The Voice of Switzerland: Der Hemberger Remo Forrer bekam weiche Knie bei Anna Rossinelli

Remo Forrer singt «Someone You Loved» und löste bei «The Voice of Switzerland» Begeisterungsstürme aus.

Cecilia Hess-Lombriser
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Im Duett: Remo Forrer und Pegasus-Frontman Noah Veraguth in der ersten Folge von «The Voice of Switzerland».

Im Duett: Remo Forrer und Pegasus-Frontman Noah Veraguth in der ersten Folge von «The Voice of Switzerland».

Bild: Screenshot 3+

Nach fast sechs Jahren Pause ist am Montagabend «The Voice of Switzerland» zurückgekehrt. Der TV Sender 3+ hat das Format aufleben lassen. Mit dabei war der 18-jährige Hemberger Remo Forrer, der seit bald fünf Jahren im Talentförderprogramm der Musikschule Toggenburg ist und wöchentlich Gesangsunterricht bei Theresa Kressig-Chen nimmt.

Remo Forrer hat bereits zahlreiche Auftritte hinter sich; auch in Musicals. Was jetzt auf ihn zukommen wird, weiss er nicht. «Ich hoffe, dass ich eine Chance bekomme, denn mein Traum ist es, eine musikalische und schauspielerische Karriere zu machen», sagt Remo Forrer überzeugt.

Im Team von Pegasus-Frontmann Noah Veraguth

Lange mussten die Zuschauerinnen und Zuschauer, Bekannte und Freunde von Remo Forrer am Montagabend warten, bis er seinen Auftritt mit dem Lied «Someone You Loved» von Lewis Capaldi hatte. Er war bei der Blind Audition am Schluss an der Reihe. Und dann dies: Begeisterungsstürme, Anna Rossinelli, die als Jurorin schon nach wenigen Sekunden auf den roten Knopf drückte, sich mit ihrem Stuhl umdrehte – und nach und nach machten das auch Pegasus-Frontmann Noah Veraguth, DJ Antoine und die Büetzer Buebe, also Gölä und Trauffer.

Schliesslich gab es ein überraschendes Duett mit Noah Veraguth. Remo Forrer setzte sich dafür ans Klavier. «Noah verfolge ich musikalisch schon lange und ich habe ihn auch an den Jazztagen Lichtensteig kurz getroffen», freut sich der Hemberger. Es gab ein Gerangel um Remo Forrer. Alle Juroren wollten ihn für ihr Team gewinnen. «Das war dann gar nicht so einfach für mich. Weil ich jedoch ein Fan von Noah bin, habe ich mich schliesslich für sein Team entschieden», erklärt Remo Forrer. Dann berichtet er, wie alles angefangen hatte und seit einem Jahr nichts mehr ist wie vorher.

Die Überraschung der Euromaus im Europapark

Das Toggenburger Tagblatt hat im Dezember 2017 erstmals über Remo Forrer berichtet. Damals hatte er die Lehre als Sportartikelverkäufer bei Sport Metzger in Wattwil begonnen und den «Photographers Choice Preis» bei der Zentralschweizer Talentshow «Stimmen der Zukunft» gewonnen. Bereits damals war es sein Wunsch gewesen, einmal von der Musik leben zu können, sein Talent auszuleben und andere zu erfreuen.

Als bekannt wurde, dass 3+ das Format «The Voice of Switzerland» produzieren will, wurde der junge Musiker von allen Seiten bestürmt, sich anzumelden. Das machte er im Dezember 2018. «Diese Shows hatte ich immer gerne verfolgt und es war tatsächlich mein Ziel gewesen, einmal mitzumachen. Lange hörte ich allerdings nichts mehr. Erst im Frühjahr 2019 wurde ich zu den Castings eingeladen. Und wieder hörte ich nichts mehr. Das war’s also, dachte ich».

Und dann kam die Sache mit der Kollegin, die zwei Tickets für den Europapark hatte, der Parade und der Euromaus, die ihm das «The Voice of Switzerland»-Ticket übergab.

«Ich dachte, ich sei in einem Film,
ich stand wie ausser mir.»

Eigentlich hätte er an jenem Sonntag zur Saisoneröffnung arbeiten müssen und er traute sich kaum, um einen freien Tag zu fragen und die Einladung der Kollegin anzunehmen. «Aber alle wussten Bescheid und es war auffallend, wie sich alle positiv und ermutigend verhielten», schmunzelt er. Inklusive seine Familie.

Feuer und Flamme für «Someone You Loved»

Remo Forrer bei seinem Auftritt mit dem Lied «Someone You Loved» von Lewis Capaldi.

Remo Forrer bei seinem Auftritt mit dem Lied «Someone You Loved» von Lewis Capaldi.

Bild: Screenshot 3+

Ende November wurde die erste Folge aufgezeichnet. Vor kurzem folgten weitere Aufnahmen. Seither muss Remo Forrer auf den Mund sitzen, darf nichts verraten. «Ich bin zum Glück nicht nervös vor Auftritten, ich habe mich darauf gefreut. Erst als Anna Rossinelli sich umdrehte, bekam ich weiche Knie und ich musste ja noch fertig singen und hoffen, dass sich auch die anderen Juroren umdrehen.»

Alles rund um die Aufnahmen in der Nähe von Köln hat er positiv erfahren.

«Ich wurde gut betreut, im Mercedes
mit getönten Scheiben abgeholt,
von einer Event-Managerin mit Block
und Headset begleitet und immer
an den richtigen Ort geführt.»

Es gab Soundchecks und die eigentlichen Aufnahmen. Die Juroren bekam er nie zu Gesicht. Remo Forrer hatte sich für das Lied von Lewis Capaldi entschieden. «Als ich es zum ersten Mal gehört hatte, löste es bei mir etwas aus. Diese ausdrucksvolle Stimme, die Kraft, die darin liegt; ich könnte es ewig hören. Mit diesem Lied konnte ich alles zeigen, was ich kann. Es gibt tiefe und hohe Stellen, Feines und Kraft», schwärmt der Nachwuchssänger mit der vollen und warmen Stimme und den sicher sitzenden Tönen.

Im Zentrum steht zunächst die Lehrabschlussprüfung

Ende März wird das Finale von «The Voice of Switzerland» live über die Bühne gehen. Bis dann rechnet Remo Forrer mit viel Trubel, denn die erste Runde mit den Blind Auditions hat er schon mal überstanden. Begonnen hat es auch mit ersten Interview-Anfragen von Medien. Bekannte und Freunde haben und werden ihn mit Nachrichten zudecken.

Und bei all dem steht im Sommer die Lehrabschlussprüfung an. «Ich beginne jetzt mit dem Lernen. Dankbar bin ich meinem Lehrbetrieb Sport Metzger. Von Anfang an bin ich unterstützt worden und habe für die Aufnahmen frei bekommen. Ohne wäre es nicht gegangen. Ich werde für die nächste Wintersaison bleiben. Als Dank für den Rückhalt», sagt er. Ihm sei es wichtig, einen Abschluss zu haben. Das stehe im Zentrum.

Trotzdem setzt er auf die Karte Musik; auch das Schauspielern reizt ihn. Seiner Gesangslehrerin Teresa Kressig windet er ein Kränzchen. «Stimmlich ist einiges gegangen, nachdem der Stimmbruch abgeschlossen ist. Teresa Kressig hat mich stark gefördert und mich über die Gesangsstunden hinaus unterstützt. Sie ist zum persönlichen Coach geworden.»

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