waren es 2012 86 Verstorbene und 2018 noch 47 Todesfälle von Personen über 80 Jahren. 2012 lebten 2013 Personen dieser Altersgruppe im Wahlkreis Toggenburg. 2018 waren es schon 2163 Männer und Frauen.

In fünf Wochen höhere Sterblichkeit als zu erwarten

Das Bundesamt für Statistik (BfS) verfügt über Erfahrungswerte, wie sich die Sterblichkeit im Laufe des Jahres entwickelt. Diese Zahlen werden wöchentlich erfasst und beziehen auf die ganze Schweiz. Sie seien für regionale Auswertungen nicht geeignet, heisst es beim BfS. Diese Zahlen beziehen sich zudem auf Personen über 65 Jahre.

Wenn die tatsächliche Sterblichkeit in einer Woche den Erfahrungswert übersteigt, spricht das BfS von «Exzess-Mortalität». 2018 war die Exzess-Mortalität in zwei Wochen im Januar und in drei Wochen im März feststellbar.

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