WATTWIL
Mit dem Team des Altersheims Risi: Der «Thurpark» öffnet in weniger als einem Monat wieder

Nach dem Abgang von Pächterin Madeleine Meile ist eine Nachfolgelösung für das Restaurant Thurpark in Wattwil gefunden. Ab 1. Juni bedient das Führungsteam des Alters- und Pflegeheims Risi die Gäste. Hendrik de Jager wird das neue «Thurpark»-Gesicht. Zum Risi-Ableger soll das Lokal aber nicht werden.

Simon Dudle
Merken
Drucken
Teilen
Führen neu den «Thurpark» (von links): Faik Shakiri, Georg Raguth und Hendrik de Jager.

Führen neu den «Thurpark» (von links): Faik Shakiri, Georg Raguth und Hendrik de Jager.

Bild: PD

Die Meldung sass. Im Februar kommunizierte die Gemeinde Wattwil als Eigentümerin des «Thurparks», dass Pächterin Madeleine Meile das Mietverhältnis gekündigt hat. Sie machte die vorherrschenden betrieblichen Einschränkungen und die Unsicherheiten über die wirtschaftliche Entwicklung geltend. Meile hatte das Restaurant seit 2017 geführt.

Rund zweieinhalb Monate später sind die Nachfolger mit Umbauarbeiten beschäftigt. Es ist eine einheimische Lösung geworden. Per 1. Mai hat ein Teil des Führungsteams vom Alters- und Pflegeheim Risi das Ruder im «Thurpark» übernommen. Namentlich sind es dessen Leiter Georg Raguth und die beiden Verantwortlichen für Verpflegung und Service, Faik Shakiri und Hendrik de Jager, wobei Letzterer das Aushängeschild des Restaurants wird. Ab dem 1. Juni werden Gäste empfangen. Sollte der Bundesrat bis dahin keine weiteren Lockerungen bekanntgeben, dann halt «nur» auf der Terrasse mit ihren 60 Plätzen.

Am 1. Juni kehrt wieder Leben in den «Thurpark».

Am 1. Juni kehrt wieder Leben in den «Thurpark».

Bild: Simon Dudle

Synergien nutzen, aber keine Querfinanzierung

Als die Kündigung von Madeleine Meile auf dem Tisch lag, machte sich der Wattwiler Gemeinderat Pirmin Sieber auf die Suche nach Nachfolgern. Seine Aufgabe war dies, weil die Gemeinde Eigentümerin der Liegenschaft ist. Eine Lösung innerhalb der Gemeinde lag nahe – und wurde gefunden. Für Georg Raguth, Leiter des Alters- und Pflegeheims Risi, ist aber klar, dass der «Thurpark» nicht zum Risi-Ableger wird. Auch eine Querfinanzierung schliesst er aus. Raguth sagt:

«Wir zahlen einen marktüblichen Pachtzins, es gibt eine getrennte Buchhaltung und die Gemeinde hat eine Gewinnbeteiligung. Das Konzept für den ‹Thurpark› haben wir überprüfen lassen.»

Selbstredend sollen aber Synergien genutzt werden.

Formal ist es so: Die Integration der Thurpark Gastro GmbH in die Politische Gemeinde hat der Gemeinderat Wattwil im Rahmen seiner Finanzkompetenz als Nachtragskredit genehmigt. Der Kaufpreis liegt bei rund 150'000 Franken und beinhaltet hauptsächlich die Übernahme von liquiden Mitteln, Forderungen und Verbindlichkeiten für weiter nutzbare Lieferungen. Das Hauptinventar befindet sich bereits im Eigentum der Gemeinde.

Die sanfte Renovierung des «Thurparks» läuft: Der Raum soll heller werden.

Die sanfte Renovierung des «Thurparks» läuft: Der Raum soll heller werden.

Bild: Simon Dudle

«Dolder» – «Schwanen» – «Thurpark»

Bis zur Eröffnung am 1. Juni ist noch einiges zu tun. Seit dieser Woche laufen die Sanierungsarbeiten auf Hochtouren. Der Innenraum wird aufgefrischt, es gibt eine neue Decke und einen neuen Boden. Der Raum soll heller werden und der Stil der 1970er-Jahre verschwinden. Auch sonst wird es einige Anpassungen geben. So wird der «Thurpark» künftig an sieben Tagen in der Woche geöffnet sein. Bis anhin war jeweils am Sonntag Ruhetag. Zudem soll man bereits zur Znüni-Zeit einkehren können, um die «Büezer» anzusprechen, wie Georg Raguth sagt.

Der «Thurpark» soll aber auch als Veranstaltungsort und Treffpunkt für Wattwil und das Toggenburg gestärkt werden. Hendrik de Jager sagt:

«Wir wollen ein Lokal sein für die Familie, die Geschäftsfrau oder das Liebespaar. Sei es fürs Mittagessen, eine Pause zwischendurch, ein romantisches Gala-Dinner oder für Anlässe von einem Vereinsfest bis zu einer Hochzeit.»

Hendrik de Jager ist in Südafrika geboren und machte die ersten gastronomischen Erfahrungen in Schottland. Später sammelte er auch praktische Erfahrungen im Zürcher Grandhotel Dolder. Von dort holte ihn der «Schwanen» in Rapperswil ins Boot, wo er mehrere Jahre das Restaurantteam leitete. Privat hat er sein Glück im Toggenburg mit Nicole gefunden – und sich darum nach einer Stelle in der Region umgesehen. Seit mehreren Jahren obliegt ihm als Leitung Service die Organisation im Risi.

Der «Thurpark»-Übergang in Personen (von links): Wattwils Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner, Madeleine Meile (ausgeschiedene Geschäftsführerin), Georg Raguth (neuer Geschäftsführer) und Pirmin Sieber (neuer Vorsitzender der Geschäftsführung).

Der «Thurpark»-Übergang in Personen (von links): Wattwils Gemeindepräsident Alois Gunzenreiner, Madeleine Meile (ausgeschiedene Geschäftsführerin), Georg Raguth (neuer Geschäftsführer) und Pirmin Sieber (neuer Vorsitzender der Geschäftsführung).

Bild: gk