Theatervirus statt Corona: «Chössi» und «Gofechössi» geben Programm einer nicht ganz normalen Spielzeit bekannt

«Chössi» und «Gofechössi» stehen vor einer speziellen Saison: Noch ist unklar, welche Auswirkungen das Coronavirus auf den Theaterbesuch im Herbst haben wird. Das Programm der beiden Vereine ist aber ohnehin nicht beeinträchtigt.

Ruben Schönenberger
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Ilse Pauli, Stephan Haller («Gofechössi»), Urban Kressibucher, Brigitte Helfenstein und Karl Egli (von links) stehen vor einer speziellen Saison in Lichtensteig.

Ilse Pauli, Stephan Haller («Gofechössi»), Urban Kressibucher, Brigitte Helfenstein und Karl Egli (von links) stehen vor einer speziellen Saison in Lichtensteig.

Bild: Ruben Schönenberger

Es dauert noch zweieinhalb Monate, bis das Chössi-Theater und das «Gofechössi» die neue Saison in Angriff nehmen. Viel Zeit also, sich auf die coronabedingt speziellen Umstände einzustimmen.

Doch worauf genau eigentlich? «Bis September dauert es noch etwas. Wir haben schon ein wenig Angst, dass wieder Massnahmen erlassen werden. Aber wir sind zuversichtlich, dass Theaterbesuche möglich sein werden», sagt «Chössi»-Präsident Urban Kressibucher. Aktuell plane man, nur die Hälfte der rund 130 Plätze zu verkaufen, damit die Leute sicher nicht zu nahe sitzen. Und auf eine Pause wird voraussichtlich verzichtet. Wenn die Leute nur einmal rein und einmal rausgehen müssen, lassen sich die Ströme besser kontrollieren.

Ein Programm ohne Coronaeinfluss

Auf das eigentliche Programm hatte das Coronavirus indes keine Auswirkungen. Was im Frühling ausgefallen war, wird erst nächstes Jahr nachgeholt. Was ab dem 12.September auf die Bühne kommt, wäre sowieso vorgesehen gewesen.

Highlights herauszupicken fällt den Programmverantwortlichen Ilse Pauli und Brigitte Helfenstein schwierig. «Wir freuen uns auf alle Vorstellungen», sagt Pauli. Und versucht zusammen mit Helfenstein doch, einzelne Highlights zu erwähnen: Volker Ranisch als «Fast-Schon-Hausschauspieler» zum Beispiel. Oder Bettina Castano, die beim letzten Auftritt im Chössi-Theater die Alder Buebe dabei hatte. Pauli und Helfenstein ergänzen sich gegenseitig, nennen weitere Highlights wie Weniger Egli oder Simon Enzler. Bis irgendwann das ganze Programm vorgestellt ist.

«Schtärnäfunklä» auch 2020 als Highlight

Das «Gofechössi» startet eine Woche später in die neue Saison. Und wagt zu Beginn ein Experiment: An verschiedenen Orten gibt es kleine Theaterstücke, Akrobatik oder Musik zu sehen. Alles wird mehrfach wiederholt, Eltern können mit ihren Kindern von einem Standort zum nächsten ziehen, erklärt Stephan Haller vom «Gofechössi».

Weiter gehts im Oktober mit einem Konzert in der Kantonsschule Wattwil. Als Highlight der Saison dürfte das «Schtärnäfunklä 2020» fungieren: Vier Geschichtenabende in der Adventszeit, die Jahr für Jahr viel Publikum anlocken.

Das bange Hoffen auf den September

Finanziell hatten die Einschränkungen im Zusammenhang mit der Coronapandemie bisher keine grossen Auswirkungen auf die beiden Vereine. «Die Fixkosten laufen zwar weiter», sagt Karl Egli vom Trägerverein. Aber diese seien zum Glück tief. Kressibucher ergänzt, man erhalte Beiträge von Kulturförder- institutionen jährlich. «Die finanzieren aber natürlich keine leeren Häuser», sagt Kressibucher.

Es bleibt das bange Hoffen, dass Theaterbesuche im September möglich sein werden. Und das Hoffen, dass die Besucherinnen und Besucher auch kommen. «Die Leute sind schon noch zurückhaltend», stellt Egli fest. «Aber sie lechzen nach sozialem Leben», sagt Pauli.

Im August will man im «Chössi» eine Standortbestimmung vornehmen und die dann gültigen Einschränkungen analysieren. «Das Wichtigste ist, dass es endlich wieder Kultur gibt», sagt Haller.

Das detaillierte Programm des Chössi-Theaters ist ab Mittwoch unter www.choessi.ch zu finden, jenes des «Gofechössi» unter www.gofechoessi.ch.